Frisch gepresst

Diese literarische Veranstaltungsreihe wird seit 13 Jahren mit großem Erfolg von den Stadtbüchereien Düsseldorf und dem Literaturbüro NRW e.V. durchgeführt. Jeweils am dritten Dienstag des Monats um 18 Uhr stellen AutorInnen aus NRW / aus NRW-Verlagen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor, moderiert wird von Michael Serrer.

Folgende Veranstaltungen fanden im Jahr 2012 statt:

17. Januar: Ralf Thenior, "Strange Kebap"

14. Februar: Herbert Schmidt, "Ist es Freude, ist es Schmerz?"

20. März: Sylvie Schenk, "Der "Gesang der Haut"

17. April: Norbert Hummelt, "Pans Stunde"

15. Mai: Christof Hamann, "Nur ein Schritt bis zu den Vögeln"

19. Juni: Mechthild Borrmann, "Wer das Schweigen bricht"

21. August: Marie T. Martin, "Vier Wände"

18. September: Dietmar Sous, "Sweet about me"

16. Oktober: Rumjana Zacharieva, "Transitvisum fürs Leben"

20. November: Barbara Ming, "fallambula"

18. Dezember: Saskia Fischer, "Ostergewitter"

 

Ralf Thenior liest aus „Strange Kebap -  Kleingeschichte aus dem größten Ruhrgebiet der Welt"
Dienstag, 17. Januar, 18.00 Uhr, Eintritt frei

Menschen, seltsame und komische Begegnungen, magische Augenblicke und die Verzauberungen zwischen den Übergängen von Industrielandschaft und Kulturlandschaft sind das Thema dieser Geschichten, allesamt nicht viel kürzer oder länger als eine Minute. Jede Geschichte hat einen realen Kern. Das kann ein Satz sein, ein liegen gebliebener Gegenstand, ein Blick ins Auge des Anderen, ein Geräusch, eine Szene, ein Dialog, ein Gefühl, ein weggeworfener Kronenkorken, zerbrochenes Glas. Sie zeigen die Veränderung eines Ballungsgebiets und sind damit Mosaiksteine zu einem Gegenwartspanorama des globalen Dorfes Ruhrgebiet und ein Heimatroman in Pillenform.
Der vielfach ausgezeichnete Ralf Thenior lebt als freier Schriftsteller in Dortmund.

 

Ist es Freude ist es Schmerz?
Dienstag, 14. Februar, 20.00 Uhr, Eintritt frei

Die umfassende Standard-Anthologie mit mehr als 1.000 Gedichten und Biografien von mehr als 300 deutschsprachigen jüdischen Autorinnen und Autoren aus einem Vierteljahrtausend deutscher Literatur, von Moses Mendelssohn bis Maxim Biller. Sie lädt ein zur Lesereise durch die Welt einer Poesie, die von einem besonderen Doppelcharakter, nämlich dem Schmerz über Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch der Freude an dichterischer Gestaltung geprägt ist. Der Herausgeber, Dr. Herbert Schmidt, verbindet mit seiner Anthologie nicht nur eine literarisch-ästhetische Intention, sondern auch ein kulturpolitisches Ziel: Die Bewahrung des von deutschsprachigen Juden geschaffenen humanistischen Erbes.

Der Herausgeber, der Düsseldorfer Historiker Dr. Herbert Schmidt, promovierte 1997 an der Heinrich-Heine-Universität über das Thema „Die nationalsozialistische Sondergerichtsbarkeit im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933 bis 1945". Seither sind von ihm zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema NS-Justiz und NS-Rassenpolitik in Deutschland erschienen. Besondere Beachtung fanden die Dokumentationen „Der Elendsweg der Düsseldorfer Juden – Chronologie des Schreckens 1933-1945" (2005) und „Todesurteile in Düsseldorf 1933-1945" (2008).

