Frisch gepresst

Willkommen im Frisch gepresst-Jubiläumsjahr! Diese literarische Veranstaltungsreihe wird seit 20 Jahren mit großem Erfolg von den Stadtbüchereien Düsseldorf und dem Literaturbüro NRW e.V. in Kooperation mit dem Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V. gemeinsam durchgeführt. Jeweils am dritten Dienstag des Monats um 18 Uhr stellen AutorInnen aus NRW oder aus NRW-Verlagen ihre aktuellen Titel in der Zentralbibliothek vor, der Eintritt ist frei. Die Veranstaltungen werden moderiert von Michael Serrer.

15. Januar: Denis Pfabe liest Der Tag endet mit dem Licht

19. Februar: Neues von Hansjürgen Bulkowski

19. März: Angela Steidele liest aus Zeitreisen

09. April: Tom Saller liest aus Wenn Martha tanzt

21. Mai: Clara Henssen liest aus down

11. Juni: Pascal Richmann liest aus Über Deutschland, über alles

16. Juli: Bernd Desinger liest aus Die Runde der Raben

20. August: Yannic Han Biao Federer liest aus Und alles wie aus Pappmaché

17. September: Jan Drees liest aus Sandbergs Liebe

15. Oktober: Lina Atfah liest Das Buch von der fehlenden Ankunft

19. November: Johanna Dombois liest aus Rettungswesen

17. Dezember: Julia Trompeter liest aus Frühling in Uitrecht




15. Januar: Denis Pfabe – Der Tag endet mit dem Licht

Vor 25 Jahren machte Frida Beier eine aufwühlende Reise durch die USA. Sie assistierte dem berühmten Adrian Ballon, der für ein Kunstprojekt ganze Häuser zersägen ließ, und vermittelte als einzige Frau zwischen einem Haufen Arbeiter, einem unsichtbaren Düsseldorfer Galeristen und dem schweigsamen Künstler – der sich am Ende in seinem gemieteten Ferrari erschoss, in den Händen ein Foto von sich und Frida. Jetzt erst wagt sie, sein Tagebuch zu lesen und ahnt, dass sie nicht aus Zufall Ballons Assistentin wurde. Sie war Teil seines letzten, radikalen Werks. Denis Pfabe erzählt von einem exzentrischen Mann, der schwer an sich selbst trägt, von Familie und Schuld und von einer Frau, die sich lange weigert zu begreifen. Der in Bonn geborene Autor ist Absolvent der Bayerischen Akademie des Schreibens und war Stipendiat am Literarischen Colloquium Berlin. Er fährt drei Tage die Woche Gabelstapler in einem Baumarkt, weil er den Kontrast zum Schreiben mag.

19. Februar: Neues von Hansjürgen Bulkowski

Hier ist im wahrsten Sinne ein Künstler am Werk: Mit einem Blick für das Konkrete fängt Hansjürgen Bulkowski Alltagseindrücke ein. Dabei steckt in seinen Worten eine Gegenständlichkeit, die seine Vergangenheit als Aktionskünstler erahnen lässt. Der gebürtige Berliner veröffentlicht bereits seit Mitte der 60er Jahre Lyrik, Kurzprosa, Hörspiele und Essays, war in dieser Zeit aber auch in Künstlerkollektiven aktiv, gemeinsam mit Jörg Immendorf, Chris Reinecke und anderen. Gleich mehrere Einblicke in seine literarische Arbeit gewährt er bei Frisch gepresst: In Nachrichten aus Notzeiten erinnert sich Bulkowski an seine Kindheit in Berlin, an die ereignisreichen Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Poetopien sind, so der Autor, „Einfälle aus der unmittelbaren Lebenswelt“, in denen eine spezifische Poesie steckt. Zuletzt erschien von Bulkowski der Band Wie spät sind wir? Siebenzeilige Gedichte, in dem er sich gezielt mit den Möglichkeiten dieser lyrischen Form auseinandersetzt.

