Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik im Sommersemester 2014

Kompetenter Umgang mit Literatur: schriftlich – mündlich – praktisch

Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik: Digitale Revolution in der Literatur. Autor, Kritiker und Leser im digitalen Zeitalter

Die Benennung der Heinrich-Heine-Universität nach dem geistreichen Dichter und scharfsinnigen Kritiker ist Anspruch und Verpflichtung zugleich. Das Zentrum Studium Universale der Heinrich-Heine-Universität, das Heine-Institut und das Literaturbüro NRW der Stadt Düsseldorf bieten deshalb mit der "Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik" eine neue und innovative Veranstaltungsform an, die ihren Besuchern und Gästen Kompetenz und Leidenschaft im Umgang mit Literatur vermitteln will: Neben die klassische Autorenlesung soll die inhaltlich fundierte und methodisch geleitete Literaturkritik treten, so dass der Umgang mit Literatur in Düsseldorf erweitert wird.

Ziel und Leitidee der "Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik" ist es, dass die Studierenden und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Düsseldorf über das Wahrnehmen von Literatur in Lektüren und klassischen Lesungen hinausgehend literarische Werke methodisch bewerten und beurteilen lernen und damit insgesamt eine reflexive Haltung zur Literatur erwerben und entwickeln. Eine solche Haltung zur Literatur einnehmen zu können erscheint uns als ein konstitutives Merkmal einer modernen „bürgerlichen Öffentlichkeit".

Die digitale Revolution hat künstlerische und gesellschaftliche Sektoren nachhaltig verändert. Nach den Umwälzungen in Fototechniksegment (Digitalkameras und digitale Bildbearbeitung haben den Fotomarkt in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Wirtschaft und Ästhetik grundsätzlich umgewälzt), sowie in der Musik und den Filmmedien (hier gilt ein gleiches) sind nunmehr seit geraumer Zeit auch die Literatur und der Büchermarkt Gegenstand der digitalen Revolution geworden.

Empirische Daten und Berichte zum Buchmarkt wie der „Global eBook Report" weisen stetig steigende Produktions- und Verkaufszahlen von digitalen Büchern (E-Books), Zeitungen (Online-Zeitungen) und Zeitschriften (Open Access gerade in der wissenschaftlichen Fachliteratur) auf.

Die Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik wird im Sommersemester der Frage nachgehen, wie die digitale Revolution Autoren und Leserinnen und Leser in der Produktion und Rezeption von Literatur beeinflusst. Durch die Digitalisierung und den damit auch verbundenen medialen Veränderungen sind Instanzen der literarischen Qualitätskontrolle wie beispielsweise die klassischen Feuilletons und literaturkritische Autoritäten in ihrem Einfluss und in ihrer öffentlichen Wahrnehmung als kritischer Wegweiser durch den Literaturmarkt tendenziell geschwächt worden. Dies macht die individuelle Befähigung zur reflektierten Literaturkritik notwendiger denn je. Gleichzeitig eröffnet der digitale Wandel auch Möglichkeiten für eine „Demokratisierung der Literaturkritik", beispielsweise in Form des Verfassens von publikumswirksamen Rezensionen bei Online-Versandhändlern wie Amazon durch Leserinnen und Leser. Portale wie Perlentaucher.de bieten Leserinnen und Lesern zudem eine Fülle von Informationen zu literarischen Werken und den damit verbundenen Diskursen. Die Anzahl literarischer Blogs und Onlineangebote mit digital publizierter Belletristik nimmt rasant zu. Um jedoch Unübersichtlichkeit und Unverbindlichkeit zu vermeiden oder ihnen zu begegnen, ist eine Professionalisierung der Leserinnen und Leser und ihrer Erkenntnisfähigkeit zu befördern. Dies möchte die Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik im Sommersemester 2014 leisten.

Dafür wird in einem die Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik eröffnenden öffentlichen Abendvortrag des Journalisten Dirk von Gehlen (Leiter Social Media/Innovation bei der Süddeutschen Zeitung) am 21.05. die Digitalisierung der Literatur in ihrer Breite und literatursoziologischen und medientheoretischen Bedeutung dargestellt.

Nach dem Abendvortrag werden öffentliche ganztägige Workshops stattfinden, in denen zum einen das Wesen des digitalen Wandels der Literatur vertieft werden und zum anderen die Vermittlung von literaturkritischen Kompetenzen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgen wird.

In einem ersten Workshop am Samstag, 31.05.2014, wird die Schriftstellerin Kathrin Passig mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Produktionsbedingungen von Literatur im digitalen Kontext sprechen und verständlich machen, wie die Digitalisierung der Literatur das Arbeiten von Schriftstellern verändert.

