Projekte 2006 - Tätigkeitsbericht des Literaturbüros NRW e.V.

Ein projekt- und erfolgreiches Jahr liegt hinter uns - herzlichen Dank für Ihre Unterstützung & Ihr Interesse an unseren Veranstaltungen! Hier blicken wir auf die wichtigsten zurück:

Düsseldorf liest ein Buch. Heinrich Heine: Reisebilder
Das Literaturbüro organisierte in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine-Institut zum 4. Mal die stadtweite Aktion, in deren Mittelpunkt anlässlich seines 150. Todesjahres Heinrich Heine stand. Rund um seine Reisebilder gelang ein vielseitiges, von Publikum und Presse sehr gut angenommenes Programm mit 20 Veranstaltungen. Zum Auftakt im vollbesetzten Heine-Institut hielt Prof. Karol Sauerland einen einführenden Vortrag und Wolfgang Reinbacher vom Düsseldorfer Schauspielhaus rezitierte aus den Reisebildern.

Lesungen, musikalische Inszenierungen von Heine-Texten, szenische Darstellungen und eine Filmvorführung fanden statt in zahlreichen Kulturinstituten und Kirchen. Die Rheinbahn unterstützte das Projekt mit dem Aushang von Plakaten im gesamten Stadtgebiet und bot erneut eine literarische Straßenbahnfahrt an.
Highlight zum Abschluss war die Matinee mit dem zeitgenössischen Reiseschriftsteller Roger Willemsen im HeineHaus. Rund 1200 Zuhörer nahmen an den Veranstaltungen teil.

Literarischer Sommer
Erstmalig waren wir verantwortlich für das grenzüberschreitende deutsch-niederländische Festival Literarischer Sommer, das in den Städten Neuss, Krefeld, Mönchen-gladbach, Roermond und Venlo stattfand. Neben so bekannten Autorinnen und Autoren wie Wilhelm Genazino, Eva Demski, Jessica Durlacher oder Martin Mosebach konnten wir bei den rund 20 Veranstaltungen mit Rabea Edel oder Tilman Rammstedt auch neue, vielversprechende Literaten vorstellen.

Museumsschreiber
Kaum eine Stadt besitzt so interessante Museen wie Düsseldorf, und kaum eine Stadt wird von diesen Museen so sehr geprägt. Grund genug, darauf auch mit den Mitteln und Formsprachen anderer Künste zu reagieren. Das ist das Ziel des neuen Literaturbüro-Projektes Museumsschreiber. Renommierte deutschsprachige Autor-innen und Autoren werden eingeladen, sich jeweils ein Museum genau anzuschauen, sich mit dessen Geschichte und Ausstellungen vertraut zu machen. Anschließend reisen die Autoren wieder zurück und schreiben über dieses Museum. Die dabei entstehenden Texte sind so unterschiedlich wie die Häuser - es können Gedichte sein oder Kurzgeschichten, Essays oder Geschichten für Kinder. Zu jedem Museum wird es einen kleinen Band geben. Die Bücher erscheinen im Verlag „edition virgines“, herausgegeben vom Literaturbüro NRW und den Stadtwerken Düssel-dorf. Im Jahr 2006 hat Christoph Peters über das Hetjens-Museum (Deutsches Keramikmuseum) geschrieben und Diet-mar Dath über die Kunsthalle Düsseldorf; beide Publikationen wurden mit großem Erfolg in den jeweiligen Häusern vorgestellt; der WDR berichtete ausführlich.

Metropolenschreiber
Gemeinsam mit der Kunststiftung NRW entsandte das Literaturbüro auch in diesem Jahr zwei Autoren in europäische Metropolen: Der Kölner Autor Selim Özdogan lebte und schrieb im August und September in Madrid und der Düsseldorfer Autor Philipp Schiemann arbeitete im September und Oktober in Lissabon. Die „Kurzberichte aus der Metropole“ sind auf der Webseite des Literaturbüros nachzulesen.

A-Fragen
Während die halbe Nation über die T-Frage stritt (sollte Kahn das Fußballtor hüten? oder besser Lehmann?), stellten wir die A-Fragen, die wirklich wichtigen Fragen: Nach Alter, Arbeit, Armut und Ausland im Inland. An vier Abenden stellten jeweils zwei Schreibende ihre unterschiedliche Sicht auf ein zentrales Problem unserer Gesellschaft dar, jeweils ein Schriftsteller und ein Journalist: John von Düffel und Elisabeth Niejahr, Rainer Merkel und Hubert Winkels, Raul Zelik und Mark Terkessidis, Matthias Zschokke und Gabriele Gillen. Die überaus ergiebigen Abende fanden im Heine-Haus und im Heine-Institut statt (letzteres war auch Mitveranstalter, unterstützt wurden wir bei diesem Projekt auch von den Stadtwerken Düsseldorf).

