Literarischer Salon NRW

AUF DER LEIPZIGER BUCHMESSE 2013

Der LiteraturRat NRW ist der Dachverband der literarischen Institutionen in Nordrhein-Westfalen. Auf der Leipziger Messe präsentiert er gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW eine Auswahl der vielfältigen literarischen Institutionen und Aktivitäten des größten deutschen Bundeslandes.

An allen vier Messetagen gibt es die Möglichkeit, bei  Präsentationen, Gesprächen und Lesungen viele literarische Institutionen, AutorInnen, Zeitschriften, Festivals und Projekte des bevölkerungsstärksten Bundeslandes kennenzulernen und so einen Eindruck von der reichen literarischen Landschaft zu bekommen.

Unter dem Motto „Auf der Kuhstraße zur Weltliteratur – und: Wie William Wordsworth an den Niederrhein kommt“ stellt sich das  Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen vor;  Vertreter  literarischer Gesellschaften berichten von ihren Bemühungen um das Erbe großer nordrhein-westfälischer AutorInnen wie Annette von Droste-Hülshoff oder Heinrich Heine; Herausgeber und AutorInnen der langlebigen Literaturzeitschrift „Am Erker“  diskutieren über die Bedeutung von Zeitschriften für den Literaturbetrieb.

Präsentiert werden auch Aktivitäten wie Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“,  das renommierte Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land“, die nordrhein-westfälischen „Museumsschreiber“ oder die Ergebnisse eines  Poetry Slams mit Leipziger SchülerInnen, die unter Anleitung eines gestandenen nordrhein-westfälischen Slammers entstanden sind.

Gelegenheit besteht zudem, sich über den Humus zu informieren, der der Literaturlandschaft im Westen Deutschlands das Gedeihen ermöglicht: VertreterInnen der Literaturhäuser, Literaturbüros und der Kunststiftung NRW informieren im Gespräch mit PreisträgerInnen und StipendiatInnen u.a. über die Fördermöglichkeiten für Literaturschaffende.

Termine Literarischer Salon NRW:

14. März 2013, 13.00-13.30 Uhr: Walter Gödden - Ein Schloss für die Literatur

14. März 2013, 15.00-15.30 Uhr: Ulrike Rodi & Horst Eckert - Mörderisches NRW - wo der Krimiboom begann

15. März 2013, 11.00-11.45 Uhr: Dorian Steinhoff & SchülerInnen des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig - Poetry Slam NRW meets Leipzig

15. März 2013, 12.00-12.30 Uhr: Bettina Fischer & Pyotre Nedov - Zuckerleben

15. März 2013, 13.00-13.30 Uhr: Christiane Antons - Mord am Hellweg. Europas größtes internationales Krimifestival

15. März 2013, 15.00-15.30 Uhr: Renate Birkenhauer, Wolfgang Schlüter - Auf der Kuhstraße zur Weltliteratur

16. März 2013, 11.00-11.30 Uhr: Heiner Remmert - Viele Stimmen - eine Region: literaturland westfalen

16. März 2013, 12.00-12.30 Uhr: Jürgen Nendza, Marie T. Martin, Dagmar Fretter - dein atem die chritte die amsel

16. März 2013, 13.00-13.30 Uhr: Joachim Feldmann & Marcus Jensen - "Am Erker: Zeitschrift für Literatur": Wozu literarische Zeitschriften?

16. März 2013, 14.00-14.30 Uhr: Dagmar Fretter & Barbara Köhler - Vers & Uni

16. März 2013, 15.00-15.30 Uhr: Joseph A. Kruse & Jochen Grywatsch - Lendiges Erbe

17. März 2013, 12.00-12.30 Uhr: Christoph Peters - Museumsschreiber

17. März 2013, 13.00-13.30 Uhr: Brigitte Labs-Ehlert - Wege durch das Land

17. März 2013, 14.00-14.30 Uhr: Sabine Brenner-Wilczek & Enno Stahl - "Wohin mit dem ganzen Papier?" - Was machen Archive mit literarischen Nachlässen?

