Frisch gepresst

Diese literarische Veranstaltungsreihe wird seit 13 Jahren mit großem Erfolg von den Stadtbüchereien Düsseldorf und dem Literaturbüro NRW e.V. in Kooperation mit dem Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V. gemeinsam durchgeführt. Jeweils am dritten Dienstag des Monats um 18 Uhr stellen AutorInnen aus NRW oder aus NRW-Verlagen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor. Die Veranstaltungen werden moderiert von Michael Serrer.

Im Jahr 2016 sind folgende Autoren zu Gast:

19.Januar 2016: Jan Himmelfarb liest aus "Sterndeutung"

16. Februar 2016: Bernd Desinger liest aus "ZZZ - Zeltstadt Zeche Zollverein"

15. März 2016: Wolfgang Schiffer liest aus "Am Meer anderswo"

19. April 2016: Ulrich Meyer-Doerpinghaus liest aus "Am Zauberfluss"

17. Mai 2016: Christa Holtei liest aus "Das Spiel der Täuschung"

21. Juni 2016: Annette Wieners liest aus "Fuchskind"

19. Juli 2016: Bea Dieker liest aus "Vaterhaus"

16. August: Rasha Khayat liest aus „Weil wir längst woanders sind"

20. September 2016: Annegret Koerdt liest aus „Pechschwarz"

18. Oktober 2016: Jan Zweyer liest aus „Das Haus der grauen Mönche – Im Dienst der Hanse"

15. November 2016: Heinrich Detering liest aus „Zeichensprache, Zeitenwende"

6. Dezember 2016: Stan Lafleur liest aus „Rhein-Meditation"

 

Informationen zu den weiteren Terminen der Reihe folgen.

 

Veranstaltungsbeschreibungen:

19. Januar 2016: Jan Himmelfarb liest aus "Sterndeutung"

Kurz vor seinem 51. Geburtstag versucht Arthur Segal, Übersetzer und einigermaßen seriöser Autohändler, sich seiner selbst und der Geschichte seiner jüdischen Familie zu vergewissern – einer Geschichte von Liebe und Arbeit, Verfolgung und Überleben, Glück und Chuzpe. Jetzt, Anfang der 90er, fragt er sich rückblickend: Wie fühlt es sich an, wenn man den Holocaust überlebt und als Kontingentflüchtling aus der Ukraine ins Land der ehemaligen Täter immigriert? Wie ist das, wenn die eigene Tochter keine Angst davor hat, die vertraute Familienwelt zugunsten einer schönen, neuen Normalität zu verlassen? Jan Himmelfarb, der 1985 in der Ukraine geboren wurde und heute im Ruhrgebiet lebt, erzählt in seinem Debütroman Sterndeutung vom Leben mit der Erinnerung ebenso wie vom jüdischen Familienleben der Gegenwart.

16.Februar 2016: Bernd Desinger liest aus "ZZZ - Zeltstadt, Zeche, Zollverein"

Essen 2032. Die Europäische Union ist zerfallen, die Überschuldung der Großstädte hat katastrophale Ausmaße erreicht, die Kulturlandschaft liegt am Boden. Als der Mord an einem Flaschensammler die Stadt erschüttert, führen die Ermittlungen die Kommissare Milan Dragovich und Cigdem Flick auf das Gelände der Zeche Zollverein. Diese beherbergt inzwischen eine gewaltige Zeltstadt, in der tausende Alte ein kümmerliches Dasein fristen. ZZZ – Zeltstadt, Zeche, Zollverein ist die beängstigende Dystopie einer kollabierten Gesellschaft, deren Niedergang sich auch in dem Verfall ihrer Kultureinrichtungen zeigt. Bernd Desinger, geboren 1962 in Oberhausen, arbeitete lange Zeit für das Goethe-Institut und leitet seit 2009 das Filmmuseum Düsseldorf. Er veröffentlichte mehrere Romane sowie eine Auswahl seiner Rocklyrik und Gedichte.

15. März 2016: Wolfgang Schiffer liest aus "Am Meer anderswo"

Die isländische Poesie ist in ihrer Vielfältigkeit und Verschiedenheit unvergleichlich, doch eines ist all den individuellen Stimmen gemein – in ihnen weht der Atem der Insel. Und diese Brise möchte Wolfgang Schiffer mit Am Meer und anderswo auch durch die deutsche Bücherszene wehen lassen. Das Spektrum der übersetzten Gedichte und der Kurzprosa reicht von modernen isländischen Klassikern über Texte der sogenannten Atomdichter, die nach dem Zweiten Weltkrieg die traditionsgebundene Dichtkunst Islands in die Moderne führten, bis hin zu den sich von den vermeintlichen Fesseln der Versmaße und der Reimschemata befreit fühlenden Stimmen der jüngeren Gegenwart. Wolfgang Schiffer, geboren 1946, ist Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber und war viele Jahre lang leitender Hörspielredakteur beim WDR. 1991 erhielt er für seinen Beitrag zum isländischdeutschen Kulturaustausch das Ritterkreuz des Isländischen Falkenordens.

