Frisch gepresst: Neue Bücher aus Düsseldorf

In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Düsseldorf
Programm 1. Halbjahr 2007
Alle Veranstaltungen finden statt in der
Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz 1
Beginn: 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

16. Januar
Helge Hesse, Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Eichborn Verlag
Aus welchem Zusammenhang und aus welcher Zeit stammen Zitate, die in allen möglichen und unmöglichen Situationen benutzt werden? Und verwenden wir die Zitate überhaupt noch in dem ehemals gemeinten Sinne? Diesen Fragen geht Helge Hesse in seinem Buch nach.
Von dem Erkenne dich selbst des Thales von Milet bis zu George W. Bush und der Achse des Bösen unternimmt er eine Reise durch 2600 Jahre Geschichte. Die historischen Umstände und Hintergründe werden ebenso beleuchtet wie die Hintergründe und die Urheber der jeweiligen Zitate, sodass ein Eindruck von den verschiedenen Sichtweisen auf die Welt in unterschiedlichen Epochen entsteht. Helge Hesse arbeitete mehrere Jahre in der Verlagsbranche als Projektmanager und drehte Kurzfilme. Mittlerweile lebt er als freier Schriftsteller in Düsseldorf; 2005 veröffentlichte er im Eichborn Verlag Starke Worte für Manager. 100 ungewöhnliche Zitate und ihre Bedeutung für Führung, Organisation und Karriere.

20. Februar
Gina Mayer, Die Protestantin

iana Verlag Im Jahre 1822 begegnet die junge Johanne in Kaiserswerth dem protestantischen Pfarrer Theodor Fliedner. Mit großem Eifer und tief gläubig geht sie ganz in ihrer Arbeit für den Pfarrer und die von ihm ins Leben gerufene Diakonie auf. Ihre ganze Hoffnung legt sie in die Zukunft der jüngeren Schwester Catharine, die allerdings eine ganz andere Vorstellung vom Glück hat. Bei Ausbruch der Revolution von 1848 kommt es zwischen den Schwestern zu einem erbitterten Kampf um persönliche Überzeugungen...
Gina Mayer arbeitet als Werbetexterin und lebt in Kaiserswerth bei Düsseldorf. Die Protestantin ist ihr erster Roman.

20. März
Tatjana Kuschtewskaja, "Hier liegt Freund Puschkin..." Spaziergänge auf russischen Friedhöfen

Grupello Verlag
Gogol und Tschechow, Prokofjew und Schostakowitsch oder die berühmtesten Spione der Sowjetunion: Sie alle besucht Tatjana Kuschtewskaja bei ihren Streifzügen über den Donskoje-, den Neujungfrauen- oder den Wagankowskoje Friedhof, die für Moskau so bedeutsam sind wie der Montparnasse oder der Père Lachaise für Paris. Und wie immer hat die Autorin eine Menge Geschichten zu erzählen über die Verstorbenen - und damit auch über Russland, russische Beerdigungsbräuche und Trauerrituale. Tatjana Kuschtewskaja stammt aus der Wüstenoase Dargan-Ata in der Turkmenischen SSR und wuchs in der Ukraine auf. Sie studierte Musikpädagogik und Film und arbeitete als freie Journalistin und Drehbuchautorin. Seit 1991 lebt und arbeitet sie in Deutschland.

17. April
Sabine Klewe und Martin Conrath, Das Geheimnis der Madonna

Die Hansestadt Lippe im Jahr 1338: der Handel blüht und gedeiht - ebenso das Verbrechen. Eine kriminelle Vereinigung von Ratsherren, Hansekaufleuten und Handwerkern betreibt ein schwungvolles Geschäft mit Falschgeld. Der Reichtum wächst, die Gier wächst mit. Das wird einem Mitglied der Bande zum Verhängnis.
Zehn Jahre später werden in der Bruderkirche am Altar der Madonna, hinter einer durch ein Erdbeben eingestürzte Wand, ein Skelett und drei Münzen gefunden. Elisabeth Werringhausen, die Witwe eines Hansekaufmanns, vermutet sofort, dass der Tote ihr vermisster Zwillingsbruder Benjamin ist. Vor zehn Jahren ist dieser angeblich wegen dem Delikt der Münzenfälschung untergetaucht, doch Elisabeth hat nie an seine Flucht geglaubt. Als sich ihr Verdacht bestätigt, entschließt Elisabeth sich das "Geheimnis der Madonna" zu lüften.
Sabine Klewe ist freiberufliche Literaturübersetzerin und Autorin sowie Dozentin in der Erwachsenenbildung. 2006 erhielt sie u.a. den Förderpreis für Literatur der Stadt Düsseldorf. Martin Conrath ist Autor, Journalist, Schauspieler und Dozent. Von ihm sind bisher drei Saarlandkrimis im Kölner Emons-Verlag Köln erschienen. Er lebt seit 2006 in Düsseldorf.