 

Sylvie Schenk liest aus „Der Gesang der Haut"
Dienstag, 20. März 2012, 18.00 Uhr, Eintritt frei

Moira, eine attraktive junge schwarze Frau, bereitet einen Dokumentarfilm über das Organ Haut vor. Der Dermatologe Gert Gerlach erklärt sich bereit, sie bei dem Projekt zu unterstützen. Sie geht bei ihm ein und aus, und der Arzt verliert rasch jede Distanz. So gerät Moira im Laufe ihrer Recherchen mehr und mehr in die Wirren des Privatlebens des alternden Gerlach und seiner krankhaft eifersüchtigen Frau. Der junge Arzt Viktor Weber will Gerlachs Praxis bei Köln übernehmen und freut sich auf ein harmonisches Leben mit seiner Freundin Klara, die ihm bald aus Frankfurt in die neue Heimat folgen soll. Doch auch das junge Paar schlittert ungewollt in Gerlachs Leben hinein, und Klaras Umzug verzögert sich, während Moira sich von Anfang an stark zu Viktor hingezogen fühlt ... Statt als objektive Beobachterin hinter der Kamera das Geschehen still zu kommentieren, dringt Moira in die Geschichte der beiden Paare ein und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Ein raffinierter Roman über das Streben nach Glück, über Vernunft und Wahnsinn und die Verstrickungen der Leidenschaft.

Sylvie Schenk wurde 1944 in Chambéry geboren und studierte in Lyon Latein, Griechisch und Französisch. Seit 1966 lebt sie in Deutschland, wo sie als Lehrerin an verschiedenen Schulformen unterrichtete und seit 1976 als freischaffende Autorin für Schulfunk und Schulbuchverlage arbeitet. Sylvie Schenk lebt heute als freischaffende Autorin in Stolberg, Rheinland. Sie erhielt 1998 den Hasenclever-Förderpreis der Stadt Aachen, 1999 den Würther Literaturpreis und belegte 2002 den zweiten Platz beim Irseer Pegasus.

 

Norbert Hummelt liest aus „Pans Stunde" - Gedichte
Dienstag, 17. April 2012, 18.00 Uhr, Eintritt frei

Pans Stunde bricht während der schwülen sommerlichen Mittagsstille an. Dann ruht der bocksbeinige Gott, und wer ihn stört, den versetzt er in Angst und »panischen« Schrecken. Dieser mythischen Stunde hat der Schriftsteller Norbert Hummelt seinen neuen Gedichtband gewidmet. In Versen lotet er die tiefe Spannung dieser Stunde aus, die von Trunkenheit und Erotik, von Schrecken und Glück, von Idylle und Dämonie gezeichnet ist.
Norbert Hummelts neue Gedichte umkreisen in immer neuen Variationen den Pan-Mythos. Das sind zum einen Gedichte, die von der Polarität zwischen Furcht und erotischer Anziehung durchzogen sind. In anderen Gedichten, deren schwebend leichter Ton unverwechselbar und tief eindringlich ist, beschwört Hummelt die sinnlichen Schauplätze eines inneren Geschehens herauf, das zwischen Glücksverlangen und dem Wissen um Vergänglichkeit hin und her gerissen wird. Diese Spannung hat der Autor in stark bildhafte, klanglich genau komponierte und einen heimlichen Sog ausübende Gedichte verwandelt.

Norbert Hummelt, 1962 in Neuss geboren, wurde für seine Gedichte u. a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Preis, dem Mondseer Lyrikpreis, dem Hermann-Lenz-Stipendium und dem Niederrheinischen Literaturpreis ausgezeichnet. Seit 2002 lehrte er wiederholt am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

 

Christof Hamann liest aus "Nur ein Schritt bis zu den Vögeln"
Dienstag, 15. Mai 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Sicher weiß man nur, dass Simon – Ende dreißig, Journalist, Porschefahrer und Besitzer eines Hauses in bester Lage – am 14. Mai hinunter zu den Gleisen am Ufer des Bodensees gegangen ist. Ob er sich absichtlich bei Nacht auf die Gleise gelegt hat oder versehentlich vor den Zug geraten ist, vermag keiner zu sagen. Karl ist jedoch vom Selbstmord seines Freundes überzeugt.

Christof Hamann, geboren am 4. Juli 1966 in Ludwigshafen am Bodensee, studierte Germanistik, Soziologie, Philosophie und Geschichte in Freiburg und Berlin. Promotion über New York in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur an der Universität Essen. Für sein literarisches Werk wurde er u.a. mit dem Förderpreis des Landes NRW und dem Preis "Debüt im Buddenbrookhaus" ausgezeichnet.