19. April 2016: Ulrich Meyer-Doerpinghaus liest aus „Am Zauberfluss“

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zieht es Dichter, Musiker und Gelehrte an den Rhein. Hat der Aufklärer und Revolutionär Georg Forster einige Jahrzehnte zuvor die Gegend noch als einförmig und ihre Städte als „melancholisch und schauderhaft“ beschimpft, so entsteht unter dem Einfluss von Friedrich Schlegel und Dorothea Veit, Franz Liszt und Marie d'Agoult, Robert und Clara Schumann ein Sehnsuchtsort, der uns bis heute in seinen Bann zieht. Ulrich Meyer-Doerpinghaus, Jahrgang 1967, promovierte am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen und ist heute Kommunikationsleiter bei der Hochschulrektorenkonferenz in Bonn. Akribisch recherchiert und mit Originalzitaten von Schlegel bis Schumann gespickt, ist Am Zauberfluss nicht nur ein Ausflug in die rheinische Geschichte, sondern bietet einen ungewohnt persönlichen Zugang zu den historischen Figuren.

17. Mai 2016: Christa Holtei liest aus „Das Spiel der Täuschung“

Düsseldorf, 1834: Wilhelm Schadow und seine Malerschüler arbeiten in der Akademie im alten Stadtschloss, Felix Mendelssohn Bartholdy leitet Chor und Orchester des Vereins für Tonkunst und Karl Immermann verhilft dem Theater zu neuem Glanz. In dieser Gesellschaft fühlt sich auch der Malerschüler Clemens Papenstiel wohl, der im Geheimen unsterblich in die reiche Kaufmannstochter Emma Hartmann verliebt ist. Auch sie ist eine begabte Malerin und wünscht sich nichts sehnlicher, als an der Akademie zu studieren, was Frauen aber verwehrt ist. Als dann der zwielichtige Louis de Boer in die Stadt kommt, vertraut Emma dem Kunsthändler nicht nur ihr Herz an. Die gebürtige Düsseldorferin Christa Holtei arbeitete lange Zeit im Bereich der mittelalterlichen englischen Literatur, Sprache, Geschichte und Kultur am Anglistischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 1994 ist sie erfolgreich als Übersetzerin und Autorin für verschiedene Verlage tätig.

21. Juni 2016: Annette Wieners liest aus „Fuchskind“

„Fuchskind“ ist der zweite Teil der erfolgreichen Krimiserie um Friedhofgärtnerin Gesine Cordes. An einem Herbsttag findet Gesine ein Baby zwischen den Gräbern. Von den Eltern weit und breit keine Spur. Es ist krank, sie gerät außer sich, denn ihr eigenes Kind ist ihr vor Jahren in den Armen gestorben. Und dann liegt auch noch eine Frauenleiche am Eingang, und Gesines Exmann kehrt überraschend zurück. Hat er etwas mit der Toten oder dem Baby zu tun? Gesine kommt der Wahrheit näher, als ihr lieb ist. Annette Wieners, geboren in Paderborn, lebt in Köln und arbeitet als Hörfunkjournalistin beim WDR. Sie hat zahlreiche Drehbücher für ARD, ZDF und WDR geschrieben. Einige Erzählungen und zwei literarische Romane sind in kleineren Verlagen erschienen. Bei Ullstein hat sie 2015 mit „Kaninchenherz“ eine Serie psychologischer Krimis begonnen.

19. Juli 2016: Bea Dieker liest aus „Vaterhaus“

Mit präziser Sorgfalt erkundet dieses Buch das Haus einer Kindheit, einer Zeit des Wachsens und Erwachens. Die Tapetenmuster, der Handlauf im Treppenhaus, die Maserung der Fußboden. Das Haus in diesem Buch erzählt von einem Kind und seinem Heranwachsen, von der Heimat, die es darin findet und wieder verliert, von der Geschäftigkeit des Vaters, seinem Wüten, von der Rastlosigkeit der Mutter, von Eskalationen und vom Schweigen, von der Werkstatt des Großvaters und wie er mit der Schleifmaschine die Zeichenstifte anspitzt, vom Birnbaum vor dem Haus, der irgendwann einem Parkplatz weicht, von einer Zeit - den Sechziger- und Siebzigerjahren - und den Versprechungen eines immer noch besseren Lebens. Bis ins kleinste Detail macht sich die Frau, die dieses Kind war, das Haus gegenwärtig, rekonstruiert es aus der Erinnerung mit präziser Sorgfalt und distanziertem Blick, um ihm und ihrer Geschichte nahe zu kommen. Und sie erkennt, dass es den Ort, den sie sucht, gar nicht gibt, so nie gegeben hat, dass das Vaterhaus in ständiger Verwandlung begriffen war und ist. Bea Dieker, geboren 1960 im Westmünsterland, Studium der Visuellen Kommunikation, lebt als Künstlerin und Schriftstellerin in Frankfurt am Main. »Vaterhaus« ist ihr erster Roman.

