Termin im April

Donnerstag, 03. April 2014

„Wortwelt – Fokus Syrien“ mit Rosa Yassin Hassan

„Wortwelt" stellt anhand eines literarischen Beispiels ein Land vor, das aktuell von besonderem öffentlichem Interesse ist. Im Fokus steht das moderierte Gespräch zwischen den Autoren, einem sehr guten Kenner des Landes und dem Publikum. Die Veranstalter möchten einen möglichst persönlichen Einblick in Welten eröffnen, die oft von einseitiger oder auch sehr geringer Berichterstattung geprägt werden und damit neue oder veränderte Perspektiven ermöglichen.

Die syrische Autorin und Journalistin Rosa Yassin Hassan wurde 1974 Damaskus geboren. Sie studierte Architektur und arbeitet für mehrere syrische und arabische Zeitungen und Magazine als freie Literaturjournalistin. Sie engagiert sich in der Frauenbewegung und ist Gründungsmitglied des Vereins „Frauen für Demokratie". In ihrem Blog "Tagebuch der syrischen Revolution" hat sie schonungslos von den Ereignissen in Syrien berichtet. Die in deutschen Tageszeitungen veröffentlichten Auszüge gehörten zu den wenigen Augenzeugenberichten, die hierzulande die Öffentlichkeit erreichten. Ihre Berichte alarmierten die syrischen Geheimdienste, sodass Rosa Yassin Hassan im Oktober 2012 aus Syrien fliehen musste. Als Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung NRW lebte sie zunächst im Böll-Haus Langenbroich und ist jetzt gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten zu Gast in Hamburg bei der Stiftung für politisch Verfolgte. Eine Rückkehr scheint für Rosa Yassin in absehbarer Zeit keine Option.

In ihrem jüngsten Roman Wächter der Lüfte schildert Rosa Yassin Hassan wie Menschen und deren Familien in politischer Haft gebrochen werden. Im Mittelpunkt des Romans steht Anat Ismail, eine junge Syrerin, die für die kanadische Botschaft in Interviews mit Flüchtlingen aus unterschiedlichsten Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas dolmetscht. Sie lernt Dschawad kennen, der, kaum dass die beiden ein Paar geworden sind, verhaftet wird und als politischer Gefangener mehr als fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringt. Doch nach seiner Entlassung wird beiden bald klar, dass die Zeit der Trennung tief greifende Spuren und seelische Wunden hinterlassen hat, die die Partnerschaft mehr und mehr zerstören. Eingeflochten werden auch die Familiengeschichte der Protagonistin und die Schicksale befreundeter Figuren. Der Roman ist damit auch als eine Abrechnung mit den Lebensumständen unter dem totalitären Regime in Syrien zu lesen, die seit den Aufständen des arabischen Frühlings 2011 eine neue Dimension gewonnen hat.

Larissa Bender, Journalistin, Übersetzerin, Arabistin und Herausgeberin des Buches Syrien – Der schwierige Weg in die Freiheit, liest die deutschen Passagen und führt ein Gespräch mit der Autorin über das Buch und die aktuelle politische Situation in Syrien.

Die Übersetzung des Gespräches übernimmt Michaela Kleinhaus, Leiterin des Arabicums am Landessprachlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum.

In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek, dem Heinrich Böll Haus Langenbroich und der Heinrich-Böll-Stiftung NRW.

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