 

Donnerstag, 14. März // 13.00 – 13.30 Uhr
Walter Gödden: Ein Schloss für die Literatur
Nottbeck und die Westfälische Literaturkommission

Landschaftlich schön gelegen, mit Museumspark, Kulturcafé und Gästehaus sowie großem Veranstaltungssaal mit Studiobühne, wird das Kulturgut Haus Nottbeck jährlich von über 24.000 Interessierten besucht. Das historische Ambiente des 2001 eröffneten Museums für westfälische Literatur wird durch multimediale und innovative szenografische Elemente ergänzt (Hörstationen, Internet-Terminals, Film, Video). Es stellt die westfälische Literatur von den Anfängen bis heute vor.

Ein besonderes Profil erlangt das Museum für westfälische Literatur durch sein breit gefächertes Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm.

Jährlich finden rund 25 Lesungen, Performances, Rezitationsabende, Konzerte etc., die weit über die Region hinaus wahrgenommen werden, statt. Renommierte Autorinnen und Autoren, internationale Künstler, Rezitatoren, Vertreter der Sparten Kabarett und Comedy sind zu erleben.

Das Kulturgut Haus Nottbeck kooperiert darüber hinaus als Veranstaltungsort mit großen Festivals in NRW. Außerdem wird hier im zweijährigen Turnus der Westfälische Literaturpreis verliehen. Hinzu kommen ein vielfältiges pädagogisches Programm mit Schreibwerkstatt, Druckwerkstatt und Workshops sowie ein großer Bücherflohmarkt, der am Tag des offenen Denkmals im September stattfindet. Darüber hinaus ist das Museum Mitherausgeber der eigenen Lesebuch- und Lyrik-Reihe "roterfadenlyrik".
www.kulturgut-nottbeck.de

Die Literaturkommission für Westfalen, deren Vorsitzender Prof. Dr. Walter Gödden ist, wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, der westfälischen Literaturforschung neue Impulse zu verleihen. Der Forschungszeitraum reicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die Kommission bezieht die Gegenwartsliteratur, neue Medien, interdisziplinäre Fragestellungen und Gattungen wie Hörspiel, Feature usw. in ihre Arbeit mit ein, ohne dabei die Grundlagenforschung zu vernachlässigen. Sie sucht nach neuen Formen der Forschung und Vermittlung.

Die Literaturkommission veranstaltet regelmäßig wissenschaftliche Tagungen, Workshops und Projekttage.
www.literaturkommission.de

 

Donnerstag, 14. März // 15.00 – 15.30 Uhr
Ulrike Rodi/ Horst Eckert
Mörderisches NRW – wo der Krimiboom begann
Moderation: Michael Serrer

Ruhrgebiets-Krimi, Eifel-Krimi, Friesen-Krimi, Köln-Krimi – keine Region, keine Stadt, ja, kaum ein Dorf scheint verschont zu sein von dunklen Machenschaften und mordsmäßigem Schrecken. Zumindest nicht, wenn man der Kriminalliteratur Glauben schenkt. Regionalkrimis erfreuen sich einer großen Anhängerschaft bei LeserInnen, AutorInnen und Verlagen, die sich zum Teil ganz auf dieses Genre konzentrieren.

Tatsächlich hat der Journalist Joachim Feldmann in einem Artikel vom Juli 2011 literarische Ermittler und Mörder vom ostfriesischen Spiekeroog über das westfälische Münster bis ins oberschwäbische Salgau verfolgt – kaum eine Stadt, die nicht vom Taumel des Regionalkrimi-Booms erfasst wurde.

Was für die einen ein großer Spaß mit hohem Identifikationsfaktor ist, wird von anderen verflucht: Zu viele springen auf den leichten Erfolg versprechenden Zug auf, worunter naturgemäß die Qualität der häufig schnell produzierten Bücher leidet.

Dieser Verdacht trifft zwei Experten des Regionalkrimis ganz sicher nicht zu: Der Düsseldorfer Autor Horst Eckert veröffentlichte mit „Annas Erbe“ bereits 1995 seinen ersten Düsseldorf-Krimi und hat seitdem der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zahlreiche weitere literarische Denkmäler gesetzt. Dass es sich hier nicht um bloßes Straßennamen-Dropping und Haschen nach Wiedererkennungseffekten handelt, beweist die Tatsache, dass Horst Eckert alle bedeutenden Auszeichnungen für KrimiautorInnen erhielt und in verschiedene Sprachen übersetzt wurde.

Der Dortmunder Grafit-Verlag, der seit 2011 von Ulrike Rodi geführt wird, hat das Potential des Genres früh erkannt und kann neben Horst Eckert auf so beliebte und international bekannte AutorInnen wie Jacques Berndorf  oder Charles den Tex verweisen.

