Einzelveranstaltungen

Auch in diesem Jahr bieten wir zusätzlich zu unseren bewährten Lesungsreihen wieder zahlreiche literarische Einzelveranstaltungen an. Hier stellen wir Ihnen eine chronologische Auswahl von Terminen für 2018 vor:

Freitag, 09 Februar 2018
"Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis 2018"

Der „Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis 2018 “ geht an "ThePoetry- Project" in Berlin, bei dem sechs junge afghanische Flüchtlinge ihre Todesängste, Sehnsüchte und Fremdheit lyrisch verarbeiten. Zugleich dokumentieren die 14- bis 18jährigen ihre eigene Geschichte und die Zehntausender allein nach Europa geflüchteter Minderjähriger. „Es sind erschütternde, erstaunlich „reife“ lyrische Schicksalsbeschreibungen dieser geschundenen Jugendlichen“, heißt es in der Begründung der Else Lasker-Schüler- Gesellschaft in Wuppertal. Weiter heißt es in der Argumentation: „Die poetischen Lebenszeichen erinnerten auch an deutsche Exilanten wie Else Lasker-Schüler, mit ihrem Gedicht Die Verscheuchte. “ Der „Else Lasker-Schüler-Preis“ ist mit 3.000 € dotiert und soll auch den einfühlsamen Übersetzer Aarash Dadfar Spanta ehren. Er wurde u.a. an Thomas Kling (1994), Friederike Mayröcker (1996) und Safiye Can (2016) vergeben. Die Preisverleihung in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW findet in Wuppertal-Elberfeld statt, der Geburtsstadt der Dichterin Else Lasker-Schüler, die im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts berühmt wurde.

Donnerstag, 01. März 2018
Japanabend
18.00 Uhr: Teeschulung
19.30: Die japanische Autorin Nanae Aoyama liest aus Eigenwetter
Weitere Informationen finden Sie hier

Donnerstag, 15. März 2018
Lesung und Gespräch mit Christiane Grefe und Evelyn Roll

Die parlamentarische Demokratie ist aufgrund autoritärer Herausforderungen und rechtsradikaler Angriffe fragil geworden. Fünf namhafte Journalistinnen fragen angesichts der aktuellen Heimsuchungen in ihrem gerade erschienenen Buch „Was tun – Demokratie versteht sich nicht von selbst“ nicht furchtsam „Was tun?“, sondern fordern entschlossen „Was tun!“. Zwei von Ihnen, Christiane Grefe und Evelyn Roll, analysieren die Gründe für die Schwächung von Politik und Staat, geben Tipps für den Umgang mit Demokratieverächtern, benennen die zersetzende Kraft von Fake-News und zeigen Möglichkeiten zur demokratischen Einmischung auf.

Christiane Grefe war freie Journalistin bei Natur, Geo Wissen und beim Magazin der SZ und arbeitet seit 1999 als Redakteurin und Reporterin für DIE ZEIT. Die Politologin und Theodor-Wolff-Preisträgerin Evelyn Roll arbeitet als Reporterin und Autorin der SZ in Berlin.
Eine Veranstaltung von Düsseldorfer Appell/Diakonie Düsseldorf und Literaturbüro NRW

Mittwoch, 11. April 2018
"...dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“
Gedenktag der Bücherverbrennung
Am 11. April 2018 jährte sich der Tag der Bücherverbrennung in Düsseldorf bereits zum 85. Mal. Die Bücherverbrennungen waren in vielerlei Hinsicht einzigartig – in ihrer Menschenverachtung und -unterdrückung, nicht zuletzt aber auch in ihrer symbolischen Fernwirkung: Radikaler hätte man das Band wohl kaum zerschneiden können, das Intellektualität und Humanität im europäischen Denken verbunden hatte. Kein anderer als Heinrich Heine hat diesen Zusammenhang erkannt, als er – gut 100 Jahre vorher – voraussagte: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Auf dem Vorplatz des damaligen Planetariums, das heute die Tonhalle ist, fand die Bücherverbrennung statt. Bekannte Vertreter_Innen des kulturellen Lebens in Düsseldorf, darunter Manni Breuckmann, Josef Hinkel und Jacques Tilly, haben dort zu diesem Anlass aus selbst gewählten verbrannten Büchern gelesen.
In Zusammenarbeit mit der Mahn-und Gedenkstätte Düsseldorf und dem Arbeitskreis Erinnerung der Bezirksvertretung 1

