Kairobeirut

Aktuelle Kunst und Kultur aus den Metropolen Kairo und Beirut präsentieren Künstlerinnen und Künstler aller Sparten aus den arabischen Metropolen Kairo und Beirut im Oktober und November in Düsseldorf und Bonn. Das Düsseldorfer Literaturprogramm im Rahmen von kairobeirut wurde vom Literaturbüro NRW organisiert.

Freitag, 30. Oktober 2009, 19.00 –23.00 Uhr
Einlass möglich jeweils zur vollen Stunde
Heine-Haus, Bolkerstraße 53
Eintritt: 5 €
Kartenvorbestellung: 0211- 3112522 oder 0211-8284590

Lange Nacht Der Arabischen Literatur
Das Literaturbüro NRW und das Heine Haus laden ein zur Langen Nacht Der Arabischen Literatur: Freuen Sie sich auf Lyrik- und Prosalesungen, Autorengespräche, Filme, Musik und arabische Köstlichkeiten! Zu Gast ist Mansoura ez-Eldin aus Kairo, die Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan sowie der Lyriker Abbas Beydoun aus Beirut.
Etel Adnan und Abbas Beydoun gehören zu den wichtigsten arabischen Autoren der Gegenwart, die mit ihrer Literatur stilbildend wirken und als HerausgeberInnen und MitarbeiterInnen bedeutender Literaturzeitschriften eine wichtige Rolle im Literaturbetrieb spielen. Die junge ägyptische Autorin Mansoura ez-Eldin beginnt gerade, sich mit ihren Romanen auch über ihre Heimat hinaus einen Namen zu machen. Eingeladen sind außerdem der Dokumentarfilmer Matthias Wilfert mit einem Ausschnitt seines Filmes Frauen schreiben in Ägypten. Die nächste Generation und der Journalist, Schriftsteller und Übersetzer Suleman Taufiq, der das Publikum durch die Buchläden und Cafés auf den Spuren der literarischen Szene Kairos führt. Raed Koshaba sorgt mit seinem Lautenspiel für arabische Klänge.

Etel Adnan, Schriftstellerin und Malerin, wurde 1925 in Beirut, Libanon, geboren. Ihre Mutter war eine (christliche) Griechin aus Smyrna, ihr Vater ein (muslimischer) Syrer. Sie studierte Philosophie in Paris und in den USA. Von 1958 bis 1972 unterrichtete sie Geisteswissenschaften und Philosophie am Dominican College in San Rafael, Kalifornien. 1972 kehrte sie nach Beirut zurück und arbeitete als Feuilletonredakteurin der Zeitung Al-Safa. Sie schreibt Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke und Essays. Ihr 1977 erschienener Roman Sitt Marie-Rose gehört zu den eindrucksvollsten Schilderungen der Frühphase des Libanesischen Bürgerkrieges. Etel Adnan lebt heute in Sausalito (Kalifornien) und Paris.

Abbas Beydoun, geboren 1945 in einem Dorf im Südlibanon, wuchs in der Hafenstadt Sur (Tyrus) auf. Er studierte Arabische Literatur und Islamwissenschaft in Paris und in Beirut. Heute arbeitet er als Kulturredakteur für verschiedene libanesische Zeitungen und gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Lyrikern. Auf Deutsch erschien sein Gedichtband Eine Saison in Berlin (2004).

Mansoura ez-Eldin wurde 1976 in einem Dorf im Nildelta geboren. An der Universität Kairo studierte sie Journalistik. Zunächst arbeitete sie für das Fernsehen und momentan für die Redaktion der Literaturzeitung Achbar al-adab. Mit 21 Jahren veröffentlichte sie ihre ersten Kurzgeschichten. Mit ihren Erzählungen und Romanen gehört sie zu den wichtigsten weiblichen Stimmen der neuen (Literatur)generation.

Suleman Taufiq wurde 1953 in Beirut geboren. Er wuchs in Damaskus auf und kam nach dem Abitur 1971 nach Deutschland, wo er Philosophie und Komparatistik studierte. Seit 1986 lebt er als Schriftsteller, Übersetzer, Journalist und Herausgeber arabischer Literatur in Aachen. 1983 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Aachen.

Matthias Wilfert studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Er realisierte zahlreiche Dokumentarfilme und ist Drehbuch- und Hörspielautor. Für sein aktuelles Projekt Dunjasad – Weibliches Schreiben in Kairo. Die nächste Generation hält er sich immer wieder für längere Zeit in der Stadt auf.

Der Erfolg des Musikers Raed Khoshaba beruht auf seiner ausgefeilten Technik des Lautenspiels. Außerdem ist er einer der originellsten Komponisten und Interpreten auf diesem Instrument. In seiner Musik bleibt seine detaillierte Kenntnis und spirituelle Bindung an die frühe arabische Kunstmusik stets erkennbar.

Die Gespräche mit den Autoren werden moderiert von Larissa Bender, durch das Programm führen Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW) und Tanja Ruzicska (Heine Haus). Die deutschen Texte werden von einer Schauspielerin gelesen.