Moderiert von Michael Serrer diskutieren Ulrike Rodi und Horst Eckert über Fluch und Segen des Regionalkrimi-Booms.

 

Freitag, 15.März // 11.00 – 11.45 Uhr
Dorian Steinhoff & SchülerInnen des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig
Poetry Slam NRW meets Leipzig

Poetry Slam, die dynamische Verbindung von Literatur und Vortragskunst, hat eine lange Tradition in NRW, so fand u.a. in Düsseldorf der erste Poetry Slam in NRW statt. Auch Leipzig hat mit den verschiedenen Veranstaltungen des livelyriX und einem seit 2005 regelmäßig stattfindenden Buchmessen-Slam eine stetig wachsende Slam-Szene. Da liegt ein Zusammentreffen zur Buchmesse 2013 doch auf der Hand!

NRW hat mit Dorian Steinhoff einen Autor, Poetry-Slammer und erfahrenen Workshopleiter in das Leipziger BIP-Kreativitätsgymnasium „entsandt“. In einem zweitägigen Workshop am BIP-Kreativitätsgymnasium hat Dorian Steinhoff SchülerInnen das Rüstzeug zum kreativen Schreiben und selbstsicheren Vortragen vermittelt. Was ist Poetry Slam? Welche Slam-Poeten gibt es? Wie kommt man von der Idee zum gelungenen Text? Und wie kriegt man eine gute Performance auf die Bühne? Daran hat die Gruppe im Vorfeld der Messe gearbeitet. Hier kommt ein „Best of“ der Schülertexte auf die Bühne des Literarischen Salons NRW!

Dorian Steinhoff, 1985 in Bonn geboren, lebt in Düsseldorf, studierte Philosophie, Rechtswissenschaften und Germanistik an der Uni Trier. Seit 2007 bereist er vorlesend und vortragend die kleinen und großen Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seit 2008 arbeitet er mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in kulturellen Bildungsprojekten zur Schreib- und Leseförderung im Auftrag von Schulen, Universitäten und freien Kultur- und Bildungsinstitutionen in Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Im April 2009 erschien sein erster Erzählband "Goldfische sind auch keine Lösung" im Lektora Verlag. 2012 wurde er mit dem Georg-K.-Glaser-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks ausgezeichnet.

www.doriansteinhoff.de
www.poesieschlacht.de

Veranstalter: „Leipzig liest“ in Kooperation mit LiteraturRat NRW, Literaturbüro NRW, zakk (Poesieschlacht, Düsseldorf), Selbstredend (Leipzig).

 

Freitag, 15. März // 12.00 – 12.30 Uhr
Bettina Fischer & Pyotr Nedov
Zuckerleben – das Literaturhaus Köln & das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium

Bereits im Jahr 1996 gegründet, bezog das Kölner Literaturhaus 2007 seinen heutigen Standort an der Schönhauser Straße. Das Kölner Haus hat es sich auf die Fahnen geschrieben, dem Publikum lesenswerte deutschsprachige und internationale Literatur nahe zu bringen. Auch interdisziplinäre Projekte, bei denen Autoren in Interaktion mit Musik, Kunst oder den Medien treten, haben ihren festen Platz im Programm. In Köln legt man Wert darauf, dem Publikum eine intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Autoren oder Werken zu ermöglichen.

Das Literaturhaus Köln engagiert sich im Jungen Literaturhaus besonders für den Nachwuchs. Mit Lesungen und Werkstätten wird der Bezug von Jugendlichen zum Schreiben und zur Lektüre gefördert.

Seit 1990 wird von der Stadt Köln jährlich ein Literaturpreis ausgelobt, der nach dem Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann (1940–1975) benannt wurde.

Pyotr Nedov, Preisträger des Jahres 2011, wird mit Bettina Fischer, die seit 2012 das Kölner  Literaturhaus leitet, über Stipendien, Preise und den Literaturbetrieb sprechen und seinen Roman „Zuckerleben“ vorstellen.

Bettina Fischer, geboren 1967 in Hamburg, ist nach mehrjähriger Verlagstätigkeit seit 2000 Geschäftsführerin des Literaturhaus Köln, seit Sommer 2012 hat sie die alleinige Leitung inne.