 

Mechtild Borrmann liest aus „Wer das Schweigen bricht"
Dienstag, 19. Juni 2012, 18.00 Uhr, Eintritt frei

August 1939: In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verlieren sich sechs junge Menschen in einem Netz aus Freundschaft, inniger Liebe und tiefgreifendem Hass. Was aber hat das mit Robert Lubisch zu tun, der beinahe 60 Jahre später im Nachlass seines Vaters, einem Industriemagnaten der Nachkriegszeit, den SS-Ausweis eines Unbekannten und das Foto einer schönen Frau findet? Lubisch' Neugierde ist geweckt: War sein Vater doch nicht so makellos, wie er immer angenommen hatte? Und wer ist die Fremde? Auf der Suche nach Antworten stößt Robert Lubisch auf die ehrgeizige Journalistin Rita Albers, die sofort eine große Story wittert. Doch die Wahrheit lockt die Geister der Vergangenheit wieder hervor und zieht grausame Folgen nach sich. Lubisch ahnt, dass die Geschichte seines Vaters noch viel dunkler ist, als er befürchtet hat. Danach ist nichts mehr, wie es einmal war.

»Mechtild Borrmann ist keine der üblichen Krimiautoren hierzulande. Sie spürt in ihren präzise und komplex erzählten Geschichten die Untiefen der menschlichen Psyche nach. In ihrem neuen Buch - „Wer das Schweigen bricht" - führt sie uns in die Nazizeit und fragt nach der Schuld ganz normaler Menschen. Das ist spannend, aber auch ungemein berührend. Ein leises Buch, das lange nachwirkt.«
Willi Keinhorst, Welt am Sonntag

Mechtild Borrmann, geboren in Köln, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kleve am Niederrhein und lebt heute in Bielefeld. Sie machte Ausbildungen zur Erzieherin, Gestalttherapeutin, Personalmanagerin, Tanz- und Theaterpädagogin und zur Groß- und Außenhändlerin. Sie arbeitete u.a. in einer Drogenberatungsstelle, führte Familien- und Seniorenfreizeiten durch, leitete eine Einrichtung für verhaltens-auffällige Kinder und lebte achtzehn Monate auf Korsika. Seit fünf Jahren betreibt sie ein eigenes Restaurant und seit 2009 arbeitet sie als Geschäftsführerin in der Gastronomie.

 

Marie T. Martin liest aus „Vier Wände"
Dienstag, 21. August 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Marie T. Martin erzählt in "Vier Wände", erschienen in der Edition "12 Farben", von der Suche nach Heimat in Istanbul und in der Sprache.
Anschließend gibt es eine Diskussionsrunde mit Marie T. Martin und Bettina Hesse, der Herausgeberin der Reihe "12 Farben", unter der Moderation von Michael Serrer.

Marie T. Martin, geboren 1982 in Freiburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt in Köln. Ausbildung zur Theaterpädagogin. Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften, im Deutschen Lyrik-Kalender und 2011 im ersten Erzählband.
Sie erhielt u.a. den Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs und diverse Stipendien (zuletzt 2011 das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW).

 

Dietmar Sous liest aus „Sweet about me"
Dienstag, 18. September 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Als der wenig lebenstaugliche Musikjournalist seine große Liebe Betty kennenlernt, beginnt für ihn ein Familienleben, wie es normaler nicht sein kann. Die schlimmsten Probleme bereiten ihm Tochter Mayas kommerzieller Musikgeschmack und ihre Leidenschaft für den Schutz der Natur. Bis Maya einmal zu oft den wunden Punkt des Vaters trifft. Er rastet aus, sie flieht und läuft in ein Auto, ist tot. Das Leben des Erzählers wird plötzlich zum Horrortrip: Er verliert seinen Job an die eigene Tatenlosigkeit, die potenzielle Adoptivtochter an die Bitterkeit, die sich im Leben des Paares eingenistet hat, und schließlich Betty an die kruden Heilsversprechen einer religiösen Sekte. Doch das ist noch längst nicht alles.

