Frisch gepresst

Diese literarische Veranstaltungsreihe wird seit 13 Jahren mit großem Erfolg von den Stadtbüchereien Düsseldorf und dem Literaturbüro NRW e.V. gemeinsam durchgeführt. Jeweils am dritten Dienstag des Monats um 18 Uhr stellen AutorInnen aus NRW oder aus NRW-Verlagen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor. Die Veranstaltungen werden moderiert von Michael Serrer.

Im Jahr 2015 waren und sind folgende Autoren zu Gast:

20. Januar 2015: Orkun Ertener liest aus "Lebt"

24. Februar 2015: Anselm Neft liest aus "Helden in Schnabelschuhen"

17. März 2015: Alexandra Friedmann liest aus "Besserland"

21. April 2015: Martin Lechner liest aus "Kleine Kassa"

19. Mai 2015: Jörg Albrecht liest aus "Anarchie in Ruhrstadt"

16. Juni 2015: Sabine Kray liest aus "Diamanten Eddie"

18. August 2015: Stefanie Kremser liest aus "Der Tag, an dem ich fliegen lernte"

08. September 2015: Jürgen Nendza liest aus "Mikadogeäst"

20. Oktober 2015: Jenny Bünnig liest aus "Der Sommer hat vier Wände"

17. November 2015: Norbert Scheuer liest aus "Die Sprache der Vögel"

 

Veranstaltungsbeschreibungen:

20. Januar 2015: Orkun Ertener liest aus "Lebt"

Während der Arbeit an der Autobiographie der prominenten Schauspielerin Anna Roth wird Ghostwriter Can Evinman auf schockierende Weise mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontiert: Seine Eltern, die bei einem Unfall ums Leben kamen und ihn als achtjähriges Kind zurückließen, scheinen in Wahrheit einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein. Gemeinsam versuchen Can und Anna herauszufinden, was wirklich passiert ist, und stoßen in Thessaloniki auf ein einzigartiges Kapitel der jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert, das eng mit dem Schicksal ihrer beider Familien verknüpft ist. Doch jemand scheint großes Interesse daran zu haben, dass die Wahrheit im Verborgenen bleibt. Und schreckt vor nichts zurück. Auch nicht vor Mord …

Orkun Ertener arbeitet seit 1994 als Autor vorwiegend fürs Fernsehen und wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis für »KDD – Kriminaldauerdienst«. Der Autor lebt mit seiner Familie in Köln.

24. Februar 2015: Anselm Neft liest aus "Helden in Schnabelschuhen"

Max und Katja haben gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen und wissen viel, nur nicht, was sie nun machen sollen. Als Katjas Cousin den beiden vorschlägt, mit der Mittelalterband "Kobold" auf Tour zu gehen, sagen sie zu. Die sommerliche Deutschlandtour wird nach anfänglichem Chaos zu einem vollen Erfolg, doch zwischen dem übergewichtigen Max und Katja stimmt bald gar nichts mehr, ihre Beziehung wird täglich komplizierter.

Anselm Neft, geboren 1973 in Bad Godesberg, studierte Vergleichende Religionswissenschaften, Volkskunde, Vor- und Frühgeschichte und Philosophie. Anschließend zog er zwei Jahre mit der Mittelalterband "Schelmish" durch Deutschland. 2007 war er Final-Teilnehmer des Open Mike, im Frühjahr 2011 war er Stipendiat im Künstlerdorf Schöppingen. Er lebt und arbeitet als Autor in Bonn.

17. März 2015: Alexandra Friedmann liest aus "Besserland"

In ihrem Roman schildert Alexandra Friedmann die Reise der Familie Friedmann von Weißrussland nach Westen und zeigt uns Europa von einer verblüffenden Seite. Als Cousin Mischa Goldstein zu seiner Tante Raja nach Brooklyn ausreist, setzt sich eine Lawine in Gang, und die Friedmanns werden von der Auswanderbegeisterung angesteckt. Am Ende brechen auch sie nach Westen auf, und wir lernen unterwegs eine ganze Reihe skurriler Typen kennen.

