Literarischer Sommer

Das deutsch-niederländische Literaturfestival mit Veranstaltungen in zehn Städten an Rhein und Maas findet im Juli/August 2015 statt. Natürlich ist auch das Literaturbüro in Düsseldorf wieder dabei!

In Düsseldorf können Sie diese Veranstaltungen erleben:

Christiane Neudecker, Sommernovelle
Donnerstag, 2. Juli, 19.30 Uhr
Stadtteilbibliothek  Benrath
Urdenbacher Allee 6, 40593 Düsseldorf
Eintritt frei
„Es gibt diese Sommer nur in der Kindheit oder in der Jugend. Oder im Übergang vom einen zum anderen“. So beginnt die „Sommernovelle“ der Berliner Schriftstellerin Christiane Neudecker über einen Sommer, den die Protagonisten des Buches nie vergessen werden.
Pfingsten 1989: Es ist die Zeit kurz vor der Wende, Deutschland liegt noch im Schatten der Wolke von Tschernobyl und jedes Gewitter bringt sauren Regen. Die beiden Freundinnen Lotte und Panda sind sich einig: Sie wollen handeln. Gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Rentnern und Studenten leisten sie ökologischen Dienst in einer skurrilen Vogelstation. Da ist etwa Hiller, der vogelbesessene Pensionär, der Panda in sein Herz schließt und ihr beibringt, das Meer zu deuten und den Himmel zu lesen, während Lotte sich dem attraktiven Julian annähert, der sie für erwachsener hält, als sie tatsächlich ist.
Langsam fügen sich die Eigenheiten der Station zu einem ganz neuen und unerwarteten Bild zusammen. Und den Mädchen stellt sich die Frage, wie viel Idealismus man sich als Erwachsener eigentlich bewahren kann und was geschieht, wenn man sich mitten in der Lebenslüge eines anderen Menschen befindet.

Michael Wildenhain, Das Lächeln der Alligatoren
Mittwoch, 8. Juli, 20.00 Uhr
Zentralbibliothek
Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf
Eintritt frei

Mit seiner Mutter verbringt Matthias die Sommerferien auf Sylt. Doch es ist keine Sommeridylle, die er dort erlebt, denn sie besuchen den jüngeren Bruder, der seit einem von Matthias verursachten Sturz geistig behindert in einem Heim lebt. Der Vater hat die Familie verlassen, die Mutter wurde depressiv. Einziger Lichtblick ist Marta, die – deutlich ältere – Erzieherin des Bruders, in die Matthias sich verliebt. Als die beiden sich Jahre später als Studenten in Berlin wiedertreffen, kommt es zu einer Annäherung und Marta bringt ihn mit ihren Freunden zusammen, die einer politisch-radikalen Gruppe angehören. Trotz aller Zweifel schließt er sich mehr und mehr deren Absichten und Überzeugungen an – die sich nicht zuletzt gegen seine eigene Familie richten. Erst als es zu spät ist, durchschaut er Martas Absichten.
Michael Wildenhain, der den Linksextremismus selbst in der Kreuzberger Hausbesetzer-Szene kennengelernt hat, verwebt die Motive von Terror, Gewalt und Verstrickung in die deutsche Geschichte zu einem hochspannenden Roman, der in diesem Jahr zu Recht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde.

Kader Abdolah, Die Krähe
Lesung des deutschen Textes und Übersetzung: Gregor Seferens
Donnerstag, 16. Juli, 19.30 Uhr
Literaturbüro NRW
Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf
Eintritt: 8,-/6,- € oder Festivalkarte Literarischer Sommer
»Die Krähe ist eine Zeugin. Sie hat alles gesehen, was im vergangenen Jahrhundert in Amsterdam geschah.«

Schon als Kind träumt Refiq Foad davon, Schriftsteller zu werden und bald veröffentlicht er in seiner Heimat Iran erste Erzählungen, die ganz von orientalischen und westlichen Vorbildern geprägt sind. Die iranische Revolution zwingt ihn zur Flucht. Im niederländischen Exil begreift er schnell, dass er hier nur durch das Erlernen der Sprache eine neue Heimat findet. Kinderbücher, Gedichte und Romane werden zu seinen Schulbüchern, die er, von einer Krähe beobachtet, unter einem Kastanienbaum liest. Mit einem Kaffeeladen baut er sich eine neue Existenz auf und schafft es auch, seine Familie nachholen zu können. Doch von neuem träumt er davon, als Schriftsteller erfolgreich zu sein - und nur die Krähe weiß von seinem größten Traum, irgendwann von der niederländischen Königin die Worte zu hören: »Ich habe Ihr Buch gelesen.«
Die Krähe steht in der kurdischen Mythologie für die Erinnerung, und der persisch-niederländische Schriftsteller Kader Abdolah, der 1988 aus politischen Gründen aus dem Iran in die Niederlande floh, hat nicht nur eine wunderschöne und hochaktuelle Erzählung, sondern auch einen sehr persönlichen Text geschaffen.
Übersetzung am abend und Lesung des deutschen Textes: Gregor Seferens

J.J. Voskuil: Das Büro. Direktor Beerta
Freitag, 28. August, 20.00 Uhr
Düsseldorf, damenundherren e.v.
Oberbilker Allee 35, 40215 Düsseldorf

Lesung mit Axel von Ernst
Der Eintritt zu dieser Lesung ist frei
Auf 845 Seiten dokumentierte der Niederländische Schriftsteller J.J. Voskuil in dem Buch „Das Büro. Direktor Beerta“ Alltag – und schlimmer noch: Büroalltag. Und das ist nur der erste von sieben Bänden, die nun nach und nach auch in Deutschland erscheinen. Ist dies schon erstaunlich genug, so reibt man sich die Augen angesichts der Tatsache, dass das Mammutwerk in der niederländischen Heimat eine wahre Büromanie auslöste mit Fanklubs, langen Schlangen im Morgengrauen vor den Buchhandlungen und Reiseführern zum Buch. Was fasziniert unsere Nachbarn so an dem Arbeitsalltag in einem volkskundlichen Büro mit ergebnislosen Sitzungen, nutzlosen Dienstreisen, feuchtfröhlichen Kongressen und mit Direktor Beerta, der es versteht, immer neue Projekte und Stellen an Land zu ziehen - deren Sinn allerdings nicht ganz einleuchtend wird.

Mit einer Ringlesung versucht der Literarische Sommer, diesem Phänomen auf den Grund zu kommen – Achtung: Suchtgefahr nicht ausgeschlossen!

Alle Termine des Literarischen Sommers/Literaire Zomer und die Möglichkeit zur Kartenreservierung finden Sie hier:
WWW.LITERARISCHER-SOMMER.EU

 

 


 

 

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