Dienstag, 24. April
Heines Katzenjammer. Ein Nachtstück.
Geisterstunde am Pariser Montmartre: Seltsames spielt sich zwischen den Grabsteinen des altehrwürdigen Friedhofs ab, wo zahlreiche Katzen herumstreunen. Auch den Erzähler verschlägt es auf der Flucht vor zwei dunklen Gestalten dorthin. Und er stellt zu seinem Erstaunen fest, dass er mit den Katzen sprechen kann. Seine Verwunderung steigt noch, als er in einer der Katzen Mathilde erkennt, die resolute Gattin Heinrich Heines. Letzterer erscheint dann auch höchstselbst: „Ein erschreckend abgemagerter Kater kam hinter dem Taxus hervor, er stützte sich auf eine Art Gehwagen, ein Holzbrett mit vier Rollen und einem Stützbügel.“ Der Wahldüsseldorfer, Autor und Journalist Jens Prüss lässt seinen Geistesverwandten auferstehen: In einer Sommernacht begegnen sich die beiden – Prüss als Erzähler, Heine als Geist (und Kater) – und treten in einen faktenträchtigen, satirischen Dialog über das Weltgeschehen im Allgemeinen und Düsseldorf im Speziellen. Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

Mittwoch, 04. Juli 2018
"Überprüfbare Wahrheit ist es, was die Arbeit des Reporters so gefährlich macht.“
Zum 70. Todestag von Egon Erwin Kisch
Seine Heimatstadt Prag hat ihn geprägt bis zuletzt, obwohl er später in aller Welt zuhause war. In Prag wurde Egon Erwin Kisch (1885-1948) schon in jungen Jahren zum berühmten „rasenden Reporter“, der den betulichen Journalismus des frühen 20. Jahrhunderts mit Hochgeschwindigkeit revolutionierte. Kisch arbeitete (nahezu) „in Echtzeit“ und investigativ, war zur Berichterstattung immer persönlich vor Ort, nutzte Automobil, Flugzeug, Telefon und Telegraphie in einer Zeit, in der seine Journalistenkollegen meist noch in den Redaktionsstuben saßen und Agenturmeldungen auswerteten. Nicht von ungefähr trägt noch heute einer der wichtigsten Preise für journalistischen Nachwuchs seinen Namen. Die Lesung zeigt, dass Kisch nicht nur rasant, sondern auch mit Humor und stets auf hohem literarischen Niveau schrieb.
Lesung mit Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Montag, 01. Oktober 2018
Protest auf der Mühlenstraße! Der Majdanek-Prozess und die Düsseldorfer
Auf einem Podium berichten Düsseldorferinnen und Düsseldorfer von ihren sehr persönlichen Erfahrungen mit dem Majdanek- Prozess. Neben Zeugen und Nebenklägern aus aller Welt waren Journalisten und Filmemacher wie Peggy Parnass, Heiner Lichtenstein oder Eberhard Fechner ebenso an der Mühlenstraße aktiv wie auch Kirchenleute und Gewerkschafter, Schüler und Lehrer, Politiker, Soldaten, Neugierige und Schaulustige von nah und fern. Sie alle machten den Prozess zu einem öffentlichen Ereignis: Majdanek wurde zum Begriff, der dort verübte Massenmord zum schrecklichen Allgemeinwissen. Das Spektrum der Reaktionen reichte von interessierter Wahrnehmung bis zu wütendem Protest gegen die milden Urteile. Gemeinsam erinnern werden sich Martin Volkenrath (damals bei den Falken), Jürgen Schuh (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes), Michael Hein (Stadtjugendring), Klaus Reuter (Gewerkschaften) und Rita Hirlehei (damals Schülerin). Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW
In Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Die Veranstaltung ist Bestandteil der Reihe "Der Düsseldorfer Majdanek-Prozess, die deutsche Justiz und die NS-Verbrechen", die vom 20. September bis zum 04. Oktober in Düsseldorf stattfindet.