Dietmar Sous erzählt mit lakonischem Humor von der Zerbrechlichkeit eines ganz normalen Lebens. Dabei schaut er in die Abgründe der menschlichen Seele und führt uns auf den schmalen Grat zwischen Alltag und Albtraum.

 

Rumjana Zacharieva liest aus „Transitvisum fürs Leben"
Dienstag, 16. Oktober 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Als frisch gebackene Ehefrau eines erfolgreichen Architekten kommt die junge Mila aus der bulgarischen Stadt Russe, der Stadt der geretteten Zunge Elias Canettis, Anfang der 1970er Jahre in die damalige deutsche Hauptstadt Bonn. Alles ist neu für sie: die Sprache, die familiären Lebensumstände, die Gesellschaft. Sie bemüht sich um Anpassung, aber der Konflikt bleibt nicht aus: Soll sie alles, was sie früher liebte und was ihr vertraut war, verleugnen? Die Großfamilie, die Nähe zur Natur, das Dichten, ihre erste Liebe, ja sogar die sozialistische Mangelwirtschaft, die Kreativität und Solidarität erforderte. Jahrelang kommt sie sich wie eine Verräterin vor. Mit der Eroberung der deutschen Sprache und der Geburt der Kinder kehrt Milas Selbstwertgefühl zurück.

Rumjana Zacharieva wurde 1950 in Bulgarien geboren. Nach ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland 1970 studierte sie Anglistik und Slawistik in Bonn. Seit 1975 schreibt die Autorin ausschließlich auf Deutsch. Die Arbeit an ihrem Roman „Transitvisum fürs Leben" wurde durch ein Stipendium der Kunststiftung NRW (2004) und ein Arbeitsstipendium des Kultusministeriums des Landes NRW (2008) gefördert.

 

Barbara Ming liest aus „fallambula"
Dienstag, 20. November 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Barbara Ming wird ihr neues Buch "fallambula", das im Oktober erscheint, vorstellen.
Im anschließenden Gespräch mit Michael Serrer wird sie auch von ihrer bisherigen literarischen Arbeit erzählen.

 

Saskia Fischer liest aus "Ostergewitter"
Dienstag, 18. Dezember 2012, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Ein Osterfest wie aus dem Bilderbuch: das Wetter prächtig und die ganze Familie versammelt um den Ostersonntagmittagstisch. Da kippt Aleit, blauverfärbt und speichelschäumend, auf die Schulter ihres Stiefvaters – ein epileptischer Anfall. Ohne Grunderkrankung, doch nicht ohne Grund. Die Ärzte zucken die Schultern, aber Aleit schaut genauer hin. Was sie sieht, ist der Genesung nicht zuträglich: Der eigene Mann versteckt sich hinter Jointschwaden, die Schwester hinter ihrer Unschuldsmiene; die Mutter vergräbt sich in den Erstlesebüchern aus der DDR-Schulzeit ihrer Kinder, und der Stiefvater verschwindet mit Aleits fünfjähriger Tochter in seinem verdunkelten Zimmer. Schon fährt der nächste Blitz Aleit ins Gehirn, und dergestalt erleuchtet, sieht sie die Chance gekommen, mit den Verleugnungsstrategien ihrer Familie endlich aufzuräumen...

Wütend, unversöhnlich, voller Sarkasmus: In ihrem Romandebüt »Ostergewitter« schleudert Saskia Fischer Blitze und setzt ein Familienidyll, das in Wahrheit die Hölle ist, in Flammen.

Saskia Fischer wurde 1971 in Schlema im Erzgebirge geboren. 1986 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Nordrhein-Westfalen. Sie studierte kurzzeitig Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhruniversität Bochum. Sowohl das Land NRW als auch die Stadt Düsseldorf gewährten ihr für ihr literarisches Schaffen Arbeitsstipendien. Nach einem Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats für Nicht-Berliner Autoren am Literarischen Colloquium zog sie 2006 nach Berlin um..

Seite empfehlen

Sie möchten diese Seite empfehlen? Vielen Dank! Tragen Sie einfach Ihren Namen und die Emailadresse der Person, die Sie über diese Seite informieren möchten und klicken Sie auf absenden.