Pyotr Magnus Nedov, der in der Sowjetunion geboren wurde, in Moldawien, Rumänien und Österreich aufwuchs und heute in Köln lebt, erzählt in "Zuckerleben" eine Geschichte vom Zerfall der Sowjetunion bis zur gegenwärtigen Finanzkrise Europas.
www.literaturhaus-koeln.de

 

Freitag, 15. März // 13.00 – 13.30 Uhr
Christiane Antons (Westfälisches Literaturbüro Unna)
Mord am Hellweg. Europas größtes internationales Krimifestival
Festivalleitung: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V. und Kreisstadt Unna, Kulturbetriebe
Ein Projekt der Kulturregion Hellweg

Das Festival "Mord am Hellweg" , das seit 2002 als Biennale stattfindet, ist - bei aller bundesweiten und internationalen Ausstrahlung - bewusst in der Region verankert und von Beginn an von der regionalen Einbindung her entwickelt worden. Seinen Namen hat das Festival vom berühmtesten aller Hellwege, der alten Heer- und Handelstraße von Duisburg über Essen, Dortmund, Unna nach Paderborn, der zwischen Lippe, Emscher und Ruhr gelegen ist und etwa dem Verlauf der heutigen B 1 bzw. A 40 und A 44 folgt. Der Name Hellweg soll unter anderem neben Salz- auch Toten- oder Höllenweg lauten, abgeleitet von der Göttin der Unterwelt, Hel.

Die klassische Hellweg-Region ist zwischen Lünen, Unna und Lippstadt, Hamm und Schwerte gelegen. Etwa 30 Kommunen oder Einrichtungen der Hellweg-Region bilden den Stamm der Kooperationsgemeinschaft, die das Festival gemeinsam veranstaltet.

Die besondere Lokalisierung der Veranstaltungen ist von Anfang an eine wichtige Säule des Programms gewesen. „Mord am Hellweg“ ist von Beginn an ein Festival des Raumes gewesen und trägt daher auch kulturhistorischen Aspekten Rechnung. Besondere Räumlichkeiten, in denen die Events veranstaltet werden, machen den Reiz des Projektes aus.

Das Festival lockt mit seinem anspruchsvollen Programm nicht nur Besucher aus der Region, sondern aus dem gesamten Bundesland und darüber hinaus zu den Veranstaltungen von "Mord am Hellweg". Wer einmal da war, hat Blut geleckt und wird wiederkommen...
www.mordamhellweg.de

 

Freitag, 15. März // 15.00 – 15.30 Uhr
Renate Birkenhauer, Wolfgang Schlüter
Auf der Kuhstraße zur Weltliteratur. Das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen
Wie William Wordsworth an den Niederrhein kommt.

Das Europäische Übersetzer-Kollegium ist das weltweit erste und größte, internationale Arbeitszentrum für literarische Übersetzer, in dem deutschen und ausländischen Buch-Übersetzern insgesamt 30 Appartements, Arbeitsräume und eine 110.000-bändige Spezialbibliothek, davon 25.000 Lexika in über 275 Sprachen und Dialekten, zur Verfügung stehen.

Man kann in Straelen nicht übersetzen lernen und nicht übersetzen lassen, sondern "nur" übersetzen - aber unter idealen Bedingungen. Übersetzer aus allen Teilen der Welt kommen mit dem Auftrag eines Verlags nach Straelen, um die vielfältigen Hilfsmittel des Hauses zu nutzen, Kollegen zu treffen, miteinander zu arbeiten und Tipps und Erfahrungen auszutauschen.

Die Übersetzer Elmar Tophoven, Klaus und Renate Birkenhauer hatten die Gründungsidee, und immer noch leitet Renate Birkenhauer den Verlag „Straelener Manuskripte“, der sich seit 1984 für das Thema 'Übersetzen' mit sorgsam edierten und gestalteten Ausgaben internationaler Poesie, Prosa und Essayistik sowie mit speziellen Wörterbüchern engagiert.

William Wordsworth gehört zu den bedeutendsten Lyrikern der Weltliteratur. Seine populäre Gedichtsammlung "Lyrical Ballads" (1798-1800) gilt als Manifest gegen eine klassizistisch erstarrte Dichtung und als Stiftungsurkunde der englischen Romantik. Wolfgang Schlüter, als Übersetzer häufiger Gast im Übersetzerkollegium, hat die schönsten Werke des Dichters übertragen und mit einem ausführlichen Nachwort versehen. Erschienen ist der Band  "I wandered lonely as a cloud" im Verlag Straelener Manuskripte.