In einem zweiten Workshop am 21.06.2014 wird der Literaturkritiker Dr. Lothar Schröder (Rheinische Post) den Workshopteilnehmern literaturkritische Kompetenzen vermitteln und darstellen, nach welchen Kriterien eine professionelle Rezension und das Begründen einer Haltung zu einem literarischen Werk erfolgen sollen. Dabei wird der Schwerpunkt der Vermittlung literaturkritischer Kompetenzen darauf gelegt werden, dass die zu verfassenden Rezensionen zur Veröffentlichung in einem digitalen Onlinemedium vorgesehen sind. Von den Teilnehmern wird erwartet, im Vorfeld den Roman "Glücklich die Glücklichen" zu lesen, da an Hand dieses Romans an diesem Workshoptag erste literaturkritische Übungen erfolgen sollen.Der Workshop am 21.06. findet im Verlagshaus der Rheinischen Post in Düsseldorf-Heedt statt und umfasst eine Besichtigung der Online-Redaktion der Rheinischen Post.

Im dritten Workshop am 12.07. (ebenfalls mit Lothar Schröder) werden in der Zwischenzeit (zwischen Workshop 2 und Workshop 3) verfasste Literatur-Rezensionen der Workshopteilnehmer vorgestellt und anhand literaturkritischer Merkmale gemeinsam diskutiert. Herr Schröder wird Ihnen eine Auswahl an Romanen unterbreiten, aus der Sie sich für ein Werk entscheiden können, das Sie rezensieren möchten.

Das konkrete Ziel der Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik ist es, dass die von den Workshopteilnehmern verfassten Literatur-Rezensionen online publiziert und für die literarisch interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zum einen wird die Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik einen Amazon-Account anlegen und die erstellten Rezensionen dort für die User zugänglich machen. Die Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik möchte damit einen Beitrag zur professionellen Literaturkritik auf einer äußert populären und stark frequentierten Internetseite leisten. Zum anderen wird eine Kooperation mit einem Düsseldorfer Buchhändler (Literaturhandlung Müller und Böhm) eingegangen werden, der im Rahmen der Düsseldorfer Schule für Literatur und Kritik verfasste Rezensionen auf seiner Homepage veröffentlicht. Gleiches gilt für das Online-Angebot des Kulturteils der Rheinischen Post.

Ort:
Die Abendveranstaltung sowie die Workshops 1 und 3 sind öffentlich und finden im Haus der Universität auf dem Schadowplatz in der Innenstadt statt. Workshop 2 findet im Verlagshaus der Rheinischen Post in Düsseldorf-Heerdt statt (nähere Ortsangabe erfolgt via E-Mail).

Anmeldung erwünscht unter der Mailadresse:
Dr. Christoph auf der Horst:   studium-universale(at)hhu.de

Eine Anmeldung zu den Workshops und zu der Abendveranstaltung ist nicht obligatorisch, aus technischen Gründen aber unter der angegebenen E-Mail-Adresse gewünscht.

 

Mittwoch, 21. Mai, 19.00 Uhr
Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf
Dirk von Gehlen (Journalist, Leiter Social Media/Innovation bei der Süddeutschen Zeitung)
Öffentlicher Abendvortrag: Die Digitalisierung der Literatur in ihrer Breite und literatursoziologischen und medientheoretischen Bedeutung.

Samstag, 31. Mai, 10.00 - 17.00 Uhr
Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf
Workshop mit der Schriftstellerin Kathrin Passig über die Produktionsbedingungen von Literatur im digitalen Kontext: Wie verändert die Digitalisierung der Literatur das Arbeiten von Schriftstellern? (Nur für die angemeldeten TeilnehmerInnen)

Samstag, 21. Juni, 10.00 - 17.00 Uhr
Verlagshaus der Rheinischen Post
Zülpicher Straße 10
40196 Düsseldorf
Workshop mit Dr. Lothar Schröder: Vermittlung literaturkritischer Kompetenzen.
(Nur für die angemeldeten TeilnehmerInnen)

Samstag, 12. Juli, 10.00 - 17.00 Uhr
Im dritten Workshop (ebenfalls mit Lothar Schröder) werden in der Zwischenzeit (zwischen Workshop 2 und Workshop 3) verfasste Literatur-Rezensionen der Workshopteilnehmer vorgestellt und anhand literaturkritischer Merkmale gemeinsam diskutiert.
(Nur für die angemeldeten TeilnehmerInnen)

 

 

 

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