Aktivitäten des Literaturbüros NRW e.V. im Jahre 2008

Erfolgreich ging das Jahr 2008 aus Sicht des Literaturbüros zu Ende: 5400 Gäste konnten wir bei den 95 Veranstaltungen begrüßen. Auf die wichtigsten Projekte blicken wir auf diesen Seiten zurück:

Literarischer Sommer
Gut sechs Wochen lang lockte Literatur aus Deutschland und den Niederlanden unter dem Titel „Wie in einem Traum – Als in een droom“ das Publikum an Rhein und Maas beim 9. deutsch-niederlän-dischen Literaturfestival „Literarischer Sommer / zomerlezen“. Mehr als 1.500 Literaturbegeisterte nahmen die Einladung an, sich bei 29 Veranstaltungen in das Reich der Fantasie entführen zu lassen.
Zu Gast im „Literarischen Sommer / zomerlezen“ waren Autorinnen und Autoren ebenso wie Schauspieler, Übersetzer und Musiker. Gelesen und diskutiert wurde nicht nur in den Biblio-theken und Kulturinstituten der beteiligten Städte, sondern auch in einem stillgelegten Bahn-hof, im Tiergarten, im Museum und anderen Orten, die die Bücher in den passenden Kontext brachten.
Das Konzept der VeranstalterInnen, auch deutsche Literatur in den Niederlanden und nieder-ländische Autorinnen und Autoren in Deutschland vorzustellen, ging erneut auf. Mit der deutsch-niederländisch besetzten „Leseshow Turboprop“ wurde Literatur am 7. September in Venlo mit Renske de Greef, Arjen Lubach, Clemens Meyer und Thomas Pletzinger zum Ab-schluss noch einmal richtig in Szene gesetzt.

Europa erlesen
In Zusammenarbeit mit dem Europaministerium des Landes NRW haben wir diese erfolgrei-che Reihe fortgeführt. Renommierte europäische Autoren treten am Regierungssitz des Minis-terpräsidenten, im Düsseldorfer Stadttor, auf. Sie lesen aus ihren Werken und diskutieren über zentrale europäische Fragen. 2008 waren zu Gast: György Konrád (Ungarn), Herta Müller (Rumänien/Deutschland) und Jiří Gruša (Tschechien) 500 Düsseldorfer besuchten diese Ver-anstaltungen.

Günaydin Düsseldorf: Türkische Literatur zwischen Bosporus und Düsseltal
Die Türkei war 2008 Partner der Frankfurter Buchmesse, und wie in jedem Jahr haben wir dem Gastland einen Schwerpunkt gewidmet. In der Reihe, die wir gemeinsam mit dem Heine-Haus, dem Heinrich-Heine-Institut, dem Düsseldorfer Appell, dem Kulturamt und der Zent-ralbibliothek organisiert haben, stellten Esmahan Aykol, Renan Demirkan, Mely Kiyak, Seb-nem Isigüzel und Yadé Kara Romane, Krimis, Sachbücher und Autobiographisches vor.

Literaturforum Neues Europa
Gemeinsam mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus und dem Heinrich-Heine-Institut ver-anstaltet das Literaturbüro seit 1989 das Literaturforum, das jedes Jahr im November Autoren aus Deutschland und aus dem östlichen Europa zusammenführt. Diesmal stand die Literatur Po-lens im Mittelpunkt. Eingeladen waren u.a. Jacek Dehnel, Tanja Dückers, Pawel Huelle, Mar-tin Pollack, Renate Schmidgall und Michael Zeller.

scene: österreich in nrw
Mit zwei Veranstaltungen haben wir uns an diesem Projekt mit und von österreichischen KünstlerInnen aller Sparten beteiligt.
In der Museumsnacht las und spielte Götz Argus bei uns im Literaturbüro/Rahmen-museum Conzen Ausschnitte aus Thomas Bernhards „Alte Meister“.
Unter dem Motto „Die Welt ist eine Ansammlung von komischen Tieren“ machten Lilian Faschinger, Thomas Glavinic und Klaus Händl deutlich, dass österreichische Schriftsteller nur scheinbar die gleiche Sprache benutzen wie ihre deutschen Kollegen. Bastian Knopp spielte und sang Lieder von Georg Kreisler. Bildinstallationen von StudentIn-nen der Fachhochschule schufen den perfekten Hintergrund für den wortgewaltigen Abend.

