Das Literaturbüro NRW schaut auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Rund 4.650 Gäste konnten wir bei den rund 100 Veranstaltungen und Kursen begrüßen. Auf die wichtigsten Projekte blicken wir hier zurück:

  1. I. Großveranstaltungen
  2. II. Literarische Reihen
  3. III. Literatur im öffentlichen Raum
  4. IV. Junges Literaturbüro NRW
  5. V. Einzelveranstaltungen
  6. VI. Weiterbildung
  7. VII. Beratung und Vernetzung

I.  GROßVERANSTALTUNGEN

1. Literarischer Salon NRW

2015 präsentierte der LiteraturRat NRW, Dachverband der literarischen Institutionen des Landes, gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW bereits zum dritten Mal in Folge den „Literarischen Salon NRW“ auf der Leipziger Buchmesse. Die Messe präsentiert Literatur aus aller Welt – da dürfen die vielfältigen literarischen Aktivitäten des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes nicht fehlen! Zahlreiche literarische Einrichtungen, AutorInnen, Zeitschriften, Festivals und Projekte stellten sich an allen vier Messetagen im Salon vor und vermittelten, im Rahmen moderierter Gespräche, Präsentationen und Lesungen, einen Eindruck von der reichen literarischen Landschaft  Nordrhein-Westfalens.

Die NRW-Förderpreisträger, Julia Trompeter und Christoph Wenzel, kamen im Gespräch mit Staatssekretär Bernd Neuendorf zu Wort. Festivals wie „Poetische Quellen“ und „Les.Art stellten sich vor. Literarische Zeitschriften und Buchpublikationen, wie die anlässlich des 25. Jubiläums der Kunststiftung NRW entstandenen Anthologien zu Lyrik und Prosa, gaben Einblicke in die vielfältige Literaturproduktion in NRW.

Zu Gast im Salon waren auch zahlreiche AutorenInnen wie Jörg Albrecht, Martin Baltscheit, Ulla Hahn, Judith Kuckart, Tilman Rammstedt, Saskia Fischer oder Oliver Uschmann. Und Hanser-Verleger Jo Lendle und Michael Serrer, der Vorsitzende des LiteraturRates NRW, sprachen über die literarische Ausbildung und die Notwendigkeit eines Literaturinstitutes für Nordrhein-Westfalen.

2. Düsseldorfer Literaturtage

Die „Düsseldorfer Literaturtage“ feierten 2015 ihren 5. Geburtstag – flankiert von dem beliebten „Bücherbummel auf der KÖ“, über den sich Bücherwürmer nun schon seit 29 Jahren freuen. Unter dem Motto und Heine-Zitat Ein neues Lied, ein besseres Lied boten die Literaturtage – organisiert vom Literaturbüro NRW in Kooperation mit dem Bücherbummel auf der Kö, dem Heinrich-Heine-Institut und dem Kulturzentrum zakk –  vom 8. bis 21. Juni Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen an. Zusätzlich bestand vom 11. bis 14. Juni beim „Bücherbummel auf der KÖ“ die Möglichkeit, an den Ständen der Buchhandlungen, Verlage und Kulturinstitutionen zu stöbern, in den Lesezelten Literatur live zu erleben und AutorInnen zu treffen.