15. Mai
Minck & Minck, totgepflegt. Maggie Abendroth und der kurze Weg ins Grab

Maggie ist 37, pleite und wohnt wieder in ihrer alten Heimat Bochum auf 22 qm - ohne Aussicht. Eigentlich ist Maggie Autorin mit unheilbarer Schreibblockade. Um jedoch über die Runden zu kommen, nimmt sie den Job als Aushilfssekretärin bei einem Beerdigungsinstitut an, ihre Nerven zusätzlich auf eine harte Probe stellt.
Bei "Pietät Sommer" ist alles unheimlich: der schweigsame Kollege Herr Matti, ihr blasierter Chef Herr Sommer - und die tote Kundschaft im Keller sowieso. Als dann auch noch ihre Lieblingsorganistin für Trauerfeiern plötzlich verstirbt, steckt Maggie ihre Nase in Dinge, die sie eigentlich nichts angehen. Gemeinsam mit Freundin Wilma, Herrn Matti und Ex-Kommissar Kostnitz begibt sie sich auf Spurensuche und gerät dabei in Lebensgefahr.
totgepflegt. Maggie Abendroth und der kurze Weg ins Grab ist der erste Roman einer geplanten Reihe von Krimis, die ausschließlich im Ruhrgebiet spielt.
Edda Minck, Jahrgang 1958, und Lotte Minck, Jahrgang 1960, leben und arbeiten in Bochum. Beide sind durch viele verschiedene Berufe und Jobs in der Film- und Fernsehbranche gegangen, bevor sie sich Ende 2004 dazu entschlossen, Schreibtischtäterinnen zu werden.

19. Juni
Florence Hervé, Frauen und Berge

Seit Urzeiten üben Berge eine große Faszination auf die Menschen aus. Einerseits als sagenhafte, geheimnisvolle, heilige und verwunschene Orte, andererseits als unüberwindbare Barrieren und Grenzgebiete zwischen Ländern. Aus dem Leben der vorgestellten Frauen spricht eine tiefe Verbundenheit mit der Welt der Berge. Sie arbeiten als Gletscherforscherin, Schäferin, Hausdame im Berghotel, Wirtin einer Berghütte, Malerin, Schriftstellerin und Musikerin. Sie leben aus dem Rucksack und erzählen von ihrer Geschichte als Widerstandskämpferin, Bergsteigerin und Extremskifahrerin und sie verbindet die Suche nach dem Geheimnis der Berge, der Freiheit und dem Absoluten.
Die Texte werden mit Fotografien von Katharina Mayer komplettiert. In allen Erzählungen und Bildern begegnet man grünen Tälern, bunten Almwiesen, Gipfeln, Gletschern und ewigem Eis. Das Buch offenbart die Schönheit und Faszination der Natur. Florence Hervé ist promovierte Germanistin. Die Autorin, Dozentin, Herausgeberin und Journalistin lebt in Düsseldorf und im bretonischen Finistère.
Katharina Mayer, geb. 1959, hat sich nach dem Studium der Freien Kunst und Fotografie in Düsseldorf bei Bernd Becher und Nan Hoover selbstständig gemacht. Die Fotografin arbeitet seit 1995 auch als Dozentin.

17. Juli
Solvejg Müller: Literarische Wege durch Düsseldorf

Düsseldorf ist eine Stadt der Literatur. Wer nach den Spuren von Autoren und Autorinnen sucht, die hier gearbeitet oder die Stadt poetisch porträtiert haben, den führt der Weg spontan zu Heinrich Heines Geburtshaus, zu den Heine-Trüffeln und dem Konfekt namens Schneider-Wibbel-Garn oder ins Goethe-Museum. Doch darüber hinaus gibt es eine Fülle literarischer Bezüge in dieser Stadt. Wer denkt schon beim Gang durch die Altstadt an die Wege, die der junge Goethe genommen hat? Oder an die literarischen Denkmale, die die prominenten Gäste der Brüder Jacobi - Heinse, Herder, Hamann, Stolberg, Jung-Stilling und Wilhelm von Humboldt - der Stadt gesetzt haben? Im 19. Jh. prägten Brentano, Immermann und Freiligrath das literarische Klima Düsseldorfs. Sie und die Schriftsteller und Schriftstellerinnen des 20. Jh., wie Herbert Eulenberg, Hermann Harry Schmitz, Rose Ausländer, Peter Handke, Günter Grass und Dieter Forte, fügten der literarischen Sicht auf Düsseldorf und seine unterschiedlichsten Stadtteile von Kalkum bis Benrath neue Facetten hinzu.

