Nähe und Ferne

Eine Veranstaltungsreihe mit Autorinnen und Autoren aus Düsseldorf

In Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine-Institut, der Buchhandlung Literatur bei Rudolf Müller und dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf.

Wie verändert die Erfahrung der Fremde die Wahrnehmung des Eigenen? Was bedeutet das Leben in der Ferne, im selbstgewählten Exil, in fremder Sprache für den Dichter? Wir haben sechs Autorinnen und Autoren aus Düsseldorf eingeladen, ihre literarisch umgesetzten Erfahrungen mit der Fremde vorzustellen: Hansjürgen Bulkowski (Polen), Alexander Nitzberg (Russland), Wulf Noll (Japan), Regina Ray (Indien), Frank Schablewski (Israel) und Philipp Schiemann (Ghana).

Dienstag, 2. August, 19.30 Uhr
Buchhandlung Literatur bei Rudolf Müller
Neustraße 38
Eintritt: 5/4 €

Alexander Nitzberg und Wolf Noll

Wenn sie von dem russischen Nobelpreisträger Joseph Brodsky stammen, dann kann man Weihnachtsgedichte auch im August rezitieren, meint der Übersetzer Alexander Nitzberg. Darüber hinaus stellt Nitzberg aber auch den eigenen neuen Zyklus Farbenklavier vor, der dem Komponisten Alexander Skrjabin gewidmet ist.
Alexander Nitzberg, 1969 in Moskau geboren, lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Publizist in Düsseldorf. 1998 erhielt er den Literaturförderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Wulf Noll ist in der japanischen Welt ebenso zuhause wie in der deutschen. An diesem Abend wird er seine Novelle Zauberwort und seinen japanischen Erzählband Momotarostraße vorstellen. Wulf Noll, 1944 in Kassel geboren, arbeitete als Lehrer, Journalist, Lektor und von 1993 bis 1997 Professor für deutsche Sprache und Literatur an japanischen Universitäten. Mit seiner Frau, der Künstlerin Mutsumi Aoki, lebt er in Düsseldorf.

Mittwoch, 31. August, 20.00 Uhr
Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14
Eintritt: 5/4 €

Hansjürgen Bulkowski und Frank Schablewski

Auf eine zweifache Spurensuche begibt sich Hansjürgen Bulkowski nach Polen: Einmal geht er der Vineta-Sage nach, dann macht er anhand polnischer Nachkriegs-Briefmarken in Warschau sechs kriegszerstörte Plätze aus, fotografiert sie und beschreibt, wie sich die Stätten verändert haben.

Hansjürgen Bulkowski wurde 1938 in Berlin geboren und lebt seit vier Jahrzehnten in und in der Nähe von Düsseldorf. Häufig hielt er sich für längere Zeit im Ausland auf. Er veröffentlichte zahlreiche Prosatexte, Übersetzungen und Arbeiten für den Rundfunk.

Frank Schablewski wurde 2001und 2004 nach Israel eingeladen für einen Künstleraustausch. Mehrere Monate bereiste er die Städte und Landschaften des Nahen Ostens, traf mit Künstlern und Intellektuellen des Landes zusammen. In dieser Zeit sind die Gedichte entstanden an den Nahtstellen von Okzident und Orient, von Wallfahrtsorten und Wüsten, Kibbuz und Tel Aviv. In der Ferne bekam die Nähe einen notwendigen Kontrast und zeichnete so genauere Bilder.

Schablewski wurde 1965 in Hannover geboren. Kooperation mit verschiedenen Künstlern aus den Sparten bildende Kunst, Tanz und Musik. Seit 2001 längere Auslandsaufenthalte in Israel und der Türkei. Dieses Jahr Teilnahme an zwei Übersetzungsworkshops der Literaturwerkstatt Berlin im April und Juni beim Poesiefestival Berlin. Veröffentlicht seit 1999 im Rimbaud Verlag, Aachen, zuletzt Eros Ionen, 2003.

Dienstag, 6. September, 20.00 Uhr
Literaturbüro NRW e.V. im Rahmenmuseum Conzen
Bilker Straße 5
Eintritt: 5/4 €

Regina Ray und Philipp Schiemann

Indien ist für Regina Ray zur 2. Heimat geworden, viele Texte, Essays und Features hat sie bereits über das Land veröffentlicht. Regina Ray wird aus ihrem Manuskript Lauter Heilige lesen: Es sind fiktive, eigenständige Texte, getränkt mit Details aus dem indischen Alltag.

Regina Ray, geboren in Baden-Württemberg, lebt und arbeitet seit Ende der achtziger Jahre in Düsseldorf. In diesem Jahr erhielt sie das arbeitsstipendium der Stadt Düsseldorf und wird am Tage der Veranstaltung gerade von einem längeren Indienaufenthalt zurückgekehrt sein.

Philipp Schiemann wird aus den 2004 in der Edition Selene erschienenen Ghana Briefen lesen, einem Buch, dass auf den Briefen und Auszeichnungen beruht, die der autor während eines einmonatigen Aufenthaltes in dem westafrikanischen Land verfasste. Es sind nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern die alltäglichen - und für den Fremden vollkommen überwältigenden Dinge, die Schiemann beschreibt: lange Busfahrten mit Bob Marley Musik, bunte Märkte, Götteropfer und immer wieder das Gefühl, ein vollkommener Fremdkörper zu sein.

Philipp Schiemann, Jahrgang 1969, lebt und arbeitet als freischaffender Autor in seiner Geburtsstadt Düsseldorf. Seit 1996 gab er über 200 Lesungen in Deutschland, Schweden, der Schweiz, Österreich und den USA. Zuletzt erschienen Über Kunst (Erzählung, 2001), Ich gehe langsam durch die Stadt (CD,2002) 2004 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Düsseldorf

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