19. März: Angela Steidele liest aus Zeitreisen

1840 reisten die Engländerinnen Anne Lister und Ann Walker im Pferdeschlitten auf der zugefrorenen Wolga bis zum Kaspischen Meer und weiter über den Großen Kaukasus. Anne starb völlig unerwartet auf einer Bergtour in Georgien. Ihre Gefährtin Ann Walker benötigte sieben Monate, um ihren Sarg zurück nach Halifax zu bringen. Nach dem Entschluss, eine Biografie über die freizügige Tagebuchautorin und verwegene Reisende Anne Lister zu schreiben, begibt sich Angela Steidele auf die Spuren des außergewöhnlichen Paares. Was erzählen die Orte, Landschaften und Menschen heute von fernen Zeiten? Kann man in die Vergangenheit reisen? Welche Vergangenheit? Zeitreisen erlaubt einen Blick in die Werkstatt einer Biografin und bildet den zweiten Teil einer Trilogie. Die in Köln lebende Autorin Angela Steidele erforscht und erzählt historische Liebesgeschichten. Für ihr literarisches Debüt Rosenstengel erhielt sie 2015 den Bayerischen Buchpreis.

09. April: Tom Saller liest aus Wenn Martha tanzt

In Tom Sallers Debütroman findet der Student Thomas ein Tagebuch seiner Urgroßmutter Martha und darin Zeichnungen, signiert von Oskar Schlemmer, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Walter Gropius. Martha, die 1900 als Tochter des Kapellmeisters in einem kleinen Dorf in Pommern geboren wurde, wagte den Schritt ans Weimarer Bauhaus. Sie entdeckte das Tanzen für sich und errang den Respekt der Künstler, doch als die Nationalsozialisten die Kunstschule schlossen, kehrte Martha in ihre Heimat zurück – im Gepäck ein Tagebuch von immensem Wert. 2001 reist Thomas nach New York, um es für einen Millionenbetrag versteigern zu lassen. Saller öffnet mit Marthas Geschichte ein Fenster in die aufregende Zeit am Bauhaus und stellt eindrucksvoll dar, wie „ein künstlerischer Lebensentwurf wieder in dörfliche Alltäglichkeit eingeebnet wird.“ (NDR Kultur). Der Autor und Psychotherapeut lebt in der Nähe von Köln und spielt Saxophon in einer Jazzcombo.

21. Mai: Clara Henssen liest aus down

Vor ein paar Jahren haben die Hormone von Jeneke angefangen, Polka zu tanzen. Sie ist auf dem besten Weg, eine Frau zu werden. Leicht ist das nicht, denn Jeneke hat das Down-Syndrom. „Downie“, „Mongo“ – über die Jahre begegnet sie vielen Vorurteilen. Aber als wäre das noch nicht genug, hat ihr Bruder Jacob einen wiederkehrenden Albtraum: In der Badewanne verwandelt sich Jeneke in eine Qualle. Was wäre, wenn dieser Traum sich bewahrheitet? Nachdem Jeneke verschwindet, begibt sich ihre Freundin Alva auf die Suche nach Antworten und rekapituliert die Geschichte ihrer Freundschaft zu Jeneke und ihrer Liebe zu Jacob. Clara Henssen schreibt in ihrem Debütroman "down" über das Frausein mit und ohne Behinderung und den Weg zum Erwachsenwerden. Clara Henssen, 1987 in Düsseldorf geboren, hat Literaturwissenschaft in Berlin, Cambridge und Oxford studiert. Sie arbeitet als freie Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben.

11. Juni: Pascal Richmann liest aus Über Deutschland, über alles

Ein junger Schriftsteller bricht auf, „deutschkrümelnder Idiotie in die Schnitte zu spucken“. Wie ein todesmutiger Stuntman mit Notizblock stürzt sich Pascal Richmann in Tänze mit Burschenschaftlern, besichtigt die Walhalla nach Mitternacht und trinkt Schnäpse in der Kaschemme eines Ex-NPD-Chefs auf Mallorca. Wann immer er seine Gegenüber nach ihren Deutschlandbildern befragt, stößt er auf Wahnvorstellungen. Richmanns Debüt lebt von absurden Begegnungen und unverhofften Assoziationen. Es erzählt von einer zerrissenen Nation, die ohne solche Expeditionen kaum zu verstehen ist. Pascal Richmann, geboren 1987 in Dortmund, studierte Sozial- und Kulturanthropologie in Heidelberg und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Er schreibt Theatertexte, Essays, Reportagen und Erzählungen.

