Romantik & Revolution

Ich bin der Sohn der Revolution“, schreibt Heine, als er 1830 von der Julirevolution in Frankreich erfährt. Paris, „die Hauptstadt der Revolution“, in die er im Folgejahr begeistert übersiedelt, scheint ihm „das neue Jerusalem“. Mit Empathie verfolgt er die polnischen Revolutionsbestrebungen. Zugleich ist der Dichter seit seiner frühesten Lyrik der Romantik eng verbunden und setzt sich mit ihrer Tradition in seinem Werk immer wieder auseinander.

Die Liebe zu Romantik und Revolution und die gleichzeitige Infragestellung dieser beiden Pole seines Werkes zeugt von Heines Modernität und Aktualität. Interessant ist, in der Heine-Nachfolge zu fragen, wie heutige Literatur mit Romantik und Revolution umgeht. Wie beschreibt Literatur die politischen Umbrüche unserer Zeit? Wie reagieren die Schriftsteller auf Revolutionsbegehren, Demokratiebestrebungen, Religionskämpfe und den Wandel der Geschlechterrollen?

Unter dem Titel der im Jahr 2015 neu eröffneten Heine-Ausstellung „Romantik und Revolution“ im Heinrich-Heine-Institut organisiert das Literaturbüro gemeinsam mit dem Heine-Institut, dem Institut français und dem Polnischen Institut eine Reihe mit aktuellen Autorinnen und Autoren.

Termine:

20.Januar 2016, 19.00
Polnisches Institut Düsseldorf
Citadellstr. 7
40213 Düsseldorf

György Spiró „Die Messiasse”
Paris in den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts. Im Kreise polnischer Emigranten erscheint plötzlich ein geheimnisvoller Fremder, Andrzej Towiański aus Litauen. Er heilt die psychisch kranke Ehefrau von Adam Mickiewicz und  behauptet, er sei der neue Messias. Den Polen verspricht er die Wiedergeburt ihrer Heimat. Dies beschert ihm viele Anhänger, die den Towiański-Kreis gründen und nach den Lehren des neuen Messias leben wollen.
György Spiró ist ungarischer Schriftsteller, Dramaturg, Essayist und Übersetzer. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem „Angelus-Preis” für  den Roman „Die Messiasse”. Er lehrt an der Universität Budapest.

27. Januar 2016, 19.00 Uhr
Institut francais Bilker Straße 7-9
40213 Düsseldorf

Yannick Haenel liest Die bleichen Füchse (Les renards pâles)
Moderation und Übersetzung: Ruthard Stäblein
Die Liebe zu Romantik und Revolution und die gleichzeitige Infragestellung dieser beiden Pole seines Werkes zeugt von Heines Modernität und Aktualität. In der Lesereihe „Romantik und Revolution“ fragen wir mit Blick auf Heine, was Romantik und Revolution in der heutigen Literatur Deutschlands, Frankreichs und Polens bedeutet. Wie beschreibt Literatur die politischen Umbrüche unserer Zeit? Wie reagieren die Schriftsteller auf Revolutionsbegehren, Demokratiebestrebungen und Religionskämpfe? Im heutigen Paris lässt Yannick Haenel seinen Helden den Ausstieg aus der bürgerlichen Existenz, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit erleben, er gerät auf die Seite derer, die nichts haben. Yannick Haenel , geboren 1967 in Rennes in der Bretagne, hat einen engagierten Roman über die Festung Europa und uns, ihre Bewohner, verfasst. 3. Februar 2016, 19.00 Uhr Heinrich-Heine-Institut Bilker Straße 12-14, 40213 Düsseldorf Nora Bossong liest "36,9°" Mittwoch, 17. Februar, 19.30 Uhr Literaturbüro NRW Bismarckstraße 90 40210 Düsseldorf Eintritt: Nach eigenem Ermessen; der Eintritt geht komplett an Düsseldorfer Flüchtlingsinitiativen. Romantik & Revolution: Shida Bazyar, Nachts ist es leise in Teheran - Premierenlesung Iran im Jahr 1979: Nach der Vertreibung des Schahs kämpft Beshad, ein junger kommunistischer Revolutionär, für eine neue Ordnung. Er erzählt von großen Hoffnungen, heimlichen Aktionen und von seiner Liebe zu Nahid. In der deutschen Provinz, 10 Jahre später: Nach der Machtübernahme der Mullahs sind Beshad und Nahid mit ihren Kindern geflohen. In der Fremde suchen sie eine neue Heimat, wünschen sich aber nichts mehr, als irgendwann zurückkehren zu können. 1999: Nihad reist gemeinsam mit ihrer Tochter in den Iran. Laleh lernt ihre Geburtsstadt Teheran und lernt ein Land kennen, das sich nur schwer mit ihren Kindheitserinnerungen in Einklang bringen lässt. Ein Jahrzehnt später verfolgt ihr Bruder Mo in Berlin belustigt die Demos der deutschen Studenten – doch dann bricht in Teheran die Grüne Revolution aus und verändert sein ganzes Leben… Shida Bazyar, geboren 1988, studierte in Hildesheim Literarisches Schreiben und lebt als Bildungsreferentin für junge Menschen und Autorin in Berlin.