 

Samstag, 16. März // 11.00 – 11.30 Uhr
Heiner Remmert
Viele Stimmen – eine Region: literaturland westfalen – Netzwerk und Festival

AutorInnen wie Annette von-Droste Hülshoff, Tilmann Rammstedt oder Hans Ulrich Treichel, Festivals wie „Wege durch das Land“ oder „Mord am Hellweg“, Institutionen wie das Kulturgut Haus Nottbeck oder die drei Literaturbüros: Das literarische Potential Westfalens ist enorm und vielfältig.

Im November 2009 gründete sich das Projekt "Kultur in Westfalen" mit dem Ziel, die Kultur in Westfalen zu stärken und langfristig einen Beitrag zur Profilbildung der Region zu leisten. Auf Initiative dieses Projekts schloss sich das Netzwerk literaturland westfalen zusammen, dem die verschiedensten Literaturakteure der Region angehören, von Autorinnen und Autoren über Vereine und Gesellschaften, Institute und Veranstalter bis hin zu Verlagen und Bibliotheken.

Das Netzwerk literaturland westfalen setzt sich aus einer Vielzahl dieser unterschiedlichen literarischen Einrichtungen und Akteure zusammen. Sie zeichnen für die Einzelprojekte und Literaturreihen im Rahmen des Literaturfestivals verantwortlich. Die organisatorische und programmatische Federführung für das Gesamtprojekt literaturland westfalen hat das Netzwerk dem Westfälischen Literaturbüro in Unna e.V. übertragen, das bereits das Grundkonzept entwickelt hat. Das Westfälische Literaturbüro organisiert und betreut die Zusammenarbeit des Netzwerks, das entsprechende Dachmarketing, das Internetportal und die Entwicklung neuer literarischer Veranstaltungsangebote.

Aus dem starken Wunsch nach einer gemeinsamen Veranstaltung aller Literaturakteure erwuchs die Idee eines Literaturfestivals, das von Herbst 2012 bis Herbst 2013 mit verschiedensten Veranstaltungen für Westfalen wirbt - darunter zahlreiche neue Einzelveranstaltungen und Literaturreihen.
www.literaturlandwestfalen.de

 

Samstag, 16. März // 12.00 – 12.30 Uhr
Jürgen Nendza, Marie T. Martin, Dagmar Fretter
dein atem die schritte die amsel
Kunststiftung NRW: Lyrik von Marie T. Martin und Jürgen Nendza

Die 1989 von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen gegründete Kunststiftung NRW hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Besondere zu fördern und damit zu mehr Wagnis und Qualität in Kunst und Kultur herausfordern. Im Fokus stehen die Sparten Bildende Kunst, Musik, Tanztheater, Theater und Literatur.

Die Förderung von jungen, außergewöhnlich talentierten Künstlerinnen und Künstlern gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Kunststiftung NRW. Mit jeweils individuell entwickelten Fördermaßnahmen werden die jungen Künstler unterstützt und ermutigt, konsequent ihren eigenen Weg zu verfolgen.

Zu den von der Kunststiftung geförderten LiteratInnen gehören unter vielen anderen Jürgen Nendza und Marie T. Martin. Im Gespräch mit Dagmar Fretter, Leiterin des Fachbereichs Literatur, werden die beiden Autoren von ihren Erfahrungen mit Preisen und Stipendien berichten und eigene Arbeiten vorstellen.

Marie T. Martin, geboren 1982 in Freiburg i. Br., studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt in Köln. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele und veröffentlichte zuletzt den Erzählband Luftpost, den Gedichtband Wisperzimmer und das Hörspiel "Fünfkind" (SWR). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, das sechsmonatige Istanbul-Stipendium der Stadt Köln, das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW sowie Aufenthaltsstipendien im Künstlerhaus Edenkoben und im Literarischen Colloquium Berlin.

Jürgen Nendza, geboren 1957 in Essen, lebt in Aachen und Vaals (NL). Er studierte Germanistik und Philosophie. Als Autor schreibt er Lyrik, Prosa, Hörspiele, Features und ist als Herausgeber tätig.