Den Auftakt bildete wie in jedem Jahr die Verleihung des Düsseldorfer Literaturpreises der Stadtsparkasse, den dieses Mal Michael Köhlmeier für seinen Roman Zwei Herren am Strand erhielt. Der WDR präsentierte live eine Spezialausgabe der „Telefonischen Mordsberatung“, Robert Schumann und Heinrich Heine trafen musikalisch-poetisch aufeinander und im Kulturzentrum zakk nahm Sven Regener das Publikum mit auf eine Magical Mystery Tour. Die Reihe „Ortserkundungen“ präsentierte Literatur in den passenden Kulissen: Kai Weyand las im Bestattungshaus Frankenheim aus seinem Roman Applaus für Bronikowski und Ulla Lenze war mit ihrem neuen Buch Die endlose Stadt im Haus der Architekten zu Gast. Die Lesungen der Reihe „Reisebilder“ führten mit Lucy Fricke und ihrem Buch Takeshis Haut nach Japan und mit Arnon Grünberg und dem Mann, der nie krank war, in den Irak.
Im Gerhart-Hauptmann-Haus berichtete Andrej Kurkow von der Revolution in der Ukraine Mit Ursula Ackrill ging es nach Siebenbürgen und zurück in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Von den Anfängen der DDR, von Erstarrung und Enttäuschung erzählt Regina Scheer in ihrem Roman Machandel. Gedanken über den Stand der zeitgenössischen Literatur machte sich die Kritikerin Sigrid Löffler in ihrem Vortrag Politik, Globalisierung und neue Weltliteratur. Nach all diesem und vielem anderen mehr wurde die Stadt Düsseldorf ihrem Ruf als Mekka des Poetry-Slams wieder einmal gerecht, als sich am Abschlussabend im Schauspielhaus der Vorhang hob zum großen „Dead and Alive Slam“, bei dem sich lebende und tote Poeten einen fulminanten Dichterwettstreit lieferten.

3. text & talk

die NRW-Buchmesse der unabhängigen Buchverlage, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Literaturbüros NRW, der Literaturkommission für Westfalen sowie des Kulturgutes Haus Nottbeck und wird in jährlichem Wechsel vom Literaturbüro im Rheinland und vom Kulturgut Haus Nottbeck in Westfalen ausgerichtet. Am 13. September stellten sich auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde rund 40 Verlage vor. Am Samstag, 17. September 2016 wird das Literaturbüro NRW die 4. Ausgabe der „text&talk“ im NRW Forum in Düsseldorf ausrichten.

II. LITERARISCHE REIHEN

1. Europa erlesen

In der beliebten Reihe „Europa erlesen“, die das Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW veranstaltet, war im Februar der inzwischen verstorbene Schriftsteller Dante Andrea Franzetti zu Gast und las aus seinem Roman Zurück nach Rom, in dem er den Widersprüchlichkeiten und Veränderungen nachspürt, die das Rom von heute prägen. Seit Mai 2015 präsentiert das Literaturbüro NRW die Veranstaltungsreihe zusätzlich in Berlin, in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund. Als erste Autorin in Düsseldorf und Berlin zu Gast war die in Kroatien geborene Alida Bremer. Sie stellte ihren ersten Roman Olivas Garten und einen Essay über das Mittelmeer als historischen und zeitgenössischen Schauplatz von Flucht und Fluchtauswirkungen vor. In Berlin war außerdem im September Guy Helminger zu Gast, der sich in seinem Roman Neubrasilien mit einer anderen Perspektive auf Flucht und Migration beschäftigt. Im November, ebenfalls in Berlin, las Gila Lustiger aus Die Schuld der Anderen und thematisierte die wirtschaftlichen und politischen Verstrickungen der Gegenwart.

2. Literarischer Sommer

Das deutsch-niederländische Literaturfestival  „Literarischer Sommer/Literaire Zomer“  fand in diesem Jahr zum 16. Mal statt: vom 28. Juni bis zum 09. September waren an Maas und Rhein in fast 30 Lesungen deutsche und niederländische  AutorInnen mit ihren Büchern zu erleben. In Düsseldorf stellte Christiane Neudecker ihre Sommernovelle in der Stadttteilbibliothek Benrath vor, Michael Wildenhain las aus Das Lächeln der Alligatoren in der Zentralbibliothek, der persisch-niederländische Schriftsteller Kader Abdolah war im Literaturbüro mit seinem Roman Die Krähe zu Gast und im damenundherren bestritt Axel von Ernst den Düsseldorfer Teil der Ringlesung aus J.J.Voskuils Das Büro. Direktor Beerta und infizierte die Literaturfans mit der Voskuilschen Büromanie.