3. Februar 2016, 19.00 Uhr
Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14
40213 Düsseldorf

Nora Bossong liest 36,9°
Kann man ein ganzes Land retten und gleichzeitig hoffnungslos verliebt sein? Anton Stövers Ehe ist zerbrochen, seine Affären sind vorbei, als Wissenschaftler ist er in der Sackgasse. Er will in Rom über Antonio Gramsci, die prägende Gestalt des italienischen Kommunismus, forschen. Dort begegnet er einer jungen Frau, in die er sich obsessiv verliebt. Währenddessen beschäftigt er sich weiter mit der Vergangenheit: Der gebrechliche, fieberkranke Gramsci erholt sich in einem sowjetischen Sanatorium. Er soll Italien vor der Machtübernahme durch Mussolini bewahren, doch stattdessen verliebt er sich in eine russische Genossin. Nora Bossong erzählt mit feinem Sinn für das Absurde vom Konflikt zwischen den großen Gefühlen für einen Menschen und dem Kampf für eine große Sache.

Mittwoch, 17. Februar 2016, 19.30 Uhr
Literaturbüro NRW
Bismarckstraße 90 40210 Düsseldorf
Eintritt: Nach eigenem Ermessen; der Eintritt geht komplett an Düsseldorfer Flüchtlingsinitiativen.

Shida Bazyar, Nachts ist es leise in Teheran - Premierenlesung
Iran im Jahr 1979: Nach der Vertreibung des Schahs kämpft Beshad, ein junger kommunistischer Revolutionär, für eine neue Ordnung. Er erzählt von großen Hoffnungen, heimlichen Aktionen und von seiner Liebe zu Nahid. In der deutschen Provinz,
10 Jahre später: Nach der Machtübernahme der Mullahs sind Beshad und Nahid mit ihren Kindern geflohen. In der Fremde suchen sie eine neue Heimat, wünschen sich aber nichts mehr, als irgendwann zurückkehren zu können.
1999: Nihad reist gemeinsam mit ihrer Tochter in den Iran. Laleh lernt ihre Geburtsstadt Teheran und lernt ein Land kennen, das sich nur schwer mit ihren Kindheitserinnerungen in Einklang bringen lässt. Ein Jahrzehnt später verfolgt ihr Bruder Mo in Berlin belustigt die Demos der deutschen Studenten – doch dann bricht in Teheran die Grüne Revolution aus und verändert sein ganzes Leben…
Shida Bazyar, geboren 1988, studierte in Hildesheim Literarisches Schreiben und lebt als Bildungsreferentin für junge Menschen und Autorin in Berlin.

 

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