Kopfweide. Junge Literaturtage
Die „Jungen Literaturtage“ fanden in ihrem dritten Jahr erneut große Resonanz: An den drei Veranstaltungstagen im Oktober trafen 137 Kinder und Jugendliche im Rahmen der „Kopf-weide“ im Schloss Mickeln auf Autoren und Künstler. Sehr erfreulich: Die Zahl der teilneh-menden Jungen stieg deutlich an!
Fantasie und Sprachspiel standen erneut im Mittelpunkt der fünf Workshops. Mit großer Freude gingen die TeilnehmerInnen auf (Wort-)Schatzsuche, schöpften Papier und erfanden Baumgeschichten, inszenierten einen Lügenwettstreit, spürten die Verstecke seltsamer Fabel-wesen auf und ließen sich von „magischen Orten“ zu Fantasy-Geschichten inspirieren. Jede(r) fertigte und gestaltete ihr/sein eigenes Büchlein.
Am Samstagabend begeisterte der Autor Burkhard Spinnen mit seiner Lesung aus „Belgische Riesen“ 65 Kinder und Eltern.
Am Sonntagabend versammelten sich rund 120 Gäste und Teilnehmer zu einer stimmungsvol-len Abschlussveranstaltung in der Remise des Schlosses.
Nach den Herbstferien trafen am 14.10. drei Schulklassen auf je einen Autor (Manfred Thei-sen) bzw. eine Autorin (Claudia Schreiber, Ute Wegmann). In lebendigen Lesungen und Ge-sprächen wurden Geschichten vorgestellt, Fragen zum Beruf des Schriftstellers und zum Buchmarkt besprochen und die Schülerinnen und Schüler schrieben Briefe, kurze Geschichten oder Gedichte.

Museumsschreiber
Unser Konzept des „Museumsschreibers“ findet weiterhin großen Anklang. Nachdem Chris-toph Peters über das Hetjens-Museum, Dietmar Dath über die Kunsthalle und der Büchner-Preis-Träger Martin Mosebach über die Kunstsammlung NRW (K20) geschrieben hatten, legten Tanja Dückers über die Mahn- und Gedenkstätte und Liane Dirks über das Filmmuse-um neue Bände vor. Diese Reihe wird vom Literaturbüro NRW und den Stadtwerken Düssel-dorf herausgegeben, gemeinsam mit den beteiligten Museen und mit Unterstützung des Kultu-ramtes.

Grass und andere für fiftyfifty
Das Literaturbüro NRW hat erneut, wie schon einmal vor einigen Jahren, deutschsprachige Autoren gebeten, exklusiv und ohne Honorar für das Obdachlosenmagazin „fiftyfifty“ zu schreiben. Damals haben u.a. Elfriede Jelinek, Robert Gernhardt und Günter Kunert mitge-macht. Diesmal sind beispielsweise Günter Grass, Ulla Hahn, Friederike Mayröcker und Ro-ger Willemsen unserer Bitte gefolgt. Sie haben Gedichte geschickt und Erzählungen, Kinder-geschichten und Berichte über schlaflose Nächte. Die Leserinnen und Leser konnten sich ein ganzes Jahr lang auf die exklusiv in „fiftyfifty“ abgedruckte Literatur einiger der bedeutends-ten deutschsprachigen AutorInnen freuen.

Ehrenwort
Zu runden Geburtstagen wichtiger Düsseldorfer Autorinnen und Autoren veröffentlicht das Literaturbüro seit 2003 eine Auswahl aus deren Gesamtwerk. Diese Bändchen tragen den Reihentitel „Ehrenwort“. In diesem Jahr war der 80. Geburtstag von Rolfrafael Schröer für uns der willkommene Anlass, eine solche Auswahl zusammenzustellen und gemeinsam mit dem Heine-Institut den Gründervater aller irdischen Literaturbüros gebührend zu feiern.

„Der weite Weg gen Westen. Geflohen - vertrieben - angekommen an Rhein und Ruhr"
Unter diesem Titel erschien im Winter 2008 bei Schöningh eine von Dr. Winfrid Halder und Michael Serrer herausgegebene Anthologie. Sie versammelt individu-elle Zeugnisse von Menschen, die 1944/45 fliehen mussten bzw. vertrieben wurden, und die am Ende ihres »weiten Weges nach Westen« in Nordrhein-Westfalen ankamen. Die Texte berichten von Heimatverlust und ungewolltem Aufbruch, aber auch von Ankunft und Neuan-fang an Rhein und Ruhr. Die Beiträge stammen u.a. von Petra Reski, Joachim Sobotta, Ralf Thenior und Hans-Ulrich Treichel. Die Veröffentlichung wurde unterstützt durch die Landes-zentrale für politische Bildung.

Literatur und Leidenschaft.
Buchverlage in NRW
In die vierte und letzte Runde ging diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe. Wir stellten jedes Jahr gemeinsam mit dem Börsenverein Buchverlage vor, die auf sehr unterschiedliche Weise das literarische Profil des bevölkerungsstärksten Bundeslandes prägen. Zu Gast waren jeweils Vertreter der Verlage (oft deren LeiterInnen) und Autoren, deren Bücher typisch für das Ver-lagsprofil sind.
Diesmal präsentierten wir im Literaturbüro die folgenden Verlage: Edition Memoria (Hürth), Klartext (Essen), onomato (Düsseldorf), Droste (Düsseldorf) und Egmont Ehapa (Köln).