16. Juli: Bernd Desinger liest aus Die Runde der Raben

Die vier Freunde Jannifer, Lance, Eric und Falk erhalten neue Nachrichten über ihren verschwundenen Freund Arthur – aber nicht alle wollen die Suche nach ihm fortsetzen. Zudem ist ihre Reise noch nicht zu Ende: Über fast alle Kontinente führt sie ihr Lebensweg und manchmal auch darüber hinaus. In Zwischenwelten und in seltsamen Zeitzonen erleben sie Abenteuer und sind Gefahren ausgesetzt. Ihr Überleben hängt manchmal an einem seidenen Faden – oder an der Hilfe der Raben. Auch im dritten Band seiner "Doppelweg"-Trilogie, in der Bernd Desinger die Artus-Sage in unsere Zeit transportiert, vermischt er Elemente aus Fantasy- und Entwicklungsroman. Bernd Desinger studierte deutsche Sprache und Literatur, Geschichte, Psychologie und Film. Seit 2009 leitet er das Filmmuseum Düsseldorf. Als Weltenbummler kennt er die Reiseziele seiner Romanhelden ganz genau.

20. August: Yannic Han Biao Federer liest aus Und alles wie aus Pappmaché

Im Juli saß er bereits auf der WG-Couch in unserer Reihe zwischen/miete nrw, anschließen durften wir ihn noch einmal in unserer langjährigen Reihe "Frisch gepresst" erleben: Yannic Han Biao Federer. Er studierte Germanistik und Romanistik in Bonn, Florenz und Oxford, promovierte an der Bonner Universität und arbeitet im Literaturhaus Köln. 2016 erhielt er den Förderpreis der Wuppertaler Literatur Biennale, 2017 das Rolf- Dieter-Brinkmann-Stipendium, 2018 den Harder Literaturpreis und den Hauptpreis der Wuppertaler Literatur Biennale. "Und alles wie aus Pappmaché" ist sein erster Roman. Er begleitet darin vier junge Menschen bei ihrer Suche nach Zugehörigkeit, nach Orientierung in einer immer disparater und brüchiger werdenden Welt und zeigt das Nebeneinander von Geschichte und Erleben: Jian ist sechzehn und in Sarah verliebt, schläft aber mit Anna, die sich von Frank getrennt hat. Danach will Sarah nichts mehr von Jian wissen, Jian nichts mehr von Anna, und Frank geht in den Wald. Vier Jugendliche verlieren sich aus den Augen und finden fünfzehn Jahre später wieder zusammen – in der gemeinsamen Geschichte, die einer von ihnen erfindet. Dabei verknüpft er die badische Provinz mit Denpasar auf Bali, das einstürzende World Trade Center mit einem neapolitanischen Adelsgeschlecht.

17. September: Jan Drees liest aus Sandbergs Liebe

Kristian Sandberg schafft den ersehnten Berufseinstieg als Mitarbeiter einer Literaturagentur, doch er ist einsam. Sein Traum von der großen Liebe blieb bislang unerfüllt. Als Mensch unserer Zeit nutzt er Dating-Apps. Darüber lernt er Kalina kennen und eine romantische Beziehung beginnt, deren sexuelle Intensität und zärtliches Miteinander Sandberg wähnen lassen, in ihr tatsächlich die Frau seines Lebens gefunden zu haben. Aber aus dem anfänglichen Liebestaumel wird eine Höllenfahrt. „Wer ist hier verrückt? Wer ist blind vor unerfüllter Liebe? […] Sandbergs Liebe ist ein fast psychedelischer Thriller über emotionalen Machtmissbrauch und die Liebe in heutigen Zeiten – oder das, was in heutigen Zeiten für Liebe gehalten wird.“ (NDR Kultur) Jan Drees, geboren 1979 in Haan, ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Moderator und ehemaliger Leichtathlet. Seit 2016 ist er Literaturredakteur beim Deutschlandfunk.

15. Oktober: Lina Atfah liest Das Buch von der fehlenden Ankunft

Infos folgen

19. November: Johanna Dombois liest aus Rettungswesen

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17. Dezember: Julia Trompeter liest aus Frühling in Uitrecht

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