Für seine Arbeit erhielt er verschiedene literarische Auszeichnungen, darunter den Lyrikpreis Meran, das Literaturstipendium der Kunststiftung NRW oder das Amsterdam-Stipendium
www.kunststiftungnrw.de

 

Samstag, 16. März // 13.00 – 13.30 Uhr
Joachim Feldmann & Marcus Jensen
„Am Erker: Zeitschrift für Literatur“: Wozu literarische Zeitschriften?

„Am Erker“ ist eine deutschsprachige Literaturzeitschrift, die 1977 von Joachim Feldmann und Michael Kofort gegründet wurde. Sie erscheint halbjährlich im Daedalus Verlag, Münster.

Die Zeitschrift stellt vor allem Kurzprosa junger deutschsprachiger Autoren vor, ferner werden literarische Essays und Rezensionen veröffentlicht.

Im Jahr 1998 erhielt die Zeitschrift den Calwer Hermann-Hesse-Preis für Literaturzeitschriften und im Jahr 2005 eine Förderung des Deutschen Literaturfonds.

In der Zeitschrift erschienen Erstveröffentlichungen u. a. von Tanja Dückers, Wilhelm Genazino, Georg Klein, Markus Orths, Burkhard Spinnen oder Ror Wolf.

Seit 1999 wird der Am-Erker-Preis für Kurzgeschichten ausgeschrieben.

Der Preis für Kurzprosa mit der regionalen Beschränkung auf das Münsteraner Land wurde alle zwei Jahre ausgeschrieben und war anfangs mit 1000 DM dotiert, danach mit 1000 Euro.

Im Gespräch mit Maren Jungclaus vom Literaturbüro NRW berichten Joachim Feldmann und Marcus Jensen von Gründung und Entwicklung der Zeitschrift und diskutieren Stellenwert und Notwendigkeit von Literaturzeitschriften.

Joachim Feldmann ist Redakteur und Mitherausgeber von „Am Erker“. Nach einer Tätigkeit als Lektor in Nordirland arbeitete er als Lehrer an einer Berufsschule im nördlichen Ruhrgebiet.

Marcus Jensen wuchs in Pinneberg bei Hamburg auf. Von 1987 bis 1998 studierte er Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Politik an der Universität Hamburg (M.A.). 1999 zog er nach Aachen, seit 2002 lebt er in Berlin. Jensen ist Autor und Mitarbeiter der Zeitschrift „Am Erker“.
www.am-erker.de

 

Samstag, 16. März // 14.00 – 14.30 Uhr
Dagmar Fretter & Barbara Köhler
Vers & Uni: Die Thomas-Kling-Poetikdozentur Bonn der Kunststiftung NRW

Die Kunststiftung NRW hat zum Sommersemester 2011 an der Universität Bonn die Thomas-Kling-Poetikdozentur eingerichtet, benannt nach dem 2005 verstorbenen Lyriker und Essayisten Thomas Kling (* 1957), der zehn Jahre auf der Raketenstation der Stiftung Insel Hombroich gelebt hat.

Namhafte Autoren und Übersetzer aus NRW werden für jeweils zwei Semester mit einem Stipendium ausgestattet und sind über einen Lehrauftrag in die Lehre des Instituts für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft eingebunden.

Zum Sommersemester 2012 übernahm die Duisburger Lyrikerin und bildende Künstlerin Barbara Köhler die Poetikdozentur in der Nachfolge des Islamwissenschaftlers und Übersetzers Stefan Weidner.

Barbara Köhler wurde in Burgstädt/Sachsen geboren; nach Abitur und einer Ausbildung zur Facharbeiterin für textile Flächenherstellung und verschiedenen beruflichen Stationen studierte sie am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Seit der Wiedervereinigung arbeitet Barbara Köhler als freie Autorin. 1991 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „Deutsches Roulette“, ihr jüngstes Werk „Neufundland“ erschien 2012.