3. Ausgezeichnet

Auch in diesem Jahr wurden wieder die Literaturförderpreise der Stadt Düsseldorf und des Landes NRW vergeben. An drei Terminen stellten die langjährigen Kooperationspartner, das Literaturbüro NRW und die Stadtbüchereien Düsseldorf, gemeinsam Autorinnen und Autoren aus Nordrhein-Westfalen vor, die durch ihre literarischen Leistungen aktuell in besonderer Weise aufgefallen sind und dafür bereits ausgezeichnet wurden. Im Rahmen der „Werkproben“ (vgl. Punkt 11) waren 2015 Roland E. Koch und Dorian Steinhoff zu Gast. Julia Trompeter und Christoph Wenzel erhielten im Herbst 2014 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Sparte „Dichtung und Schriftstellerei“ und waren im folgenden Frühjahr 2015 in der Reihe „Ausgezeichnet“ zu erleben. Die Arbeitsstipendien der Kunststiftung NRW wurden 2015 u.a. an zwei LyrikerInnen vergeben, nämlich Sina Klein und Gerrit Wustmann, die ihre aktuellen Arbeiten ebenfalls in der Reihe vorstellten.

4. Frisch gepresst

Bereits im 16. Jahr stellen, immer am dritten Dienstag des Monats, AutorInnen aus dem Rheinland oder aus rheinischen Verlagen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor. 2015 waren zu Gast: Orkun Ertener mit Lebt, Anselm Neft mit Helden in Schnabelschuhen, Alexandra Friedmann mit Besserland, Martin Lechner und die Kleine Kassa, Jörg Albrecht mit Anarchie in Ruhstadt, Sabine Kray und der Diamanten Eddie, Stefanie Kremser mit Der Tag, an dem ich fliegen lernte, Jenny Bünnig und Der Sommer hat vier Wände, Jürgen Nendza mit Mikadogeäst und Norbert Scheuer mit Die Sprache der Vögel.

5. DüsselTrio

Die Lesereihe „DüsselTrio“ soll eine Übersicht über die Vielfalt der lokalen literarischen Produktion geben. Im August 2015 gaben in der Stadtbibliothek Wersten Wolfgang Kliege, Bernd Kortländer und Konstanze Petersmann einen Einblick in ihr literarisches und lyrisches Schaffen.

 

6. Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik

Literaturkritik im internationalen Vergleich. Länder- und kulturspezifische Rezeption von Literatur war das Thema der 5. „Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik“. Bei zwei öffentlichen Workshops wurden die unterschiedlichen internationalen Rezeptionsformen thematisiert und literaturkritische Kompetenzen vermittelt. Dozentin war die Literatur-kritikerin und Autorin Dr. Traudl Bünger, Gast der Abschlussveranstaltung war der in 30 Sprachen übersetzte Schriftsteller Saša Stanišić.

 

7. Eine Stunde mit...

In der Veranstaltungsreihe „Eine Stunde mit...“, in der sich prominente Repräsentanten des Düsseldorfer Kulturlebens vorstellen, berichteten im Jahr 2015 der Düsseldorfer Cellist Thomas Beckmann und der Gründer und Leiter des Düsseldorfer Tanz- und Musiktheaters Theater der Klänge, Prof. Jörg Udo Lensing, von ihren Instituten und Tätigkeiten.

8. Atelier NRW

Der Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff organisierte in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin und dem Literaturbüro NRW das „Atelier NRW“. Die Textwerkstatt ermöglichte acht Autorinnen und Autoren aus Nordrhein-Westfalen, an drei Wochenenden intensiv mit Kolleginnen und Kollegen an eigenen Prosatexten zu arbeiten. Die Ergebnisse wurden anschließend im Rahmen eines langen öffentlichen Literaturabends im  Haus der Universität vorgestellt. Das „Atelier NRW“ wurde gefördert von der Kunststiftung NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