Düsseldorf sieht rot
Dass die chinesische Kulturwoche, die das Literaturbüro in Zusammenarbeit mit Düsseldorf China Center und dem Filmmuseum durchführte, ein so großer Erfolg werden würde, hätten wir nicht zu hoffen gewagt: Nicht nur zahlreiche Düssel-dorferinnen und Düsseldorfer nahmen das umfangreiche Programm mit Literatur, Film, Koch- und Kampfkunstkursen, Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung wahr, auch viele Besucher reisten extra aus der Umgebung an, um chinesische Kultur zu erleben.

Moderne chinesische Literatur war gleich vier Mal live zu erleben mit Xiaolu Guo, Luo Lingyuan, Yu Hua und Wei Hui.

Kopfweide. Junge Literaturtage
Die ersten „Jungen Literaturtage“ - zwei stimmungsvolle Tage auf dem „schloßmeierhof“ - lockten am 14.+15. Oktober 55 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren. Sie trafen auf Autoren und Künstler, erfanden und schrieben Geschichten und Gedichte, probten Lesung und freien Vortrag, inszenierten Geschichten als Papier-Schattentheater, kalligraphierten - kurz: spielten und erprobten sich mit ihrer Sprache und Schrift in sechs Workshops. Für ihre Texte fertigten und gestalteten die Teilnehmer gemeinsam mit Buchbinderin Nadine Adrian eine Mappe.

Das Ambiente des „schloßmeierhofs“ beflügelte die Kinder & Jugendlichen und gab Anreize zur literarischen Verarbeitung. Am Samstagabend lasen Amelie Fried und Peter Probst vor 60 Kindern und Eltern aus ihrem Kinder-Krimi "Taco und Kaninchen"; die Kinder nutzten anschließend die Gelegenheit, die Autoren ausgiebig über Schreibprozesse und über das Publizieren zu befragen. Am Sonntagabend versammelten sich 150 Gäste und Teilnehmer zu einer stimmungsvollen Abschlussveranstaltung in der Remise: Geschichten, Gedichte und Poetry Slam wurden vorgetragen, die Kinder aus dem Schattentheater-Workshop inszenierten Auszüge ihrer Geistergeschichten in der ansonsten stockdunklen Scheune; mit frei erzählten Geschichten klang der Abend im Kaminzimmer aus. Es war sehr schön zu hören und zu sehen, was an einem Wochenende alles auf der "Kopfweide" gewachsen ist! Viele begeisterte Rückmeldungen der Kinder und Eltern haben uns erreicht - ein Grund mehr, für 2007 eine Kopfweide II zu planen.

Jenseits von Harry. Neue Jugendliteratur
Vier Veranstaltungen für Schüler wurden erneut gemeinsam mit der Stadtbücherei durchgeführt. Das Angebot fand zusätzlich zur Zentralbibliothek auch in den Stadtteilen Benrath und Derendorf statt. Besonderen Wert legten die Veranstalter auf die aktive Teilnahme der Jugendlichen in Workshop & Gespräch. Jeweils zwei Klassen weiterführender Schulen besuch-ten die Lesungen/Workshops mit Martin Baltscheit, Marjaleena Lembcke, Manfred Theisen und Arnold Thünker.

Frisch gepresst. Neue Bücher aus Düsseldorf
Im siebten Jahr zeigte diese Reihe mit neuen Büchern von Düsseldorfer AutorInnen bzw. aus Düsseldorfer Verlagen, die wir zusammen mit der Zentralbibliothek Düsseldorf veranstalten, wiederum, wie vielfältig die Düsseldorfer Leselandschaft ist: Lyrik und Prosa, Romane, Biogra-phien, Krimis und vieles mehr wurden präsentiert von Stephan Harbort, Ina-Maria von Ettingshausen, Ingrid Bachér, Petra Welzel, Veronika Beci, Esther Mujawayo, Eri Krippner, Wolfgang Mock, Wulf Noll und Herbert Genzmer.