Für ihre Arbeiten wurde Barbara Köhler vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturförderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, dem Clemens-Brentano-Preis, dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Literaturpreis des Ruhrgebietes, dem Joachim-Ringelnatz-Preis und dem Poesiepreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Sie war Stadtschreiberin zu Rheinsberg, „Writer in Residence“ am Oberlin College/Ohio und an der University of Warwick und „Poet in Residence“ an der Universität Duisburg-Essen.
www.kunststiftungnrw.de

 

Samstag, 16. März // 15.00 – 15.30 Uhr
Joseph A. Kruse & Jochen Grywatsch
Lebendiges Erbe: Die Heinrich-Heine-Gesellschaft und die Annette von-Droste-Gesellschaft

Die Heinrich-Heine-Gesellschaft unter ihrem Vorsitzenden Prof. Dr. Joseph Anton Kruse in Düsseldorf und die Münsteraner Annette von-Droste-Gesellschaft, deren Geschäftsführer Dr. Jochen Grywatsch ist, widmen sich der Erforschung, Pflege und  Vermittlung zwei der wichtigsten Autoren in Nordrhein-Westfalen.Die Heine-Gesellschaft wurde 1956 am 100. Todestag Heines in Düsseldorf gegründet. Sie unterstützt als erklärtes Ziel die Heine-Forschung, kooperiert mit dem Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut und fördert durch Neuerwerbungen dessen Heine-Archiv. Sie ist Mitherausgeberin des Heine-Jahrbuchs. Sie wirkt regional, aber auch international durch mehrere Kooperationen.

Seit 1965 vergibt die Heine-Gesellschaft in unregelmäßigen Abständen die undotierte Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft als Literaturpreis. Sie besteht aus dem bronzenen Buchobjekt „Die Schere“ der Zensur von Bert Gerresheim.

Die Annette von Droste-Gesellschaft ist als lebendige literarische Gesellschaft darum bemüht, das Interesse an Annette von Droste-Hülshoff, ihrem Werk, ihrem Leben und ihrer Zeit wach zu erhalten und durch neue Initiativen zu beleben. Sie tut dies durch Lesungen, Vorträge und Tagungen, durch Ausstellungen und Workshops, durch Veröffentlichungen, Jahrbücher und Editionen. Neben der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Namenspatronin fördert und initiiert die Gesellschaft kulturelle Veranstaltungen, insbesondere mit Bezug zum Kulturraum Westfalen und zur zeitgenössischen Lyrik. So war die Gesellschaft Initiatorin und bis 1995 Mitveranstalterin des Münsterschen "Lyrikertreffens", das zuerst 1979 stattfand.

 

Sonntag, 17. März // 12.00 – 12.30 Uhr
Christoph Peters
Museumsschreiber – eine Publikationsreihe des Literaturbüros NRW
Christoph Peters über das deutsche Keramikmuseum

Das Literaturbüro NRW nahm 1980 als erstes deutschsprachiges Literaturbüro seine Arbeit auf; 1981 wurde der Verein Literaturbüro NRW e.V. gegründet. Die Aufgabe des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung der Literatur und der Literaten in NRW.

Unter vielem anderen organisiert das Literaturbüro Lesungen mit europäischen Autorinnen und Autoren in Kooperation mit Buchhandlungen, Botschaften, literarischen Vereinen, Stiftungen und Universitäten etc., fördert die regionale Literaturszene, pflegt den Austausch mit anderen Künsten und engagiert sich in der Autorenweiterbildung und -beratung. Darüber engagiert es sich in der Lese- und Schreibförderung für Kinder- und Jugendliche.

Renommierte deutschsprachige Autorinnen und Autoren wurden eingeladen, sich jeweils ein Museum genau anzuschauen, sich mit dessen Geschichte und Sammlung vertraut zu machen. Anschließend reisten die Autoren wieder zurück und schrieben über dieses Museum. Die dabei entstandenden Texte sind so unterschiedlich wie die Häuser – es können Bildbeschreibungen entstehen oder Gedichte, Essays oder Kurzgeschichten. Die Auswahl der Autoren erfolgte in enger Absprache zwischen dem Literaturbüro NRW und dem jeweiligen Museum.Kein Zweifel: kaum eine Stadt besitzt so interessante Museen wie Düsseldorf, und kaum eine Stadt wird von diesen Museen so sehr geprägt. Grund genug, darauf auch mit den Mitteln und Formsprachen anderer Künste zu reagieren. Darum geht es in dem Projekt „Museumsschreiber“.

Zu jedem der teilnehmenden Museen gibt es einen kleinen Band, herausgegeben vom Literaturbüro NRW und den Stadtwerken Düsseldorf. Im Laufe der Zeit entstand so eine Reihe, die auf eindrucksvolle Weise ein literarisches Gesamtbild der Düsseldorfer Museumslandschaft liefert.

