Ein literarische Erkundung

Schon im Januar 2015 titelte die Rheinische Post stolz: „Düsseldorf ist so international wie nie zuvor!“, Heinrich Heine nannte Düsseldorf sein „Klein Paris“ und der Schriftsteller Norman Ohler fühlte sich bei seinem Besuch am Rhein an Johannesburg erinnert.
Ob diese Vergleiche nachvollziehbar sind oder nicht, mag jeder selbst entscheiden, aber eines ist nicht zu leugnen: Um den „Duft der großen weiten Welt“ – und deren Geschmack und Geräusche – erleben zu können, müssen Düsseldorfer nicht ins Flugzeug steigen. Es reicht völlig, sich zum Bahnhof zu begeben und die ihn umgebenden Straßen zu durchstreifen. In den Bäckereien „Casablanca“ und „Tanger“ in der  Ellerstraße wird man direkt in den marokkanischen Himmel katapultiert, wer sich eine Rastafrisur zulegen möchte, ist in den Headshops an der Kölner Straße gut aufgehoben und den besten Frappé außerhalb Griechenlands kann man in den Straßencafés an der Bismarckstraße zu sich nehmen. Winkende Glückskatzen, Ess-Stäbchen, eine unüberschaubare Auswahl an Nudeln und vieles andere mehr bieten die Asiensupermärkte rund um die Achse der Oststraße an, deren intensiver Geruch je nach Gusto magisch anzieht oder die Nase rümpfen lässt.
Rund um den Hauptbahnhof haben die unterschiedlichen Nationalitäten sich selbst ein Stück Heimat in der Fremde geschaffen, und für die eingesessenen DüsseldorferInnen fremde Welten in der unmittelbaren Nachbarschaft erstehen lassen: exotisch und alltäglich zugleich. Jeden Tag, rund um die Uhr.
Seit Jahresbeginn hat das Literaturbüro NRW seinen Standort an der Bismarckstraße 90 im Gerhart-Hauptmann-Haus, also genau im Herzen dieses multikulturellen Viertels. Da liegt es nahe, die hiesige Multiethnizität einmal literarisch auszuloten:
Pamela Granderath, Horst Eckert, Mithu Sanyal und Frank Schablewski schreiben ihre Geschichten über die einzelnen Viertel und stellen sie im Rahmen einer Literarischen Nachtwanderung am Freitag, 4. August an entsprechenden Orten vor: Kulisse kann ein griechisches Café genauso sein wie ein marokkanischer Hammann, ein türkischer Friseur oder ein afrikanischer Waschsalon.
Das Projekt wird unterstützt von der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf und dem Kulturamt Düsseldorf.

 


 

Die vier Texte werden in einem Buch veröffentlicht, das am Donnerstag, 7. Dezember um 19.30 Uhr im Literaturbüro NRW in der Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf mit Lesungen und Gesprächen vorgestellt wird.
Der Eintritt ist frei.

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