Europa erlesen

In Zusammenarbeit mit dem Europaministerium des Landes NRW führen wir diese erfolgreiche Reihe durch, in der renommierte europäische AutorInnen in der Staatskanzlei des Landes NRW im Düsseldorfer Stadttor auftreten. Sie lesen aus ihren aktuellen Werken und diskutieren über zentrale europäische Fragen. Ab Mai 2015 präsentieren wir unsere Reihe zusätzlich in Berlin, in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund. Die Autorengespräche und anschließende Diskussionsrunden moderiert Michael Serrer.

 

10. Februar 2015: Dante Andrea Franzetti

Im Februar durften wir bereits Dante Andrea Franzetti zum diesjährigen "Europa Erlesen"- Auftakt begrüßen. Als Sohn einer Schweizer Mutter und eines italienischen Vater wuchs Franzetti zweisprachig auf. Nach seinem Studium der Germanistik, Romanistik und Soziologie an der Universität Zürich arbeitete er als Lehrer für Italienisch und als Journalist für das Schweizer Radio DRS. Für seine Werke wurde der Autor mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis. Franzetti lebt in der Nähe von Genua.

An diesem Abend präsentierte der Schriftsteller seinen Roman „Zurück nach Rom“. Darin spürt er den Widersprüchlichkeiten und Veränderungen nach, die das Rom von heute prägen. Die Stadt ist schnell, das römische Lächeln verbissen, Gelassenheit ist Pünktlichkeit gewichen. Faschisten, Papisten, Renegaten sind hier zu Hause, sonntags brüllt der Fußball aus einer Million Fernsehern. Franzetti zeichnet das Bild eines so farblosen wie bunten, gleichermaßen abstoßenden wie anziehenden Rom – Stadtliteratur der besonderen Art.

 

12. und 13. Mai 2015: Alida Bremer

Am 12. Mai in Düsseldorf und am 13. Mai in Berlin (Veranstaltungsdetails siehe Termine Mai) setzten wir die "Europa Erlesen"- Reihe mit der 1959 in Kroatien geborenen Schriftstellerin und Übersetzerin Alida Bremer fort. Sie studierte in Belgrad, Rom, Saarbrücken und Münster. Alida Bremer leitete u.a. das Projekt „Kroatien Kreativ 2013“ anlässlich des Beitritts Kroatiens in die EU. Für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Betreuung von Kriegsflüchtlingen aus Bosnien und Herzegowina wurde sie mit der Ehrennadel der Stadt Münster und für Verdienste um die kroatische Kultur mit dem Staatsorden der Republik Kroatien ausgezeichnet.

In ihrem ersten Roman Olivas Garten erfährt die seit langem in Deutschland lebende Erzählerin, dass sie einen Olivenhain im kroatischen Vodice geerbt hat. Wohlwissend, dass ihr eine waghalsige Don Quichotterie gegen die südländische Bürokratie bevorsteht, taucht sie ein in die Geschichte ihrer Familie – und die grausamen Auseinandersetzungen eines blutigen Jahrhunderts.

 

14. September 2015, Berlin: Guy Helminger

Im September begrüßen wir in Berlin den in Luxemburg geborenen Guy Helminger. Der Autor wirkte in literarischen Projekten in Indien und im Iran mit und lebte für ein Jahr als author in residence im Jemen. Seit 2010 moderiert er die Sendung Kultur bei RTL Luxemburg sowie den Literarischen Salon in Köln. Bereits seit 1986 veröffentlicht er Lyrik, Prosa und Hörspiele.

In seinem Roman Neubrasilien skizziert Helminger die Hoffnungen von Menschen auf eine glückliche Zukunft in der Fremde und behandelt damit ein ebenso zeitloses wie hochaktuelles Thema. 1828 ist die Bauerntochter Josette der schlechten Lebensbedingungen in ihrem Land überdrüssig und bricht gemeinsam mit anderen Luxemburgern auf nach Brasilien. Sie lassen alles zurück, denn in Brasilien soll es fruchtbares Land und Arbeit für alle geben. Doch die Ausreise wird wider Erwarten zur Rundreise und sie sehen sich gezwungen, unweit ihrer Heimat ohne jeglichen Besitz eine neue Siedlung zu gründen. 170 Jahre später, das Millennium steht kurz bevor, flieht das Mädchen Tiha mit anderen montenegrinischen Flüchtlingen nach Luxemburg – auch ihre Hoffnungen erfüllen sich nicht. Eines müssen sie alle akzeptieren: "Brasilien ist jeden Tag woanders".

 

23. November 2015, Berlin: Gila Lustiger

In Zusammenarbeit mit dem Europaministerium NRW präsentieren wir in Berlin unsere erfolgreiche Reihe „Europa Erlesen“, in der renommierte AutorInnen lesen und zentrale europäische Fragen diskutieren. Dieses Mal ist Gila Lustiger unser Gast. Die 1963 in Frankfurt geborene Autorin studierte in Jerusalem und lebt seit 1987 in der Stadt, die auch Schauplatz ihres neuen Romans ist: Paris.

Die Schuld der anderen beginnt mit einem scheinbar längst abgeschlossenen Mordfall, doch Schritt für Schritt gerät der Journalist Marc Rappapport, der den Fall neu aufrollt, in unlösbare Verstrickungen von Wirtschaft, Politik und Korruption. Gila Lustiger entwickelt aus einem klassischen Krimi einen atmosphärisch dichten Gesellschaftsroman, der über die französischen Verhältnisse auch einen Spiegel auf unsere Gegenwart richtet.

 

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