Heimspiel. Lange Nacht der Düsseldorfer Literatur
Diese neue Plattform zur Präsentation der Düsseldorfer Autorinnen und Autoren löste 2006 erstmals das Projekt Literaturtelefon ab. Gemeinsam mit vier weiteren Kulturorten auf der Bilker Straße (Galerie Tedden, Heinrich-Heine-Institut, Institut Français, Destille) fand das "Heimspiel" mit 38 Kurzlesungen von 19 Autoren am 19. August statt. Mit dabei waren: Georg Aehling, Martin Baltscheit, Ille Chamier, Horst Eckert, Erwin Gehrmann, Pamela Granderath, Srdjan Keko, Susanne Kersten-Stein, Angela Litschev, Wolfgang Neuhausen (Nemo), Alexander Nitzberg, Alla Pfeffer, Regina Ray, Wolfgang Reinke, Frank Schablewski, Philipp Schiemann, Kajo Scholz, Otto Vohwinckel und Barbara Zimmermann.

Nähe und Ferne
Zum zweiten Mal fand diese Reihe des Literaturbüros, des Heine-Institutes, der Buchhandlung Literatur bei Rudolf Müller und des Kulturamtes mit Düsseldorfer Autorinnen und Autoren statt, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Nähe und Ferne auseinandersetzen. Florence Hervé, Margot Schröder, Niklas Stiller, Achim Raven, Jens Prüss und Peter Philipp äußerten sich in diesem Jahr mit näherem und fernerem Bezug zu dem Thema.

Weiterbildung
Auch in diesem Jahr wurde gemeinsam mit den drei anderen nordrhein-westfälischen Literaturbüros ein umfassendes Weiterbildungsprogramm organisiert.

In Düsseldorf fand ein Seminar zur Verlagskunde mit dem Titel „Textdoktor“ (01./02. Juli, Leitung: Dr. Martin Hielscher, C.H. Beck Verlag) statt.

Gemeinsam mit der Thomas Morus Akademie und der Kölner Autorin Liane Dirks organisierten wir eine zehntätige Schreibwerkstatt in Kroatien, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit Liane Dirks Theorie des „Erzählten Raumes“ auseinandersetzten. Die kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl der Seminare spiegelt auch den wachsen-den Bedarf von Autorinnen und Autoren nach Beratung wider; sowohl das Schreiben betreffend als auch in praktischen Fragen zum Verlags- und Literaturbetrieb. Auch hier sehen wir einen wichtigen Bereich unserer Arbeit in telefonischen und persönlichen Gesprächen bei uns im Hause.

Krimi-Nacht zum 60. Geburtstag von NRW
Aus Anlaß des 60. Geburtstag unseres Bundeslandes veranstalteten das Literaturbüro NRW und die Staatskanzlei im August eine internationale besetzte Krimi-Nacht im Stadttor. Es lasen die renommierten Autoren Stefan Slupetzky (Österreich), Jac. Toes (Niederlande) und Petra Hammesfahr (Deutschland). Dieser erfolgreiche Abend war der Startschuss für eine Zusammenarbeit, die im Jahr 2007 intensiviert wird: Staatskanzlei und Literaturbüro NRW laden in regelmäßigen Abständen europäische Autoren von Rang nach Düsseldorf ein (u.a. Margriet de Moor und Lars Gustafsson).

Organisatorisch beteiligte sich das Literaturbüro NRW darüber hinaus an folgenden Projekten:

NRW Autoren auf der Buchmesse Basel
Zum 3. Mal präsentierte das Literaturbüro Autoren aus Nordrhein-Westfalen auf der BuchBasel, dem Lesefest anlässlich der dortigen Buchmesse. Annette Mingels und Tilman Rammstedt vertraten NRW in der Schweiz.

Literaturforum Neues Europa
Literaturen europäischer Regionen und ihre Beziehungen zur deutschen Literatur stehen im Mittelpunkt der Autorenbegegnungen des Forums, dessen Federführung beim Gerhart-Hauptmann-Haus liegt. Vom 08.-10. November trafen Autoren aus Bulgarien, Kroatien, der Slowakei, Tschechien und Deutschland in Düsseldorf aufeinander, u.a. nahmen Nikica Petrak und Reiner Kunze teil.

Kleine Löwen lernen lesen
Gemeinsam mit der BürgerStiftung und den Stadtbüchereien setzt sich das Literaturbüro für die Leseförderung der Düsseldorfer Vorschüler ein. Im Rahmen von Büchereiführungen für KiTa-Gruppen erhalten die Vorschüler je ein Buch "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte" des Düsseldorfer Autors Martin Baltscheit. Ziel ist es, dass jedes Vorschulkind die Bücherei kennenlernt und ein Buch geschenkt bekommt - für viele Kinder aus "buchfernen" Haushalten etwas Besonderes. Das fantasievolle, liebevoll gestaltete Buch ist ein idealer Ausgangspunkt, in weiteren Aktionen in der KiTa, zum Beispiel durch Malen, Theaterspielen, Weiterspinnen der Löwen-Geschichte zu erfahren, dass Bücher Welten sein können!

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