75 Jahre nach der Bücherverbrennung
Am 10. Mai 1933 wurden in ganz Deutschland Bücher verbrannt. Ins Feuer geworfen wurden Werke von Autoren, die den Nationalsozialisten aus den unterschiedlichsten Gründen nicht genehm waren. Das Literaturbüro NRW hat auf verschiedene Weise an diese Untaten erin-nert. Im und mit dem zakk haben wir eine Veranstaltung ausgerichtet, auf der der Schauspie-ler Bernt Hahn aus verbrannten Büchern las. In der „Nacht der Poeten“, der zentralen Veran-staltung des Bücherbummels auf der Kö, übernahm Mario Adorf diese Aufgabe. Außerdem haben wir Persönlichkeiten aus dem Kulturleben der Landeshauptstadt gebeten, in der „Rhei-nischen Post“ jeweils ein verbranntes Buch vorzustellen, das ihnen besonders wichtig ist. Die-ser Bitte sind sehr viele gefolgt, so dass zwischen dem 11. April und dem 10. Mai 2008 an insgesamt 19 Bücher mit jeweils einem Artikel erinnert wurde. Sie können diese Artikel auf unserer Homepage nachlesen.

Die Erfindung der Vergangenheit
Die Renaissance des historischen Erzählens wurde in einer Veranstaltungsreihe im Heinrich-Heine-Institut eingehend untersucht; moderiert von Dr. Karin Füllner, Dr. Lothar Schröder und Michael Serrer lasen und diskutierten Reinhard Jirgl („Die Unvollendeten“), Larissa Boehning (“Lichte Stoffe”) und Dieter Kühn (“Ein Mozart in Galizien”). Die Reihe wurde Anfang 2009 fortgesetzt mit Felicitas Hoppe (“Verbrecher und Versager”), Christof Hamann (“Usambara“) und Ilija Trojanow (“Der Weltensammler”).

Heimspiel. Lange Nacht der Düsseldorfer Literatur
„Heimspiel“ – die Dritte: Rund 800 Besucher hatten die 16 Einzelveranstaltungen der Aktion längs der Bilker Straße.
In drei Teams: „Wortspiele“, „Reisewege“ und „Spurensuche“, traten 15 Düsseldorfer Auto-rinnen und Autoren an und lasen mit wechselnden Partnern in nunmehr sechs Institutionen: im Literaturbüro, in der Galerie Tedden, im Heinrich-Heine-Institut, im Institut Français, in der Destille und (neu hinzu gekommen) in der Evangelischen Stadtakademie auf der Basti-onsstraße. Zwischen 18 Uhr und Mitternacht waren die Häuser und Straßen belebt: Es lasen Rolf Bönnen, Ina-Maria von Ettingshausen, Dieter Fohr, Sandra Honnef, Josef A. Kruse, Horst Landau, Gina Mayer, Wulf Noll, Christina Müller-Gutowski, Theresa Pak, Peter Phi-lipp, Reglindis Rauca, Margot Schroeder, Klaus Stickelbroeck und Christos Yiannopoulos. Zu den Lesungen, teils von Musik begleitet, kamen draußen Kurzlesungen dreier Nachwuchsau-torinnen aus den „Zwischenruf“-Schreibwerkstätten des zakk und eine Straßenführung mit Wulf Metzmacher, die großen Anklang fand.

Frisch gepresst. Neue Bücher aus Düsseldorf
Diese literarische Veranstaltungsreihe wird seit acht Jahren mit großem Erfolg von den Stadt-büchereien Düsseldorf und dem Literaturbüro NRW e.V. durchgeführt, finanziell unterstützt vom Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V. und vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf.
Jeweils am dritten Dienstag des Monats um 18 Uhr stellen Düsseldorfer Autoren oder Auto-rinnen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor. Auch Neuerscheinungen aus Düssel-dorfer Verlagshäusern werden in der Reihe präsentiert. In den immer gut besuchten Veranstal-tungen waren 2008 so unterschiedliche Autorinnen und Autoren wie Christof Hamann, Lari-ssa Boehning, Reglindis Rauca, Alexander Goeb, Bille Haag oder Gerhard Koch vertreten.

Nähe und Ferne
Gemeinsam mit dem Heine-Institut und der Literaturhandlung Müller & Böhm haben wir an drei Abenden Autoren eingeladen, die sowohl ihre eigene neueste Literatur vorstellten als auch an verstorbene Kolleginnen und Kollegen erinnerten: Amy-Diana Colin und Daniel Hoffmann sprachen über Rose Ausländer und Edith Silbermann, Martin Baltscheit und Gis-bert Haefs präsentierten die neue Ausgabe von Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“, und André Michael Bolten und Ralf Blaha erinnerten an den verstorbenen Förderpreis-träger André Ronca.

Weiterbildung
Wer sich schriftstellerisch weiterbilden wollte, hatte dazu unter professioneller Anleitung Ge-legenheit: Vollkommen ausgebucht war das Seminar zum Historischen Roman, bei dem der Erfolgsautor Titus Müller Einblick gewährte in seine eigene Schreibwerkstatt. Außerdem im Angebot hatten wir ein Seminar zum Drehbuchschreiben mit dem Düsseldorfer Autor Chris-tos Yiannopoulos.

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