Dienstag, 10. November, 19.30 Uhr
Literaturbüro, Bilker Straße 5
Eintritt: 5,-/3,- €
Kartenvorbestellung: 0211-8284590

Lesung mit Miral al Tahawi (Kairo), Gazellenspuren

und Iman Humaydan-Junis (Beirut), Wilde Maulbeeren / B wie Bleiben in Beirut
In deutscher und arabischer Sprache
Moderation: Beate Hinrichs
Übersetzung: Michaela Kleinhaus
Der deutsche Text wird gelesen von Latifa Lalee-Hausmann.

Miral al-Tahawi und Iman Humaydan-Junis gehören zu den interessantesten Autorinnen der arabischen Welt. Ihre Werke sind sehr unterschiedlich, doch verbindet sie ein gemeinsames Thema: die Situation von Mädchen und Frauen zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, zwischen Tradition und Moderne.

Miral al-Tahawi(Kairo), Gazellenspuren

Miral al-Tahawi, geb. 1968 in Ägypten, verknüpft in ihrem autobiographisch gefärbten Roman Gazellenspuren die Schicksale von Menschen dreier Generationen. Aus Fragmenten und Andeutungen lässt sie das Bild der eigenen Mutter entstehen, einer Frau, die sich den Strukturen in einer patriarchalen Stammesgesellschaft entgegensetzt.

Miral al-Tahawi wuchs in einer Beduinenfamilie auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und arbeitet zurzeit als Lehrbeauftragte an der Kairoer Universität. Sie hat bereits mehrere Romane veröffentlicht und erhielt als erste Schriftstellerin den ägyptischen Förderpreis für Literatur. 2002 wurde sie mit dem Preis der Kairoer Buchmesse ausgezeichnet. Im Unionsverlag erschienen ihre Romane Das Zelt (2001), Die blaue Aubergine (2002) und Gazellenspuren (2006). Iman Humaydan-Junis (Beirut), Wilde Maulbeeren/ B wie Bleiben in Beirut
Iman Humaydan-Junis, geb. 1956 im Südlibanon, schildert in ihrem Roman Wilde Maulbeeren die Suche einer jungen libanesischen Frau nach ihrer Identität und zeichnet gleichzeitig ein Bild der multikulturellen Gesellschaft des Libanon.

Im Mittelpunkt des Buches B wie Bleiben in Beirut stehen Bewohnerinnen eines Beiruter Hauses mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, sozialer Herkunft und Lebensperspektiven. Aus vier verschiedenen Perspektiven werden die traumatischen Jahre des libanesischen Bürgerkrieges rekapituliert. Das Mietshaus auf der westlichen Seite der Demarkationslinie zwischen dem muslimischen West- und dem christlichen Ostbeirut steht auch stellvertretend für die Situation dieses zerrissenen Landes.
Iman Humaydan-Junis studierte Soziologie an der Amerikanischen Universität in Beirut und arbeitet seit 1989 als freie Mitarbeiterin für Feuilletons verschiedener arabischer Tageszeitungen. Sie schreibt Romane und Kurzgeschichten. Auf Deutsch erschienen im Lenos Verlag Wilde Maulbeeren (2004) und B wie leben in Beirut (2007). Iman Humaydan- Junis lebt in Beirut.

Kairo Stipendium, Axel von Ernst, Verleger und Schriftsteller
Der Schriftsteller, Sprecher und Mitbegründer des Düsseldorfer Lilienfeld Verlages Axel von Ernst hielt sich im Juni 2009 für 14 Tage in Kairo auf, um dort die Verlags- und Literaturszene beobachten, an einem Verleger-Seminar teilnehmen und Kontakte zur Literarischen Szene knüpfen. Mit den gewonnenen Eindrücken und Erfahrungen wird er an dem Symposion am 7. November im FFT (Produktionsbedingungen) teilnehmen. Was ein deutscher Literat mit seinen arabischen Kolleginnen und Kollegen erlebt, hat auch Niederschlag in einem Kurzessay gefunden, den Sie hier nachlesen können.

Axel von Ernst, Jahrgang 1971, lebt als freier Schriftsteller, Dramatiker und Verleger in Düsseldorf. 2005 erschien sein Bericht 48 Stunden Theater – Dokumentation und Selbstversuch in dem von ihm herausgegebenen Band Schauspielhaus. Bochum. – Ein Buch über das Theatermachen. Im gleichen Jahr wurde seine Klassiker-Collage Schillern beim »Junge Hunde«-Festival im Südthüringischen Staatstheater Meiningen präsentiert. In der Spielzeit 2005/2006 lief sein Schauspiel Betrug am Stadttheater Bremerhaven; das Theaterprojekt High Definition war im Rahmen des Freischwimmer-Festivals 2008 zu Gast in zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum. Er veröffentlichte Prosatexte in Zeitungen und Zeitschriften. 2006 gründete Axel von Ernst gemeinsam mit Viola Eckel den Düsseldorfer Lilienfeld Verlag mit einem Schwerpunkt auf zu Unrecht vergessenen Titeln.

Das gesamte Programm von kairobeirut finden Sie hier (ab Mitte August):
www.kairobeirut.de

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