Alexandra Friedmann, geboren 1984 in Gomel, Weißrussland, kam 1989 über Umwege mit ihrer Familie nach Krefeld. Nach ihrem Abitur verbrachte sie acht Jahre in Paris, wo sie Literatur und Journalismus studierte. Alexandra Friedmann lebt mit Mann und Tochter in Berlin. „Besserland“ ist ihr erster Roman.

21. April 2015: Martin Lechner liest aus "Kleine Kassa"

Der Schlaueste ist Lehrling Georg Röhrs nicht. Doch er hat einen Traum: Liftboy in einem Hotel am Meer will er werden, mit seiner verschwundenen Jugendliebe Marlies den Nachtzug nehmen und aus der heimatlichen Enge fliehen. Als Georg über eine Leiche stolpert und unbeabsichtigt den Schwarzgeldkoffer seines Meisters entwendet, überstürzen sich die Ereignisse: An einem einzigen Wochenende verliert er Wohnung, Arbeit, Eltern, Freunde, Geld, Liebe und vielleicht ein Stückchen seines Verstandes – und doch steht am Ende dieser halsbrecherischen Jagd eine neue, ungeahnte Freiheit…

Martin Lechner, 1974 in Düsseldorf geboren, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft. Mit seinem Romandebüt „Kleine Kassa“ ist Lechner gelungen, die Provinzkomödie mit literarischer Virtuosität zu verbinden. Er lebt und schreibt in Berlin.

19. Mai 2015: Jörg Albrecht liest aus "Anarchie in Ruhrstadt"

August 2015: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verkündet den Rückzug aus der Mitte ihres Landes. György Albertz, Schriftsteller und aus dem Exil zurückgekehrt, übernimmt mit einigen Gleichgesinnten das Ruder: Aus dreiundfünfzig Städten wird eine einzige Stadt: Ruhrstadt. September 2044: Julieta und Rick suchen einander in Ruhrstadt; getrennt taumeln sie durch eine gelebte Freakshow, von Camp Lintfort über Trans Town und durch Dschungelburg, immer dem Goldschatz von Unna hinterher! Bis sich vor ihren Augen die Utopie als Illusion entpuppt und die Welle mit ihnen zurückschlägt: It’s capitalism, stupid!

Jörg Albrecht, geboren 1981 in Bonn, lebt heute in Berlin. Er studierte Komparatistik, Geschichte, Literatur­ und Theaterwissenschaft in Wien und Bochum. Neben seinen Romanen veröffentlichte er zahlreiche Hörspiele und Theaterstücke. Mit seinem Roman „Anarchie in Ruhrstadt“ rauscht er durch eine Landschaft, die wir heute - noch - das »Ruhrgebiet«

16. Juni 2015: Sabine Kray liest aus "Diamanten Eddie"

Sie nennen ihn „Diamanten Eddie“, Juwelen und Pelze sind sein Spezialgebiet. Charmant und stets elegant gekleidet, ist Edward Kray gern gesehen an den Spieltischen und Theken der Stadt. Er reist quer durch Europa, macht keine Pläne, spart nichts – ein Leben im Jetzt. Doch in seinen Träumen türmen sich die Bilder der Vergangenheit auf. Mit fünfzehn Jahren verlor er seine Familie bei einem Bombenangriff und wurde  als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Er blieb auch nach 1945 in Deutschland und lernte in Düsseldorf die lebenshungrige Marianne kennen. Mit ihr presst er der Nachkriegszeit alle Chancen ab und wird zum erfolgreichen Dieb.

Sabine Kray wurde 1984 in Göttingen geboren. Sie studierte  Amerikanistik und lebt heute  in Berlin, wo sie als Autorin und Übersetzerin arbeitet. Mit ihrem Romandebüt „Diamanten Eddie“, das die Lebensgeschichte ihres Großvaters Edward Kray erzählt, ist ihr ein beeindruckendes literarisches Denkmal gelungen.

18. August 2015: Stefanie Kremser liest aus "Der Tag, an dem ich fliegen lernte"

In ihrem dritten Roman “Der Tag, an dem ich fliegen lernte” erzählt Stefanie Kremser die Geschichten des mutterlosen Mädchens Luisa. Nur Minuten nach Luisas Geburt lässt ihre Mutter, die brasilianische Doktorandin Aza, sie vom Balkon des Krankenhauses fallen und verschwindet spurlos. Der Brite Fergus fängt sie und wird zum Lebensretter. Luisas Vater, selbst noch Student, nimmt sowohl seine Tochter wie auch deren Schutzengel mit in seine Wohngemeinschaft. Erst viele Jahre später macht sich Luisa mit ihrem Vater auf, um Azas Beweggründen auf die Spur zu kommen. Die Reise führt zunächst nach Hinterdingen, einem kleinen bayerischen Dorf, dann weiter nach Brasilien, wo ein Teil der Familie 1893 ein neues Leben begann.