9. Dinge, die wir zu sagen hätten – Werkproben

Zahlreiche Veranstalter in NRW tun ihr Allerbestes, um AutorInnen, deren Texte und Literaturfreunde zusammenzubringen. Die Kultursekretariate in Wuppertal und in Gütersloh haben mit den „Werkproben ein Programm aufgelegt, das diese Wege weiter ebnet: Im Zweijahresturnus werden von einer Jury herausragende NRW-AutorInnen verschiedener Sparten ausgewählt, die von Veranstaltern zu Sonderkonditionen eingeladen werden können. Das Literaturbüro NRW hat im Herbst 2015 in Kooperation mit verschiedenen Partnern eine kleine Reihe organisiert, die das Werkproben-Programm und einige der geförderten AutorInnen in verschiedenen Städten vorstellt: Zu erleben waren in Bonn, Düsseldorf, Köln, Krefeld und Wuppertal Dorian Steinhoff, Christoph Schmitz, Julia Trompeter, Theresa Hahl und Jan Philipp Zymny.

10. Wortwelt

Die Reihe „Wortwelt“ möchte literarisch einen Einblick in Länder eröffnen, aus denen oft einseitig oder wenig berichtet wird. Im Fokus steht das moderierte Gespräch zwischen den Autoren, einem sehr guten Kenner des Landes und dem Publikum. Am 17. Juni war die Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel mit Ausgerechnet Kabul! 13 Geschichten vom Leben im Krieg zu Gast und erzählte sehr persönliche, teils hoffnungsvolle, teils verzweifelte Geschichten von Menschen, denen sie während ihres Lebens in der afghanischen Stadt begegnete. Beim zweiten Termin der Reihe stellte die britische Autorin Xiaolu Guo mit Ich bin China ihren, wie sie es selbst bezeichnet, Abschiedsbrief an ihr Herkunftsland vor. Anhand fiktiver Liebesbriefe zeigte sie, wie junge Künstler in einer von Staatsautorität und Zensur geprägten Gesellschaft gefangen sind zwischen Anpassung und Widerstand, Kampf und Flucht.

11. Gastland Indonesien

Auch 2015 organisierte das Literaturbüro gemeinsam mit dem Heinrich-Heine-Institut und der Zentralbibliothek eine Schwerpunktreihe zum Gastland der Frankfurter Buchmesse. Das Angebot rund um indonesische Literatur reichte von einer Lesung aus dem 1937 von Vicky Baum veröffentlichten Buch Liebe und Tod auf Bali über den Roman Alle Farben rot der bekannten indonesischen Essayistin, Lyrikerin und Journalistin Laksmi Pamuntjak bis hin zu einer Lyriklesung mit Afrizal Malna, einem der profiliertesten indonesischen Lyriker der Gegenwart.

12. Reisebilder

Bücher sind der Treibstoff für eine Reise im Kopf und auch in diesem Jahr war der Tank gut gefüllt, um Reisen durch Europa und die Welt zu unternehmen. Lucy Fricke führte das Publikum mit Takeshis Haut nach Japan und in die Zeit unmittelbar nach der Reaktor-katastrophe in Fukushima. In Arnon Grünbergs Roman Der Mann, der nie krank war reist ein junger Architekt voller Hoffnungen auf eine glänzende Zukunft in den Irak und Oliver Maria Schmitt suchte in Ich bin dann mal Ertogul mit vollem Körpereinsatz und ohne Rücksicht auf Verluste Grenzerfahrungen in der fernsten Fremde wie im heimischen ICE. Wie in jedem Jahr lasen Mitglieder des Düsseldorfer Schauspielhauses zu Beginn jeweils einen einleitenden Text Heinrich Heines, der mit seinen Reisebildern Namensgeber der Reihe ist.

13. Romantik & Revolution

Unter dem Titel der in diesem Jahr neu eröffneten Heine-Ausstellung „Romantik und Revolution“ im Heinrich-Heine-Institut organisierte das Literaturbüro für das Jahresende 2015/den Jahresbeginn 2016 gemeinsam mit dem Heine-Institut, dem Institut Français und dem Polnischen Institut eine neue Lesereihe, in der mit Blick auf Heine danach gefragt wird, was Romantik und Revolution in der heutigen Literatur Deutschlands, Frankreichs und Polens bedeutet. Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion am 05. Dezember 2015, es folgten im Frühjahr 2016 sehr unterschiedliche Veranstaltungen rund um das Thema. Im Literaturbüro stellte Shida Bazyar am 17. Februar ihren Roman Nachts ist es leise in Teheran vor.

