Einzelveranstaltungen

Auch in diesem Jahr bieten wir zusätzlich zu unseren bewährten Lesungsreihen wieder zahlreiche literarische Einzelveranstaltungen an. Hier stellen wir Ihnen eine chronologische Auswahl von Terminen für 2016 vor:

Samstag, 30. Januar, 17.00 Uhr, im Literaturbüro NRW / Gerhart-Hauptmann-Haus
Urs Heftrich liest Josef Capek: Gedichte aus dem KZ,  Präsentation der deutsch-tschechischen Ausgabe

Josef Capek (1887-1945) ist vor allem als tschechischer Avantgardekünstler bekannt. Seit den 1930er Jahren machte er sich aber auch als politischer Karikaturist im Dienst der Demokratie einen Namen. Dass ihn dies nach Hitlers Okkupation seiner Heimat ins Gefängnis bringen musste, war ihm bewusst. Während seiner jahrelangen Inhaftierung entstand ein umfangreiches lyrisches Werk, das der Übersetzer Urs Heftrich ins Deutsche übertragen hat. Mitten in der Hölle des KZs Sachsenhausen gelang es Josef Capek, in einen lebendigen Dialog mit Persönlichkeiten wie Dante, Manrique, Hölderlin, Joyce, Rilke und den Klassikern tschechischer Literatur zu treten. Seine Lyrik zeichnet sich durch ein Traditions- und Formbewusstsein aus, wie man es bei einem so modernen Künstler nicht unbedingt erwarten würde.

Musikalische Begleitung am Flügel: Gilead Mishory
Moderation: Maren Jungclaus, Literaturbüro NRW
Unter der Schirmherrschaft von Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf


Sonntag, 31. Januar, 17.00 Uhr, im Loch e.V. in Wuppertal
Szenische Lesung: Andreas und Paul Remmel lesen Adressat unbekannt von Kathrine Kressmann Taylor

„Heil Hitler! ... Kann ich es wirklich riskieren, festgenommen zu werden und alles zu verlieren, was ich hier aufgebaut habe, weil ich einer Jüdin Unterschlupf gewähre?“ Adressat unbekannt handelt vom Ende einer Freundschaft zweier deutsch-amerikanischer Geschäftsleute zu Beginn der NS-Herrschaft. Die Zwillingsbrüder Andreas und Paul Remmel, Siegburger Buchhändler und Verleger mit jüdischen Wurzeln, werden dem fiktionalen Briefroman in einer performativen Lesung neues Leben einhauchen. Anschließend möchten wir gemeinsam mit den beiden sowie Dr. Ulrike Schrader, Michael Serrer und dem Publikum über Loyalität und Solidarität in Zeiten politischer Unruhe sprechen. Die von Norma Werbeck organisierte Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal und dem Literaturbüro NRW. Sie bildet den Abschluss der Veranstaltungsreihe „What the fuck are you staring at?! – Der affektive Sinn der dissidenten Künste“.


Dienstag, 15. März, 20.00 Uhr, im Gerhart-Hauptmann-Haus
Es war einmal in Masuren: Filmvorführung und Gespräch mit Peter Goedel zum 20. Todestag von Wolfgang Koeppen

Ortelsburg liegt dort, wo die masurische Seenplatte beginnt – eine einst ostpreußische Stadt, die heute zu Polen gehört und Szczytno heißt. Wolfgang Koeppen, einer der wichtigsten Schriftsteller der deutschen Nachkriegszeit, verbrachte hier seine Jugend. Seine selbst aufgezeichneten Erinnerungen montierte Regisseur Peter Goedel mit den Erzählungen eines 14-jährigen polnischen Jungen, den er filmisch durch Szczytno begleitete. In einem imaginären Dialog begegnen sich die beiden und der Autor erlebt die Schauplätze der Vergangenheit durch die Gegenwart des Jungen. 1990 wollte Peter Goedel gemeinsam mit Wolfgang Koeppen die Stadt besuchen, doch der Gesundheitszustand des damals 83-Jährigen ließ das nicht zu. Und so fing Goedel die Bilder ein und verband sie mit den poetischen Texten des Autors zu einem künstlerischen Gesamtwerk. Peter Goedel lebt und arbeitet in München als Autor, Regisseur und Filmproduzent.

Moderation: Winfried Halder, Leiter des Gerhard-HauptmannHauses


Informationen zu weiteren Einzelveranstaltungen in diesem Jahr finden Sie in Kürze hier.

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