Freitag, 02. November 2018
Verleihung des Andreas-Gryphius-Preises an Catalin Dorian Florescu

Lesung und Gespräch mit dem Preisträger

Der 1967 im rumänischen  Timișoara geborene Catalin Dorian Florescu lebt seit 1986 in der Schweiz. Für seine bisher veröffentlichten Romane und Erzählungen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Der bislang letzte Roman „Der Mann, der das Glück bringt“ (2016) erhielt viel Lob von Kritikerseite. Der „Spiegel“ schrieb darüber, „gerührt, erschöpft und gebannt von den anmutigen und abenteuerlichen Erzählungen“ lege der Leser dieses Buch wieder aus der Hand. Der renommierte Andres-Gryphius-Preis wird seit 1957 verliehen. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger waren unter anderem Wolfgang Koeppen, Peter Huchel, Horst Bienek, Siegfried Lenz, Hans Werner Richter, Otfried Preußler, Dagmar Nick, Ulla Berkéwicz , Jiří Gruša, Peter Härtling und Arno Surminski.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

18.00 Uhr

Gerhart-Hauptmann-Haus
Bismarckstraße 90
40210 Düsseldorf

Eintritt frei

Mittwoch, 05. Dezember 2018
Philipp Winkler. HOOL
Heikos Mutter ist abgehauen, sein Vater schwerer Alkoholiker. Als Schulabbrecher und Laufbursche ohne Perspektiven findet er bei den Hooligans den Halt, den er braucht. Sie sind seine Blutsbrüder, seine Ersatzfamilie, und kein Kampf ist zu hart, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, ihre besten Jahre. Philipp Winkler , Jahrgang 1986, studierte in Hildesheim Literarisches Schreiben und lebt in Leipzig. Sein Debütroman Hool , der 2016 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis stand, ist ein ungeschönter, schmerzhafter Blick in die Seele eines Schlägers und Geschlagenen. Die Veranstal- tung findet im Rahmen von LangLese statt. Das Festival unter dem Motto „Gegen Gewalt“ wird ab dem 10. November im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld Bildungs- und Kultureinrichtungen, Firmen und Vereine bespielen. Dabei nähern sich bekannte Autoren, Musiker, Schauspieler, Journalisten und Vertreter des politischen und kultu- rellen Lebens dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven
Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW
Weitere Informationen unter www.langlese.de In Kooperation mit dem Bürgerverein Langerfeld e.V.

Sonntag, 09. Dezember 2018
Rolfrafael Schröer feiert seinen 90. Geburtstag
Es gibt Menschen, deren Erfahrungsschatz reicht für zehn Leben: Rolfrafael Schröer , 1928 geboren, träumte während seiner Kindheit in Meißen davon, Tänzer zu werden. 1945, mit 16 Jahren, wurde er zur Wehrmacht eingezogen und nach Kriegsende vom sowje- tischen Militär ins Zuchthaus gesperrt. Nach seiner Freilassung wurde er Graveur und entwarf Schmuck, bevor er in die Bundesre- publik übersiedelte. Dort arbeitete er in verschiedenen Städten als Erzieher, wieder als Graveur und wurde auch auf kleinen Theater- und Lesebühnen aktiv. Bereits seit den 60er Jahren veröffentlichte er zudem Lyrik, Prosa, Dramen und Hörspiele. 1980 gründete Rolfrafael Schröer das Literaturbüro NRW in Düsseldorf und damit das erste auf deutschem Boden. Zu seinem 90. Geburtstag lesen nun im Heinrich-Heine-Institut Dr. Eugen Gerritz , Jens Prüss und Wolfgang Schiffer Auszüge aus zur miete im wort , das vor genau 10 Jahren, zu Schröers 80. Geburtstag, als Band der Reihe „Ehrenwort“ erschien. Albrecht Kaltenhäuser , Monica Leuer-Rost , Ewa Teilmans und Markus von Hagen lesen weitere Texte, unter anderem aus Schaufelschnulzen . Auch der Jubilar selbst liest eigene Gedichte vor. Die Feier wird musikalisch begleitet.
Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

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