Frisch gepresst

Im Jahr 2010 wird die Reihe "Frisch gepresst. Neue Bücher aus Düsseldorf" 11 Jahre alt. Ins Leben gerufen wurde die Reihe gemeinsam vom Literaturbüro und der Zentralbibliothek, um ein größeres Bewusstsein zu schaffen für die Vielfalt der Düsseldorfer Literaturszene, die oft im Schatten ihrer Schwester, der Kunst, steht. Die Veranstalter waren zunächst selbst gespannt, wie lange es möglich sein würde, in jedem Jahr zehn Termine mit neuen Büchern zu füllen, die nicht nur aus der Feder einer Düsseldorfer Autorin oder eines Autors bzw. aus einem Düsseldorfer Verlag stammen müssen, sondern auch den Qualitätskriterien standhalten können. Das Potential ist noch immer nicht erschöpft und die OrganisatorInnen Annette Krohn und Michael Serrer entdecken immer neue AutorInnen.

Dienstag, 16. Februar 2010 um 18 Uhr
Erika Pullwitt: "Im Lande Gänseklein"
Wie soll man reden, wenn plötzlich die Worte fehlen? Erika Pullwitt beschreibt in ihrem Roman die Lebenssituation eines Ehepaares, die seit zwanzig Jahren von der Sprachstörung des Ehemannes bestimmt wird. Trotz der Schwere des Themas gelingt es der Autorin die Gratwanderung zwischen zarter Liebesgeschichte einerseits und der Beschreibung eines mühevollen Alltags in dem Verstehen ohne Wort stattfinden muss, andererseits. Ohne Pathos und Larmoyanz, dafür mit erfrischender Leichtigkeit verarbeitet die Autorin in ihrem ersten Roman ihre eigenen Erfahrungen als betroffene Angehörige.

Erika Pullwitt, geb. 1942, lebt mir ihrem Ehemann, der seit 1989 infolge eines Schlaganfalls an globaler Aphasie leidet, in Düsseldorf. Bis 1994 war sie als Lehrerin an einer Gesamtschule tätig. Sie arbeitete u.a. an dem Drehbuch zum Spielfilm "Im Chaos der Gefühle" mit und veröffentlichte einen Erfahrungsbericht in einem Fachbuch über Aphasie. "Im Lande Gänseklein" ist ihr erster Roman.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 16. März 2010 um 18 Uhr
Tatjana Kuschtewksaja: "Liebe - Macht - Passion. Berühmte russische Frauen"
Tatjana Kuschtewksaja zeichnet Porträts der Frauen, die Russland geprägt haben: eine die Jahrhunderte umspannende Galerie von Frauen, in deren wechselvollen Lebensläufen Talent und Berufung treibende Kräfte waren. Es finden sich jene Frauen, die Geschichte schrieben. Man liest gebannt vom Leben und Sterben der großen russischen Künstlerinnen: z.B. Anna Achmatowa oder Lou Andreas-Salomé, der Gefährtin Nietzsches und Rilkes. 30 Romane en miniature, die ihre Spannung dadurch gewinnen, dass sie gelebter Wirklichkeit abgelauscht sind - ein Buch, das Heinrich Heines Bonmot illustriert, dass die Frauen Geschichte machen, "obgleich der Historiker nur Männernamen kennt ..."