Stefanie Kremser, 1967 in Düsseldorf geboren, wuchs in einem deutschbolivianischen Elternhaus in São Paulo, Brasilien, auf. Im Alter von 20 Jahren zog sie nach Deutschland und studierte Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Sie lebt in Barcelona und Frankfurt.


8. September 2015: Jürgen Nendza liest aus "Mikadogeäst"

Mit dem Sammelband Mikadogeäst gibt der Lyriker Jürgen Nendza Einblicke in 20 Jahre seiner dichterischen Arbeit.
Das Spektrum reicht von Gedichten aus lang vergriffenen Gedichtbänden wie Finistère bis hin zu Beispielen aus seinem neuesten Buch Apfel und Amsel. In acht Kapiteln klingen Themen und Motive an, die – über die Jahrzehnte hinweg – sein Werk prägen und in denen sich immer wieder zeigt, mit wie viel künstlerischem Feingefühl der Lyriker Wahrnehmungsgewohnheiten aufbricht und sich an den Rändern des Realen entlangtastet.

Jürgen Nendza, 1957 in Essen geboren, studierte und promovierte in Aachen, wo er heute lebt. Neben Lyrik und Prosa verfasst er Features, Hörspiele und Radioerzählungen für Kinder und ist als Herausgeber tätig. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet.


20. Oktober 2015: Jenny Bünnig liest aus "Der Sommer hat vier Wände"

Manche Geschichten scheinen so zart, dass wir beim Umblättern die Seiten nur vorsichtig berühren möchten. Der Sommer hat vier Wände beginnt als eine solche. Wir erleben den eiskalten Winter 1966 durch die Augen der 12-jährigen Freddi und staunen, wie sie sich ihre Welt erschließt und, von Traurigkeit umgeben, humorvolle Märchen erfindet. Doch dann zieht, um Freddis depressive Mutter zu unterstützen, Tante Noelle ein und mit ihr Disziplin. Tante und Nichte, so verschieden  sie sind, müssen sich arrangieren, um die Kälte zu vertreiben.  Als sie tatsächlich den „Sommer“ einfangen und sogar argwöhnische Nachbarn in die selbstgebastelte Sauna locken, lachen wir erleichtert auf und möchten Jenny Bünnigs nun nicht mehr so fragil wirkenden Roman am liebsten selbst im Schwitzhaus weiterlesen.

Die 1984 geborene Jenny Bünnig hat Literaturwissenschaften studiert und arbeitet als Wissenschaftsredakteurin an der Universität Duisburg-Essen. Ihr Romandebüt "Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht" erschien im Frühjahr 2014.


17. November 2015: Norbert Scheuer liest aus "Die Sprache der Vögel"

Paul Arimond kommt 2003 als Sanitäter der Bundeswehr nach Afghanistan –  ein Land, das sein Ururgroßvater einst auf der Suche nach der Universalsprache der Vögel bereist hatte. Paul hingegen ist auf der Flucht vor Schuldgefühlen, die sein altes Leben in der Eifel hinterlassen hat, doch auch er liebt es, Vögel zu beobachten und Aufzeichnungen über sie zu machen. Sie scheinen nach einer anderen Ordnung und mit anderen Freiheiten zu leben. Inmitten einer zunehmenden Bedrohungslage beginnt Paul unberechenbar und anarchisch zu handeln. Norbert Scheuers Roman führt mitten ins Herz der Verstrickungen, aus denen das rätselhafte, fragile Leben seiner Figuren besteht.

Norbert Scheuer, geboren 1951, veröffentlicht Romane, Erzählungen und Gedichte. Scheuer hielt Poetikvorlesungen an den Universitäten Duisburg-Essen  und Bonn. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise, zuletzt 2010 den d.lit.-Literaturpreis und den Rheinischen Literaturpreis Siegburg.

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