Romantik & Revolution

„Ich bin der Sohn der Revolution“, schreibt Heine, als er 1830 von der Julirevolution in Frankreich erfährt. Paris, „die Hauptstadt der Revolution“, in die er im Folgejahr begeistert übersiedelt, scheint ihm „das neue Jerusalem“. Mit Empathie verfolgt er die polnischen Revolutionsbestrebungen. Zugleich ist der Dichter seit seiner frühesten Lyrik der Romantik eng verbunden und setzt sich mit ihrer Tradition in seinem Werk immer wieder auseinander.

Die Liebe zu Romantik und Revolution und die gleichzeitige Infragestellung dieser beiden Pole seines Werkes zeugt von Heines Modernität und Aktualität. Interessant ist, in der Heine-Nachfolge zu fragen, wie heutige Literatur mit Romantik und Revolution umgeht. Wie beschreibt Literatur die politischen Umbrüche unserer Zeit? Wie reagieren die Schriftsteller auf Revolutionsbegehren, Demokratiebestrebungen, Religionskämpfe und den Wandel der Geschlechterrollen?

Unter dem Titel der im Jahr 2015 neu eröffneten Heine-Ausstellung „Romantik und Revolution“ im Heinrich-Heine-Institut organisiert das Literaturbüro gemeinsam mit dem Heine-Institut, dem Institut français und dem Polnischen Institut eine Reihe mit aktuellen Autorinnen und Autoren.

Gast des Literaturbüros ist am
Mittwoch, 8. Februar, 19.30 Uhr Stefan Etgeton mit seinem Buch Rucksackkometen
.

Es heißt, die Europäische Union beruhe auf den unteilbaren und universellen Werten der Würde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität: Für Fiete und Spille scheinen sich diese Werte aber immer mehr zu verflüchtigen und einem ungezähmten Kapitalismus und engstirnigem Nationaldenken Raum zu geben.
Dieser Entwicklung wollen die zwei Romantiker, in der Nachfolge von Eichendorffs Taugenichts, in einem revolutionären Akt Einhalt gebieten: Mit einer öffentlichen Pinkelei an die Säulen des Parthenons wollen sie protestieren, gegen das „diktat der rationalität und moralischen wie profanen überreglementierung des daseins“. Auf ihrer Reise in das Land, in dem die europäische Idee mit der Entführung der mythischen Fürstentochter Europa durch den Gott Zeus seinen Anfang nahm, begegnen sie den verschiedensten Menschen, die ihnen Transport und Schlafplätze, vor allem aber wertvolle menschliche Begegnungen bescheren.  






 

Weitere Termine in der Reihe Romantik & Revolution:
Montag, 9. Januar, 19.00 Uhr
zakk, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf
Randale und Liebe
Lesung mit David Friedrich, Hinnerk Köhn und Fabian Navarro
Verbal auf Krawall gebürstet erzählen die drei Hamburger Autoren von den kleinen und großen Unstimmigkeiten und Missgeschicken des Alltags und von der schönsten und schrecklichsten Sache der Welt: der Liebe.

Mittwoch, 18. Januar 2017, 19.00 Uhr
Polnisches Institut Düsseldorf
Citadellstraße 7, 40213 Düsseldorf
Engel oder Satan? - Das vertrackte Leben des Juliusz Słowacki
Prof. Jan Zieliński im Gespräch mit Andreas Lawaty
In seinem Buch „SzatAnioł“ beschreibt Prof. Zieliński das faszinierende Leben eines der wichtigsten Vertreter der polnischen Romantik zwischen Poesie, Mystik und tiefer Verwurzelung im Irdischen Leben.

Mittwoch, 25. Januar, 19.00 Uhr
Institut français, Bilker Straße 9, 40213 Düsseldorf
Fuoad Laroui liest Die Leiden des letzten Sijilmassi
Der Roman erzählt vom Konflikt einer Generation, deren kulturelle Wurzeln in der muslimischen Welt liegen und die zugleich durch einen Bildungs- und Berufsweg in der westlich aufgeklärten Welt sozialisiert sind.

Mittwoch, 15. Februar 2017, 19.00 Uhr
Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, 40213 Düsseldorf
Gero von Randow liest Wenn das Volk sich erhebt
„Revolutionen erzeugen etwas Unwiderrufliches. Selbst dann, wenn die Konterrevolution siegt". Gero von Randow schildert sein eigenes Erleben von Revolutionen und geht der Frage nach, ob sie noch ein Zukunftsmodell sind.




Seite empfehlen

Sie möchten diese Seite empfehlen? Vielen Dank! Tragen Sie einfach Ihren Namen und die Emailadresse der Person, die Sie über diese Seite informieren möchten und klicken Sie auf absenden.