Tatjana Kuschtewksaja geboren 1947 in der Turkmenischen SSR in der Wüstenoase Dargan-Ata, studierte Musikpädagogik und später an der Fakultät für Drehbuchautoren der Filmhochschule Moskau, wo sie einen Meisterkurs für Drehbuchautoren leitete und als freie Journalistin tätig war. Sie verfasste zahlreiche Drehbücher und Reportagen, unternahm Reisen durch alle Regionen der ehemaligen UDSSR und lebt seit 1991 in Deutschland.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 20. April 2010 um 18 Uhr
Helge Hesse: "Unbekannte Helden der Weltgeschichte" (Gebundene Ausgabe)
Helge Hesse erzählt von unbekannten Abenteurern, Piraten, Eroberern und Sklaven, die mit ihren Taten Geschichte geschrieben haben - von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Ein Pole, der freiwillig als Gefangener nach Auschwitz ging, um dort einen Aufstand zu initiieren. Ein amerikanischer Pilot, der drohte, auf seine Kameraden schießen zu lassen, um vietnamesische Frauen und Kinder vor ihnen zu schützen. Ein spanischer Entdecker, der Medizinmann bei den Indianern wurde. Eine 15-Jährige, die neun Tage lang Königin von England war, und 16 weitere ungewöhnliche Lebensläufe.

Helge Hesse, geboren 1963, lebt als freier Autor und Publizist in Düsseldorf. Sein Bestseller "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In 80 Sätzen durch die Weltgeschichte" wurde 2006 als "historisches Buch des Jahres" ausgezeichnet.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 18. Mai 2010 um 18 Uhr
Tilman Röhrig: "Caravaggios Geheimnis"
Im Schatten des Petersdoms sinnt Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, auf Rache. Es ist das Jahr 1593, und der junge Maler will nach harten Lehrjahren in Mailand nun in Rom, der Stadt der Meister und Mäzene, sein Talent unter Beweis stellen. Aber immer wieder erntet Cravaggio nur Spott - bis er die Kunstwelt Italiens in Erstaunen versetzt. Er provoziert mit seinen Kompositionen von Licht und Schatten und schafft sich dadurch Neider und Feinde. Um seinem Ruhm ein Ende zu bereiten, sind diese zu allem bereit. In die Enge getrieben, begeht Caravaggio ein Verbrechen.

Tilman Röhrig wurde 1945 im Hunsrück geboren. Seine Bücher, die in neun Sprachen übersetzt wurden, begeistern jugendliche wie erwachsene Leser gleichermaßen.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 15. Juni 2010 um 18 Uhr
"Sprachgebunden"
Im Kölner Kleinverlag "edition chiméra" erscheint seit einigen Jahren das ambitionierte Literaturmagazin "Sprachgebunden", das in seiner ästhetischen Intelligenz alle vergleichbaren Produkte der Literatur- und Kunst-Szene weit überragt. Die FAZ rühmte bereits die anspruchsvolle Gestaltung. Vorgestellt werden junge Autoren und Künstler aus dem deutschsprachigen Raum.