III. LITERATUR IM ÖFFENTLICHEN RAUM

Offene Bücherschränke

Bereits fünf Offene Bücherschränke stehen aktuell im Düsseldorfer Stadtgebiet und bieten Lesefreunden jeden Tag, 24 Stunden lang, Gelegenheit zum Stöbern und Entdecken, Geben und Nehmen. In den nächsten Jahren sollen in verschiedenen Stadtbezirken weitere Offene Bücherschränke hinzukommen.

IV.  JUNGES LITERATURBÜRO NRW

1. Klasse(n)buch

Erneut bot das Literaturbüro NRW Düsseldorfer Schulklassen die Teilnahme an Literatur-projekten an, um bei den SchülerInnen der Stufen 2-13 durch Lesung, Gespräch, Schreib-aufträge und Überarbeitung der eigenen Texte Interesse an Literatur zu wecken. Von Das verfilzt-verflixte ABC über Kopfüber-Landunter und Abenteuer Schrift bis hin zu Lyrik & Poetry Slam waren verschiedene Themen vertreten. Acht Projekte, geleitet von AutorInnen, die mit Mitteln des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf finanziert wurden, fanden in Grundschulen und verschiedenen weiterführenden Schulen statt.

2. kopfweide. Junge Literaturtage
Die „kopfweide. junge literaturtage“ feierten 2015 unter dem Motto Worte statt Torte ein Jubiläum: bereits zum zehnten Mal trafen sich junge Schreibtalente vor und in den Herbstferien zu Workshops, Lesungen und Gesprächen. Veranstaltungsort war wieder Schloss Benrath mit seinen besonderen Innenräumen und Gärten. Bei der Lesung für Schulklassen war die Autorin Que Du Luu mit ihrem Roman Vielleicht will ich alles dabei und stand interessierten Schülern nach der Lesung und gemeinsamen Schreibübungen für Fragen rund um den Schreibprozess zur Verfügung. In den Ferien-Workshops konnten die 8- bis 17-jährigen TeilnehmerInnen andere Buchbegeisterte kennenlernen, Geschichten und Gedichte schreiben und Comics zeichnen. Geleitet wurden die dreitägigen Workshops von den AutorInnen Pia Helfferich, Ulf K., Tanya Lieske, Sascha Pranschke und Dorian Steinhoff. Außerdem begeisterten Slampoetin Theresa Hahl mit einer Lyriklesung und die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Isabel Abedi mit einer Lola-Lesung und anregenden Publikumsgesprächen die Gäste im voll besetzten Festsaal. Am 7.10. präsentierten die WorkshopteilnehmerInnen ihre Texte und ließen unter dem variierten Motto Torte & Worte mit Eltern, AutorInnen und Förderern die drei „Schlosstage“ festlich ausklingen.
Am 24.10. folgte das Japanische Buchbinden Nadine Adrian und Gudrun Linde in der Schlossbücherei. Es entstanden schöne Erinnerungsbücher mit Texten, Illustrationen und Comics aus allen fünf Workshops und mit einem Cover von Zeichner Ulf K.

3. SchreibLand NRW

Der Verband der Bibliotheken des Landes NRW (vbnw) und das Literaturbüro NRW haben die Initiative „SchreibLand NRW“ ins Leben gerufen, um Kinder und Jugendliche, die gerne schreiben und sich künstlerisch mit Sprache beschäftigen, zum einen durch mehr Angebote zu fördern und zum anderen, um die existierenden Angebote übersichtlicher darzustellen. Das Projekt „SchreibLand NRW“ steht auf zwei Säulen – der Internetplattform www.schreibland-nrw.de mit Schreibangeboten aus ganz NRW sowie einer Workshop-Reihe, die im Herbst 2015 bereits in die zweite Runde geht. Der Gedanke hinter diesen Workshops ist, Autorinnen und Autoren mit schreibwilligem Nachwuchs in öffentlichen Bibliotheken zusammenzubringen. Das „SchreibLand NRW“ und die Workshop-Reihe werden finanziert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes und vom vbnw.


