Einzelveranstaltungen

Auch in diesem Jahr bieten wir zusätzlich zu unseren bewährten Lesungsreihen wieder zahlreiche literarische Einzelveranstaltungen an. Hier stellen wir Ihnen eine chronologische Auswahl von Terminen für 2017 vor:

Freitag, 27. Januar 2017
Unterwegs auf vielen Straßen mit Georg Stefan Troller

Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, an diesem Tag wurden 1945 die Vernichtungslager in Auschwitz befreit. Wie kaum ein Zweiter kann Georg Stefan Troller als einer der letzten Zeitzeugen an diesem Tag zurückblicken, auf die Zeit des Krieges ebenso wie auf die Jahrzehnte, die seither vergangen sind.

Troller hat nicht nur als Schriftsteller, Fernsehjournalist, Drehbuchautor, Regisseur und Dokumentarfilmer mehr erlebt als die meisten Menschen. Bereits mit 16 Jahren floh er vor den Nazis aus seinem Heimatland Österreich in die Tschechoslowakei und von dort nach Frankreich, wo er ein Visum für die USA erhielt. Als US-Soldat zog er dann 1943 in den Krieg und war unter anderem an der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau beteiligt. Auch nach dem Krieg pendelte Georg Stefan Troller noch zwischen den Kontinenten. Er studierte zunächst in Kalifornien. Für ein Stipendium an der Pariser Sorbonne-Universität ging er zurück nach Frankreich, nur um kurz darauf nach Berlin umzusiedeln: für eine Anstellung beim RIAS, dem „Rundfunk im amerikanischen Sektor“, die ihm endgültig die Türen für den Beruf als Reporter öffnen sollte. In seinem autobiografischen Text „Unterwegs auf vielen Straßen. Erlebtes und Erinnertes“ gewährt der inzwischen 95-jährige Einblick in eine unvergleichbare Fülle an Erlebnissen. Er erzählt von Kriegserlebnissen, Trampfahrten, von seiner Liebe zur französischen Hauptstadt – er lebt übrigens heute wieder in Paris – und von seinen zahllosen Erfahrungen als Reporter und Regisseur.

Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von dem Saxophonisten Marc Doffey und seiner Duopartnerin, der Pianistin Clara Haberkamp. Beide Musiker_Innen kommen aus NRW und waren lange Zeit Mitglieder im Jugendjazzorchester NRW und im BundesJazzOrchester.

Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

Impressionen der Veranstaltung finden Sie hier: http://daybyday.press/spip.php?article5755

Dienstag, 31. Januar 2017
Ein lyrischer Abend mit Martina Lisa und Daniela Pusch

Zeitgenössisch, urban, rural, beschwingt wie Mauersegler am frühen Abend, wenn sie zum Flug abheben und wir dem Flattern ihrer Flügel zuhören, ratternd wie tschechische Züge, während Felder und Wiesen an uns vorbeiziehen und Seen und Schornsteine, verfallene Fabriken und florierende Straßen. Mal sacht wie der erste Schnee und dann wieder im Rausch wie eine endlose Nacht, tobend, fluchend, flüsternd ...
An diesem Abend begeben sich Martina Lisa und Daniela Pusch, die beiden Übersetzerinnen des Netzwerkes »TransStar Europa« und Herausgeberinnen der zweisprachigen Lyrikanthologie "Summus – Summen" (Konserve Verlag Leipzig), auf die Suche nach dem Klang der tschechischen Poesie im Deutschen.
Mit Texten von den Autor_Innen Alzbeta Stancáková, Olga Pek & Lena Dorn, Ondrej Buddeus, Jan Tesnohlídek, David Brabec und Jirí Danícek.

Eintritt frei

Donnerstag, 02. Februar 2017
»Und die Sehnsucht singt mich zur Ruh’« Lesung mit Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger

Als Selma Meerbaum-Eisinger 1942 mit nur 18 Jahren im Zwangsarbeiterlager Michailowka starb, hinterließ sie 58 Gedichte. Diese Gedichte, in denen sie eine unerwiderte Liebe und die Zerbrechlichkeit des Schönen thematisiert, machten die Dichterin weltweit bekannt und unvergesslich. Ihr Werk gehört neben den Werken von Rose Ausländer und Paul Celan zum literarischen Vermächtnis der deutsch-jüdischen Kultur in der Bukowina. Die Düsseldorfer Autorin und Literaturvermittlerin Pamela Granderath und der Düsseldorfer Lyriker Frank Schablewski lesen Gedichte aus dem Werk von Selma Meerbaum-Eisinger.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Donnerstag, 23. Februar 2017
Tod im Land der Zukunft. Zum 75. Todestag von Stefan Zweig