Der Herausgeber Jan Valk wird zur Präsentation seiner Zeitschrift begleitet von dem Schriftsteller Thomas Pletzinger, der 1975 in Münster geboren wurde, jetzt in Berlin einen Literarischen Salon betreibt und dessen Werk schon mit zahlreichen Preisen und Stipendien (v.a. amerikanischen) bedacht wurde.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 21. September 2010 um 18 Uhr
"Sturm und Drang" - Junge Autoren blicken auf eine Epoche
Hans-Gerd Koch (Hrsg.) und Judith Kuckart (Autorin) Die Epoche "Sturm und Drang" hat literarische Werke hervorgebracht, in denen so prägnant wie wohl in keiner anderen das Lebensgefühl der Künstler und Denker dieser Zeit zum Ausdruck kommt. Der Reader bietet eine Auswahl von Essays, Dramen und Romanauszügen und Gedichten, die als beispielhaft gelten können. Den Bogen zur Gegenwart schlagen junge deutschsprachige Autoren, die beschreiben, warum der von ihnen gewählte Text ihnen reizvoll erscheint oder nahe ist. Eine dieser Autorinnen ist Judith Kuckart, die sich zu ihrem eigenen Text im Buch äußern wird. Judith Kuckart lebt als Autorin, Tänzerin, Choreografin und Regisseurin in Zürich und Berlin. Sie veröffentlichte u.a. die Romane "Kaiserstraße" und "Die Verdächtige" für die sie zahlreiche Literaturstipendien und -preise erhielt; u.a. zuletzt: das Atelierstipendium für Literatur, London 2010/11 und den Literaturpreis Ruhr 2009.
Hans-Gerd Koch ist seit 1981 an der Kafka-Forschungsstelle an der Bergischen Universität/Gesamthochschule Wuppertal tätig. Im Rahmen der Kritischen Ausgabe der Werke Frank Kafkas ist er Mitherausgeber der "Tagebücher" sowie der "Drucke zu Lebzeiten", bei allen übrigen Bänden wirkte er als Redakteur mit.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 19. Oktober 2010, 18 Uhr
"Das Alter der Wolken" von Héctor Dante Cincotta
Dr. Vera Elisabeth Gerling (Übersetzerin).
Passend zum diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, Argentinien, stellt die Übersetzerin Dr. Vera Elisabeth Gerling den Autor Héctor Dante Cincotta vor. In seinem Werk nehmen die Fragen nach Vergänglichkeit sowie Erinnerung und die damit verbundene Liebesempfindung eine zentrale Position ein. Das Begehren nach Erinnerung wird in seiner Lyrik zum sinnlichen einsamen Erleben und durch die Landschaften des argentinischen Südens repräsentiert. Der Titel - Das Alter der Wolken - in der Düsseldorfer Edition Virgines erstmals auf Deutsch erschienen, wird im Sinne des spanischen Originals - La antigüedad de las nubes -verstanden als unbestimmbare Größe einer angestrebten Unendlichkeit: So wie Wolken seit Anbeginn der Zeiten in immerneuen Formationen stets vergehen und wiedererstehen, mögen Vergänglichkeit und Erinnerung in den immerfort neu gesuchten Worten melancholisch fortdauern. Héctor Dante Cincotta wurde ausgezeichnet mit dem Lyrikpreis der Stadt Buenos Aires und dem Argentinischen Nationalpreis für Literatur. Dr. Vera Elisabeth Gerling studierte an den in Universitäten Düsseldorf, Pau und Granada und schloss an der Heinrich-Heine-Universität den Diplomstudiengang Literaturübersetzen ab. 2003 erfolgte dort der Abschluss ihrer Promotion. Im gleichen Jahr erhielt sie den Förderpreis für Wissenschaften der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

Dienstag, 16. November 2010, 18 Uhr
"Gebrauchsanweisung für Düsseldorf", Harald Hordych.
Kö und Couture, Kunstmetropole und Karnevals-Hochburg, Rheinterrassen und längste Theke der Welt: Das augenzwinkernde Porträt einer lebenswerten Stadt, in der sich rheinische Gemütlichkeit und Avantgarde täglich verbrüdern. Wie übersteht man die fünfte Jahreszeit, wo feiert das Volk, wann kütt d r Zoch? Und was wäre Düsseldorf ohne Köln? Liebevoll-ironisch nähert Düsseldorffan Harald Hordych sich der am leidenschaftlichsten gepflegten Städtefeindschaft in Deutschland und der eigentlichen Heimat der Künstler, Werber und Kreativen. Er entdeckt spannende Architektur am Medienhafen und beobachtet das Leben am und mit dem Rhein. Die Texte beschreiben Tokios kleiner Schwester, Besuche beim Schloss Benrath, in Kaiserswerth und Neuss. Die weite Spannbreite von Butzenscheibenromantik in der Wiege des deutschen Punk beschäftigen den Autor ebenso wie die sprichwörtliche Frohnatur und der unausrottbare Schickimicki-Vorwurf. Harald Hordych lernte im Studium in Düsseldorf die Stadt und das Rheinische lieben. Nach Stationen bei der "Westdeutschen Zeitung" und der "Rheinischen Post" war er Feuilleton-Redakteur der NRW-Beilage der "Süddeutschen Zeitung". Heute lebt er mit seiner Familie in München, ist stellvertretender Leiter der "SZ am Wochenende", Buchautor und kehrt immer wieder nach Düsseldorf zurück.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW e.V.

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