Das in den letzten Jahren mit großem Erfolg in Düsseldorf realisierte Projekt wurde zusammen mit der Kunststiftung NRW ab 2012 auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen ausgedehnt.

Erster Museumsschreiber war im Jahr 2009 Christoph Peters, der sich der Keramiksammlung des Düsseldorfer Hetjens-Museum widmete mit einem Text zur Sammlerleidenschaft.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor von bislang fünf Romanen sowie mehrerer Erzählungsbände und wurde für seine Bücher mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis. Christoph Peters lebt heute in Berlin.
www.literaturbuero-nrw.de

 

Sonntag, 17. März // 13.00– 13.30 Uhr
Brigitte Labs-Ehlert
Wege durch das Land. Das Literatur- und Musikfestival in Nordrhein-Westfalen

Jedes Jahr ab Spätfrühling geht das im Jahre 2000 gegründete Festival „Wege durch das Land“ auf Entdeckungsreise durch Ostwestfalen-Lippe, sucht unbekannte Orte auf, um dort Raum und Zeit, Literatur und Musik in Beziehung zu setzen. Von Altenbeken über Bad Driburg, Nieheim, Paderborn bis zu Steinheim-Vinsebeck bringt das Festival zeitgenössische Schriftsteller aus dem In- und Ausland zusammen, mischt Prosa, Essay und Lyrik genauso wie Neue und Alte Musik.

Nicht nur die Inhalte, auch die Orte sind erlesen: Die Künstler treffen ihr Publikum in Schlössern, Kirchen, Mühlen, Herrenhäusern oder Klöstern.

Zu Gast waren in den letzten Jahren unter vielen anderen Liao Yiwu, Christoph Ransmayr, Ulla Hahn, Hannelore Elsner, Corinna Harfouch, Peter Sloterdijk oder Peter Waterhouse.
www.wege-durch-das-land.de

 

Sonntag, 17. März // 14.00 – 14.30 Uhr
Sabine Brenner-Wilczek und Enno Stahl
„Wohin mit dem ganzen Papier?“ – Was machen Archive mit literarischen Nachlässen?

Aus der praktischen Arbeit mit Nachlässen ist dem Rheinischen Literaturarchiv (RLA) im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf immer wieder aufgefallen, dass AutorInnen oft nur unklare Vorstellungen davon haben, was ein Archiv ist, wie es strukturiert ist und welchen Nutzen es für literarisch Tätige besitzen kann. Wie man mit einem Archiv umgeht, wer es wie nutzen darf, darüber herrscht weitgehend Unkenntnis.

Auch über die richtigen Bedingungen zur Lagerung der eigenen Materialien besteht auf Seiten der eigentlichen Klientel der Literaturarchive großer Informationsbedarf. Diese und andere Fragen werden bei einer Reihe offener Infoveranstaltungen für Autorinnen und Autoren beantwortet, die das RLA regelmäßig organisiert. Anhand praktischer Beispiele wird dargestellt, was Archive tun und in welcher Weise Autoren in ihrer Arbeit davon profitieren können. Neben solchen Einblicken in die Archivarbeit treten Gastautoren mit Referaten über ihre Beziehung zum Thema “Archiv” auf.

Dr. Sabine Brenner-Wilczek leitet seit 2009 das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf, wo sie schon von 1999 bis 2007 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rheinischen Literatur- und Kulturarchiv tätig war. Außerdem war sie von 2001 bis 2007 Lehrbeauftragte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zum Themenkomplex „Archiv - Museum – Ausstellung“. Die Schwerpunkte der Forschungsarbeit von Dr. Brenner-Wilczek sind die Rheinromantik, Heinrich Heine und seine Rezeption, die Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch Stadt- und Regionalgeschichte, Archiv- und Informationswissenschaften.

Dr. Enno Stahl, seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Heinrich-Heine-Institutes in der Abteilung Rheinisches Literaturarchiv, ist Autor, Performer und Organisator von Literaturveranstaltungen. Von 1998-2002 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Archiv der Stadt Köln tätig, wo er das „Kölner Autoren-Lexikon 1750-2000" bearbeitete. Für das Heinrich-Heine-Institut betreut er u.a. zwei wissenschaftliche Internetportale – „Literarische Nachlässe in rheinischen Archiven“ und das E-Zine „Literatur-Archiv-NRW.de“ – redaktionell.

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