V. EINZELVERANSTALTUNGEN

Neben den bewährten Reihen bot das Literaturbüro auch 2015 verschiedene Einzel-veranstaltungen, zum Teil im Rahmen von Kooperationen, an:

1. Peter Philipp – „Hintenlinks in den Binsen“

2014 verstarb der Düsseldorfer Lyriker und Texter der a-capella-Band Waschkraft mit nur 43 Jahren. Im Rahmen einer Erinnerungsmatinee an den fröhlichen Menschen und begabten Autor wurde im Düsseldorfer Kom(m)ödchen ein posthum erschienener Gedichtband vorgestellt, den Grupello-Verleger Bruno Kehrein noch gemeinsam mit dem Autor zusammengestellt hat.

2. Klas Ewert Everwyn – „Der Opfergang des Polizisten Franz Jürgens“

Zu Ehren von Klas Ewert Everwyns 85. Geburtstag präsentierte das Literaturbüro NRW das neue Buch des angesehenen rheinischen Autors. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Goethe-Museum und der Edition Virgines realisiert.

3. Lesung mit Ronny Someck und Frank Schablewski

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage war der Lyriker Ronny Someck gemeinsam mit seinem Düsseldorfer Kollegen und Übersetzer Frank Schablewski zu Gast im Literaturbüro. Beide arbeiten seit Jahren intensiv zusammen und lasen an diesem Abend aus hebräischen und deutschen Texten.

4. Nacht der Museen: Lesung im Landtag NRW mit Wolfgang Frings und Dorian Steinhoff

In der Nacht der Museen öffnete die Bibliothek des Landtags NRW ihre Türen für zwei Lesungen. Der ehemalige WDR-Fernsehredakteur Wolfgang Frings las aus seinem, auf den wahren Begebenheiten des Henkel-Betrugsfalls beruhenden, Roman Nie wieder arm. Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff stellte seinen Erzählungsband Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern vor.

5. „Krieg dem Kriege“ – Worte gegen die Gewalt von Tucholsky & Co.; ein literarischer Abend mit Andreas Bialas, MdL

Zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges zeigte das Gerhart-Hauptmann-Haus Fotos von Jewgeni Chaldej (1917-1997), der 1941-45 Kriegsberichterstatter in der Roten Armee war. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung trug Andreas Bialas (Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion) Texte gegen Krieg und Gewalt u.a. von Kurt Tucholsky, Paul Celan und Erich Kästner vor. Die Veranstaltung des Gerhart-Hauptmann-Hauses wurde in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW organisiert.

6. Regina Ray und "Das Mottenprinzip"

Die Düsseldorfer Autorin Regina Ray stellte im Literaturbüro ihren Roman Das Mottenprinzip vor, in dem sie sich mit den Riten, Gebräuchen und Konflikten indischer Stammesgruppen auseinander setzt.

VI. WEITERBILDUNG

Im Rahmen des Weiterbildungsprogrammes für AutorInnen, das von den vier nordrhein-westfälschen Literaturbüros gemeinsam organisiert wird, hat das Literaturbüro NRW wieder zwei Seminare realisiert:

Im zweitägigen Workshop Die Arbeit am eigenen Text arbeitete Lektor Lars Claßen gemeinsam mit den Teilnehmern an ihren eingereichten Texten.

Am 7. und 8. November lernten die TeilnehmerInnen Autobiographisches Schreiben – anders von Autor und Referent Wolfgang Cziesla, der ihnen verschiedene Methoden, Gattungen und formale Experimente für das Erzählen ihrer Biographien näher brachte.

VII. Beratung und Vernetzung

Darüber hinaus war das Literaturbüro NRW auch weiterhin in der BERATUNG und VERNETZUNG von AutorInnen, LehrerInnen und VeranstalterInnen tätig.

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