Solvejg Müller erweckt diese Vielfalt der literarischen Bezüge zu neuem Leben, lockt Leser und Leserinnen jenseits bekannter Wege in Winkel, die Eingang in die Literaturgeschichte gefunden haben. Eine spannende literarische Stadterkundung auf den Spuren sowohl klassischer als auch nicht ganz so klassischer Literatur.

Dienstag, 18. September
Michael Carlo Klepsch, Picasso und der Nationalsozialismus

Der spanische Maler, Graphiker und Bildhauer Pablo Picasso gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein beachtliches Gesamtwerk von mehr als 15.000 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken wirkte stil- und schulbildend auf die moderne Kunst. Doch er war nicht nur ein genialer, sondern auch ein politischer Künstler: Sein berühmtes Wandbild Guernica ist eine vehemente Anklage gegen die Unterdrückung seiner spanischen Heimat. Während der Nazi-Herrschaft geriet er durch seine engen Verbindungen zur Résistance ins Visier der Gestapo. Beim Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich blieb er in Paris, obwohl ihm viele besorgte Freunde Hilfe zur Flucht anboten. Nach der Befreiung von Paris trat er der Kommunistischen Partei bei.
Michael Carlo Klepsch hat für sein Buch, in dem er sehr eindringlich die beklemmende Atmosphäre im besetzten Paris schildert, neues Quellenmaterial über den Künstler ausgewertet und leistet einen wichtigen Beitrag zum Thema totalitäre Diktatur.

Der in Düsseldorf lebende Historiker Michael Carlo Klepsch ist Spezialist für Zeit- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Dienstag, 16. Oktober
Alexander Goeb, Kambodscha - Reisen in einem traumatisierten Land

1979 reiste Alexander Goeb zum ersten Mal nach Kambodscha. Die Hauptstadt Phnom Penh wirkt wie ein einziger Albtraum: Totenschädel am Straßenrand, die Killing Fields, patrouillierende vietnamesische Soldaten in den Straßen. Bei einem ersten Tribunal werden Todesurteile wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Abwesende gefällt: Pol Poth und leng Sary sind vor der vietnamesischen Armee in den Dschungel geflüchtet.
Bei seinen Reisen durch das Land am Mekong hat Alexander Goeb mit zahlreichen Opfern des Genozids gesprochen, die Stätten des Krieges ebenso besucht wie die Sehenswürdigkeiten und die Entwicklung des Landes intensiv verfolgt. Im Jahr 2007, in dem kambodschanische und internationale Richter mit einem erneuten Tribunal für eine späte Sühne sorgen sollen, zieht Goeb Bilanz.

Alexander Goeb wurde in Düsseldorf geboren und lebt heute in Frankfurt am Main. Er bereist immer wieder die Länder Südostasiens und Nordafrikas und schreibt Reportagen und Hörfunk-Features für die verschiedensten Medien. Für eine Reportage über die Ermordung der Kölner Edelweiß-Piraten wurde er mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen u.a. Er war sechzehn, als man ihn hängte (1981), Kinderstadtführer Düsseldorf und Köln (1987/88) oder Ich bin Kurdin (1993).

Dienstag, 20. November
Doris Konradi, Frauen und Söhne

Als Cosima nach über zwanzig Jahren plötzlich in dem abgelegenen Bergdorf auftaucht, in dem sie aufgewachsen ist, bahnen sich Konflikte an: Über zwanzig Jahre hat Reni auf das Wiedersehen mit der Frau gewartet, die sie für den Tod ihres Sohnes Beat verantwortlich macht. Das Zusammentreffen weckt Erinnerungen in Cosima, die mittlerweile einen eigenen Sohn hat, den sie ebenso liebt wie Reni den ihren damals. In ihrem zweiten Roman erzählt Doris Konradi die Geschichte zweier vollkommen unterschiedlicher Frauen und stellt die wohl niemals zu beantwortende Frage, was eigentlich Glück bedeutet.

Doris Konradi studierte Volkswirtschaftslehre, Germanistik, Romanistik und Niederlandistik; sie lebt und arbeitet in Köln, 2003 wurde sie mit dem Bettina-von-Arnim-Preis ausgezeichnet. Frauen und Söhne ist der zweite Roman der Kölner Autorin.

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