Europa erlesen

In Zusammenarbeit mit dem Europaministerium des Landes NRW haben wir diese erfolgreiche Reihe auch 2011 fortgeführt, in der renommierte europäische Autoren am Regierungssitz des Ministerpräsidenten, im Düsseldorfer Stadttor, auftreten. Sie lesen aus ihren Werken und diskutieren über zentrale europäische Fragen, die Abende werden musikalisch begleitet.

 

Am 28. März las der deutsch-polnische Schriftsteller Artur Becker aus seinem Roman "Der Lippenstift meiner Mutter" und sprach über den Mythos der Kindheit und seine europäischen Wurzeln.
Artur Becker wurde 1968 als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren) geboren. Seit 1985 lebt er in Deutschland. Seit 1997 hat er über zehn literarische Einzelpublikationen in deutscher Sprache veröffentlicht. Zuletzt wurde er 2009 mit dem renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

Der Lippenstift meiner Mutter katapultiert uns mitten hinein in das Herz von Masuren, in die kleine Stadt Dolina Roz und zu ihren Bewohnern: die rosenkranzbetenden Großmütterchen und die verruchte Dorfschönheit, der ehemalige Wehrmachtssoldat und die prügelnden Väter, eine stalinistische Dichterin, der warmherzige Schuster Kronek und natürlich die rebellierende Jugend, die verbotene Platten hört und Pläne für eine Revolution ausbrütet. Das beschauliche Dolina Roz steht aber schlagartig Kopf, als unvermittelt Barteks Großvater, ein melancholischer und geheimnisumwitterter Eisenbahner, von allen bloß "Franzose" genannt, aus dem Ausland zurückkehrt. In dem sich rasch entspinnenden Chaos muss der junge Bartek seinen Platz finden. Keine leichte Aufgabe, schließlich hat Bartek vor allem Augen für seine unsichtbare Geliebte Meryl Streep sowie den Lippenstift seiner Mutter.

 

Am 28. Juni war der ungarische Autor György Dalos zu Gast; er las aus seinem Buch „Der Vorhang geht auf" und sprach über das Ende der Diktaturen in Osteuropa.
In seinem Buch Der Vorhang geht auf erzählt der heute in Berlin lebende Schriftsteller, wie der Prozess der Loslösung in Gang kam, welche Zufälle und Details eine Rolle spielten und welche Widerstände überwunden werden mussten, bevor aus dem Ostblock hinter dem Eisernen Vorhang ein östliches Europa werden konnte.

 

Am 13. September las und diskutierte die deutsch-türkische Schriftstellerin Zehra Ipşiroğlu.
Zehra Feride İpşiroğlu hat neben dem Schreiben eigener Bücher wie Dotschland, Dotschland und Farben der Träume einige wichtige Werke deutscher Schriftsteller ins Türkische übersetzt, darunter auch zahlreiche Kinderbücher. Mit Das Nashornspiel schrieb İpşiroğlu auch ein vielbeachtetes Jugendbuch.
Philip Graham begleitet die Veranstaltung am Cello.

 

Am 22. November trug die polnische Autorin Olga Tokarczuk, die zu den erfolgreichsten Autorinnen ihres Landes gehört und sich seit ihrem Roman Ur auch in Deutschland einen Namen gemacht hat, aus ihrem Roman „Der Gesang der Fledermäuse" vor und stellte einen Essay zu europäischen Fragen vor.

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