16. August 2016: Rasha Khayat liest ausWeil wir längst woanders sind"

Layla und Basil sind ein untrennbares Geschwisterpaar – bis Layla eine Entscheidung trifft, die alles verändert und die niemand versteht. Sie beschließt einen Mann aus der alten Heimat Saudi-
Arabien zu heiraten. Nicht aus Liebe, sondern aus Prinzip. Weil wir längst woanders sind erzählt die Geschichte von Basils Reise zur Hochzeit seiner Schwester. Sein Besuch führt ihn mitten hinein in die eigene Vergangenheit, in den liebevoll-skurrilen Kosmos der saudischen Verwandtschaft, die in seinem „deutschen Leben“ nur noch in der Erinnerung existierte. Rasha Khayat, geboren 1978 in Dortmund, wuchs in Jeddah, Saudi-Arabien, auf. Als sie elf Jahre alt war, zog ihre Familie nach Deutschland zurück. Heute lebt sie in Hamburg und arbeitet als freie Autorin, Übersetzerin und Lektorin.

20. September 2016: Annegret Koerdt liest aus „Pechschwarz"

Michael Färber, der Geschäftsführer eines Bewusstseinszentrums, wird auf einer Karnevalsveranstaltung getötet. Seine Freundin Anna entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Im Esoterik-Milieu stößt die Detektivin Ela Merckel auf Ungereimtheiten in Färbers Vergangenheit. Auch die seltsam gefühlskalte Freundin des Toten scheint etwas zu verbergen. Ein zweiter Mord geschieht und die Detektivin sieht die Zusammenhänge klar, doch dann gerät sie selbst in tödliche Gefahr. Annegret Koerdt ist gebürtige Düsseldorferin, studierte Visuelle Kommunikation und arbeitet freiberuflich als Grafik-Designerin und Konzeptionerin. Sie ist Mitglied des Syndikats, der Autorengruppe für deutschsprachige Kriminalliteratur. Mit Pechschwarz erscheint ihr dritter Kriminalroman, der in Düsseldorf spielt.

18. Oktober 2016: Jan Zweyer liest aus „Das Haus der grauen Mönche – Im Dienst der Hanse"

Anno 1506: Jorge von Linden baut sich in einem Lübecker Handelshaus eine neue Existenz auf. Doch die Zeiten sind hart: Zwischen Schweden und Dänemark herrscht Krieg und König Johann verlangt, dass die Hanse Stellung bezieht. Ausgerechnet Jorge wird bei einer Reise nach Reval Opfer einer Intrige und gerät in Gefangenschaft. Seine Jugendliebe Marlein van Enghusen geht derweil eine Zweckehe mit einem Geschäftspartner ihres Onkels ein. Doch dieser bricht bald alle Vereinbarungen. Weder für Jorge noch für Marlein scheint es eine Zukunft zu geben. Der renommierte Autor Jan Zweyer war ständiger freier Mitarbeiter für die ›Westdeutsche Allgemeine Zeitung‹, arbeitete an der Ruhr-Universität und danach in unterschiedlichen Funktionen für verschiedene Industrieunternehmen. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Herne.

15. November 2016: Heinrich Detering liest aus „Zeichensprache, Zeitenwende"

Heinrich Detering gehört zu den einflussreichsten deutschen Literaturwissenschaftlern. Er war bereits Mitglied in diversen Jurys, ist Präsident der Theodor-Storm-Gesellschaft und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Nach internationalen Lehrtätigkeiten an Universitäten in Irvine, Washington, Aarhus und Bergen hat er 2005 seinen Weg nach Göttingen gefunden, wo er bis heute als Professor für Neuere deutsche Literatur an der Georg-August-Universität lehrt. Seine Leidenschaft für Literatur geht über das rein Wissenschaftliche hinaus, Detering ist auch seit über 30 Jahren Lyriker. Zum ersten Mal wurden seine frühen Gedichte jetzt in dem Band in einem Band zusammengestellt, den er bei „Frisch gepresst“ vorstellt. Der Rimbaud Verlag feiert mit der Publikation auch sein eigenes Jubiläum: Verleger Bernhard Albers ist an diesem
Abend dabei und spricht mit Heinrich Detering und Michael Serrer,dem Leiter des Literaturbüros, über 35 Jahre Verlagsbestehen.

6. Dezember 2016: Stan Lafleur liest aus „Rhein-Meditation"

Bei „Frisch gepresst“ dreht sich bekanntlich alles um Bücher von Rhein und Ruhr. Da passt die Rhein-Meditation des Kölner Lyrikers Stan Lafleur wie angegossen. Der in der Kölner Edition „12 Farben“ erschienene Band ist eine Liebeserklärung an den Rhein, die in die Geheimnisse des Flusses eintaucht. Immer wieder bedient sich Lafleur dabei der metaphorischen Kraft des Wassers und wechselt so mühelos zwischen Ironie und mythologischer Betrachtung, dass sich die Fließbewegung des Rheins in den Gedichten fortsetzt. Stan Lafleur lebt in Köln als Autor, Blogger, Literaturveranstalter und Herausgeber. Er veröffentlichte Lyrik- und Prosabände, Hörspiele und zahlreiche Beiträge in deutschen und internationalen Zeitschriften, in Zeitungen, in TV, Radio und Internet, aktuell erweitert er fast täglich sein Hybridprojekt rheinsein im Internet.

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