Gastland Island

Stein in der Erde – der Mensch obendrauf. Isländische Literatur in Düsseldorf heißt die Reihe, die das Literaturbüro, das Heinehaus, das Heinrich-Heine-Institut, die Zentralbibliothek und das Kulturzentrum zakk anlässlich des Islandschwerpunkts der Frankfurter Buchmesse gemeinsam organisiert haben.

Der isländische Autor Steinar Bragi ist am Montag, 17. Oktober um 19.30 Uhr mit seinem kontrovers diskutierten Buch Frauen zu Gast im Literaturbüro. Begleitet wird er von dem Übersetzer, Schriftsteller und Islandkenner Kristof Magnusson.

Die junge Künstlerin Eva Einársdottir trifft sich in New York mit einem isländischen Banker, der ihr eine Förderung ihres nächsten Dokumentarfilms in Aussicht gestellt hat. Es geht ihr nicht gut. Beruflich nicht, und auch privat steht sie vor einem Scherbenhaufen: Hrafn, ihre große Liebe, hat sich von ihr abgewendet und ist zurück nach Island gegangen. Er ist mit dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Tochter nicht fertig geworden. Und sie auch nicht. Sie betäubt sich mit Alkohol und Zigaretten und kann nur daran denken, Hrafn wieder zurückzuholen. Im Gespräch mit dem Banker erzählt sie mehr von sich, als sie will, und er bietet ihr an, sein verwaistes Luxusappartement in Reykjavik zu hüten. Ein Glücksfall. Aber als sie dort ist, hat Eva immer mehr das Gefühl, dass man sie in eine Falle gelockt hat. Dass sie das Objekt einer perfiden Inszenierung ist, in der die Grenzen zwischen Realität, Albtraum und Kunst zunehmend verschwimmen...

Wie ein Thriller beginnt der Roman des jungen isländischen Autors Steinar Bragi und zeichnet das vielleicht radikalste Bild Islands vor der Finanzkrise - ein Land, in dem unter der Oberfläche des letzten Booms immer das Unheimliche, der Wahnsinn und das Grauen lauern.

Kristín Steinsdottír, Im Schatten des Vogels (21.11.2013)

Im Literaturbüro in der Bilker Straße ist als Nachhall der Buchmesse nochmals eine isländische Autorin zu Gast:
Um 19.30 Uhr liest Kristin Steinsdóttir aus ihrem Roman Im Schatten des Vogels, der es in der Übersetzung von Anika Lüders auch in Deutschland an die Spitze der Bestsellerlisten schaffte:

Pálina Jónsdóttir wächst im späten 19. Jahrhundert in einer abgeschiedenen Gegend im Osten Islands auf, am Fuß eines Gletschers, mit Blick auf gewaltige Gebirgszüge und das stürmische Meer. In einfachsten Verhältnissen lebend, in einer vielköpfigen Familie und großen, engen Hofgemeinschaft, schwankt sie zwischen Heimatgefühl und Fernweh, träumt von einer glücklichen, sonnigen Zukunft und fühlt sich doch auf der Mädchenschule in Reykjavík nicht wohl. Von Kind an leidet sie unter seelischen Spannungen, die sich, als sie selbst eine Familie gründet und in ihre Heimat zurückgekehrt ist, verschärfen. Die enge, ambivalente Beziehung zum Vater hat ihr Leben großen Belastungen ausgesetzt.

Kristín Steinsdóttir ist derzeit Präsidentin des Isländischen Schriftstellerverbandes. Sie gilt als eine der meistgelesenen und preisgekrönten Kinderbuchautorinnen Islands. Im Jahre 2009 erschien ihr zweiter Roman für Erwachsene, mit dem sie international bekannt wurde.

Die Moderation übernimmt die Literaturredakteurin Angela Gutzeit.

Außerdem lasen in der Reihe Wolfgang Schiffer, Islands Atomdichter (5.10. in der Zentralbibliothek), Sjón, Das Gleißen der Nacht (10.10. im Heine Haus), Hallgrímur Helgason, Eine Frau bei 1000° (18.10. im zakk), Steinunn Sigurdardóttir, Der gute Liebhaber (19.10. im Heine-Institut),


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