Am 23. Februar 1942 nahmen sich Stefan Zweig und seine zweite Ehefrau Lotte Altmann-Zweig das Leben. Zweig, der gebürtige Wiener jüdischer Herkunft, war im Exil, wie so viele andere deutschsprachige Künstler auch. Aber im Unterschied zu vielen anderen befand er sich in relativer Sicherheit: Er war seit 1940 britischer Staatsbürger, besaß also einen gültigen Pass, er war ein international renommierter Autor, hatte kaum materielle Sorgen. In Brasilien, weit weg von Krieg und antisemitischer Verfolgung, hatte man ihm schon bei seinem ersten Besuch 1939 einen begeisterten Empfang bereitet. Als er 1941 zurückkehrte, um dort zu leben, war die Freude seiner brasilianischen Bewunderer nicht minder groß. Ein scheinbar rätselhafter Suizid also. Liest man allerdings die Briefe, die er mit beiden Ehefrauen und engen Freunden wechselte, so wird Zweigs wachsendes Grauen über das Verschwinden seiner „Welt von Gestern“ deutlich …

Eine kommentierte Lesung aus Briefen und anderen Texten mit Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Mittwoch, 08. März 2017
Für Lutz Werner zum 70. Geburstag: „Ehrenwort“ und ein Festabend im Literaturbüro

HERR WERNER weiß, wie man lebt: Ein Glas Wein, ein gutes Essen und fabelhafte Literatur gehören zum Alltag des Kulturkenners. Seit über 40 Jahren ist er ein fester Bestandteil der Düsseldorfer Literaturlandschaft. Er und sein schwarzes Notizbuch, dessen Inhalt wohl für immer geheim bleiben wird, sind zum Merkmal für lohnende Veranstaltungen geworden. Auch Autor_Innen schätzen die Meinung des Mannes, der die größten Dichter und Denker aus dem Stegreif zitieren kann. Eine solche Leidenschaft für Literatur verdient Anerkennung – deshalb widmen wir Herrn Werner zu seinem 70. Geburtstag einen besonderen Band unserer Reihe „Ehrenwort“, in dem Düsseldorfer Autor_Innen und Literaturvertreter_Innen ihre ganz eigenen „Herr WernerGeschichten“ erzählen. An diesem Abend werden wir Texte aus dem Band vorstellen und gemeinsam feiern.

Die Publikationen der Reihe „Ehrenwort“ erscheinen in der Edition Virgines.

Donnerstag, 06. April 2017
Zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski: Dichter der sarmatischen Landschaft, Vortrag von Dr. Jörg B. Bilke

Bevor Johannes Bobrowski 1965 mit nur 48 Jahren starb, war er im Begriff, einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller zu werden – in Ost und West. Seine Dichtung wird heute in einem Atemzug mit der von Nelly Sachs und Paul Celan genannt. Mit seiner Prosa gehört er in die Reihe der großen „ostdeutschen“ Autoren wie Günter Grass und Siegfried Lenz. Nach seiner Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1949 wandte er sich in seinem Werk jener Landschaft zu, die sich auf historischen Landkarten zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer ausdehnte: Sarmatien. Die Sprachen und Mythen der dort lebenden deutschen, baltischen und slawischen Kulturen flossen in sein Schreiben ein. Am 9. April wäre Johannes Bobrowski 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums wird der Journalist und Publizist Dr. Jörg B. Bilke, der sich in der DDR-Literatur auskennt wie kein zweiter, an den viel zu früh  verstorbenen Autor erinnern.

Moderation: Prof. Winfrid Halder, Leiter des Gerhart-Hauptmann-Hauses

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Dienstag, 27. Juni 2017
BILANZ – Hörspielkunst aus den Studios des WDRs

„Eine Preziose für den Hörspielfan … Ein genussvoller, lustvoller Streifzug durch die Zeiten“ (Radio Bremen). Seit 1946 haben Autor_Innen an Rhein und Ruhr die deutsche Literatur mit Hörspielen bereichert. Viele dieser Originalhörspiele hat der WDR produziert, im Laufe der Jahre sind es über tausend geworden. Das Interesse der zweitgrößten Sendeanstalt Europas galt dabei nicht nur arrivierten, sondern immer auch jungen  Schreibenden, und das Spektrum reicht vom literarischen Hörspiel bis zur Klangskulptur. Die Publikation BILANZ spiegelt auf insgesamt 10 CDs diese enorme Vielfalt wider und vereint 13 NRW-Hörspiele aus den letzten 70 Jahren – von preisgekrönten Werken bis hin zu Programmstücken des Alltags – zu einem Gesamtkunstwerk der Hörspielkunst. Die Herausgeber – der Autor und ehemalige WDR-Hörspielredakteur Wolfgang Schiffer und der  Leiter des Literaturbüros NRW, Michael Serrer – stellen das außergewöhnliche Projekt vor.

Die Publikation BILANZ ist erschienen im Lilienfeld Verlag in der Schriftenreihe der Kunststiftung NRW.

Weitere Informationen zu den Einzelveranstaltungen in diesem Jahr finden Sie in Kürze hier.

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